{"id":11519,"date":"2021-05-25T09:23:25","date_gmt":"2021-05-25T09:23:25","guid":{"rendered":"http:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=11519"},"modified":"2025-04-07T21:58:58","modified_gmt":"2025-04-07T19:58:58","slug":"345-ueber-seneca-warum-ich-ein-roemer-bin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=11519&lang=de","title":{"rendered":"345 \u00dcber Seneca &#8211; Warum ich ein R\u00f6mer bin(1)"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong style=\"font-size: inherit;\">Was lange w\u00e4hrt&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Ja, ich habe lange Zeit einen gro\u00dfen Bogen um Seneca gemacht.<\/p>\n<p>Ich habe ihm nicht getraut. Einerseits war er ein enger Berater und Coach des Kaisers Nero, sp\u00e4ter andererseits auch ein Liebling der neuen Christen-Gemeinschaft im Untergrund. Das waren Neros Staatsfeinde, die der Kaiser reihenweise hinrichten lie\u00df. Zum Beispiel in Form seiner ber\u00fcchtigten Nero Fackeln.<\/p>\n<p><strong>Sie st\u00fctzen sich in Ihrem ablehnenden Urteil auf die Geschichtsschreibung.<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber Wahrheit und Wissenschaftlichkeit der Geschichtsschreibung habe ich oft genug schon geschrieben. Je nach Blick, Brille und Interesse wird immer schon Geschichte geschrieben. Es h\u00e4ngt mit den beiden r\u00f6mischen Historikern Tacitus und Sueton zusammen, denen man einfach glauben und vertrauen muss. Auch wenn sie mehr als eine Generation nach Neros Zeit gewirkt haben(1).<\/p>\n<p><strong>Selbst wenn deren Werke im Laufe der Jahrhunderte gef\u00e4lscht, zensiert, gek\u00fcrzt worden sind?<\/strong><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich! So geht es doch immer in der Geschichtsschreibung. Was ist Wahrheit? Wie kann man<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>historische Fakten \u00fcberzeugend belegen? In der Geschichtsschreibung, d.h. auch aus der Vergangenheit heraus betrachtet, ist das relativ schwierig. Selbst gegenw\u00e4rtig werden schon<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Tatsachen, etwa was den Holocaust von Auschwitz betrifft, infrage gestellt. Geschichte ist eine Geisteswissenschaft. Das bedeutet, sie bedient sich hermeneutischer Methoden vor allem der Interpretation \u00a0und Deutung von Texten. Das macht die Sache kompliziert und subjektiv.<\/p>\n<p>Tacitus und Sueton lehnen Seneca in ihren Werken ab: Er selber trinke Wein, w\u00e4hrend er anderen Wasser empfehle. Diese seine Zeit am Kaiserhof Neros wird ihm immer wieder zur Last gelegt.<\/p>\n<p>Cassius Dio geht sogar noch einen Schritt weiter und stellt ihn trotz all seiner unbezweifelbaren Verdienste um das r\u00f6mische Reich als einen fast schon Mitschuldigen an den neronischen Exzessen und Obsz\u00f6nit\u00e4ten dar. Weil er nichts dagegen unternommen hat und eine Zeitlang aus eigensinnigen Interessen heraus im Strom des despotischen jungen Kaisers mit geschwommen ist, denke ich.<\/p>\n<p><strong>Und doch sind Sie jetzt zu einem gro\u00dfen Fan von Seneca geworden.<\/strong><\/p>\n<p>Das kann man schon sagen. Nicht nur weil er ein typischer Philosoph des Alterns, des Altwerdens ist, der mit seiner existenziellen Thematik, wie man leben, wie man sterben soll,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>bis in die Gegenwart hinein aktuell geblieben ist.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>Er hat viele Philosophen der sp\u00e4teren Jahrhunderte beeinflusst.<\/strong><\/p>\n<p>Ganz besonders meine Lieblingsschriftsteller, etwa Michel de Montaigne, Blaise Pascal oder auch die franz\u00f6sischen Existenzialisten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Wenn man Senecas Lucilius-Briefe heute liest, auch wenn sie von den nachfolgenden Jahrhunderten zensiert, bearbeitet und gesch\u00f6nt sein m\u00f6gen, versteht man sehr gut, warum das Christentum ihn einige Jahrzehnte nach der Zeitenwende quasi als einen der Ihresgleichen bejubelt und begr\u00fc\u00dft hat.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>Hat es diesen Lucilius als Brief-Adressaten \u00fcberhaupt gegeben?<\/strong><\/p>\n<p>Ich denke schon. Auch wenn diese Briefe zum Teil fiktiv sind. Es lassen sich aber auch direkte Briefe Senecas an Lucilius nachweisen(2).<\/p>\n<p><strong>Sie haben sich auch pers\u00f6nlich von Senecas neuer Gattung beeinflussen lassen. Sie schreiben<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>in ihrem Blog ebenfalls Briefe an Lucilius; 12 Beispiele habe ich gez\u00e4hlt.<\/strong><\/p>\n<p>Stimmt. Und diesen Lucilius gibt es tats\u00e4chlich in meinem Umfeld. Nur ist wenigstens die H\u00e4lfte von dem, was ich geschrieben habe, Fiktion und hat wenig mit ihm zu tun. Es gibt aber auch Textstellen, die sich direkt an ihn wenden und mit ihm sprechen. Ich habe mich mit ihm immer wieder sehr intensiv \u00fcber lebenspraktische Dinge ausgetauscht. Eine richtige Freundschaft und Liebe hat sich daraus entwickelt.<\/p>\n<p><strong>Auch der r\u00f6mische Lucilius war viel j\u00fcnger als sein philosophischer Mentor.<\/strong><\/p>\n<p>Wie es \u00fcberhaupt auch einige weitere Parallelen in meinem, sagen wir besser allgemein auch in unserem Leben mit Seneca gibt. Mit 60 Jahren musste er seinen Dienst am Kaiserhof von Nero aufgeben, eher freiwillig, weil ihm alles zu viel wurde, ein tiefer Bruch. Im Blogeintrag Nr.161 habe ich eine Seneca-Rede vor Nero in der Tacitus-Version dokumentiert. Man sieht darin eindr\u00fccklich, was f\u00fcr eine extrem stilisierte und kunstvolle Rede die Intellektuellen dieser Zeit beherrschen mussten, selbst Nero.<\/p>\n<p><strong>Seneca hat sich dann aus Rom zur\u00fcckgezogen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Ja,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>auf sein <i>Nomentum-<\/i>Weingut nord\u00f6stlich von Rom zum Denken und Schreiben. Ihm blieben ja nur noch vier Jahre bis zu seinem von Nero erzwungenen Freitod.<\/p>\n<p><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>\u201e<b>Mu\u00dfe \u201c ist sein neuer Lebenssinn. Wer wei\u00df \u00fcberhaupt heute noch, was das ist? Eine Alternative zum Hamsterrad-Kapitalismus?<\/b><\/p>\n<p>Ich rede lieber vom \u00d6konomismus, alles ist nur noch der \u00d6konomie, dem Geld und Geldverdienen unterworfen. Aber was Mu\u00dfe bedeutet, das wissen tats\u00e4chlich nur noch wenige Leute heute. Leider.<\/p>\n<p><strong>Ist Seneca in seinem Landgut vom \u00fcberzeugten Stoiker jetzt zum Epikureer geworden?<\/strong><\/p>\n<p>Nicht unbedingt. Lebe im Verborgenen, das proklamieren zwar die Epikureer. Seneca war dennoch \u00fcberwiegend ein Stoiker. Er hat aber dann und wann, typisch postmodern, w\u00fcrde man heute sagen, die Seiten und Lager gemischt und gewechselt. Anscheinend war Lucilius jedoch tats\u00e4chlich ein \u00fcberzeugter Epikureer, das hei\u00dft mehr dem individuellen Wohlleben verpflichtet als der allgemeinen Moral oder Politik.<\/p>\n<p><strong>Seneca hat nicht nur philosophische Essays und Briefe geschrieben, \u00a0sondern sogar Theaterst\u00fccke verfasst. Eine Karikatur etwa auf Kaiser Tiberius mit dem Titel: \u201eWie Kaiser Tiberius zum K\u00fcrbis wurde\u201c.<\/strong><\/p>\n<p>Die Intellektuellen seiner Zeit, nennen wir sie einmal \u201eGeistesmenschen\u201c, was eine Karriere beim Milit\u00e4r nicht ausschloss, mussten zumindest in ihrer Jugend alle auch Poesie und Theaterst\u00fccke schreiben lernen. Jedenfalls haben sich viele an der Imitation griechischer Dramen \u00a0versucht, selbst Augustus oder Caesar, mit m\u00e4\u00dfigem Erfolg. In seinem erzwungenen Ruhestand hat Seneca kein Theaterst\u00fcck mehr geschrieben, sondern nur noch meist an den Lucilius-Briefen gearbeitet.<\/p>\n<p>Dann hat man in Rom eine angebliche Verschw\u00f6rung aufgedeckt und auch Seneca als Mitverschw\u00f6rer belastet. Mit dem Ergebnis, dass Nero seinen fr\u00fcheren Lehrer und Lebens-Freund zum Tode<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>verurteilt hat. Ein angeblich<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>mildes Urteil, weil er die Todesart selbst bestimmen konnte: Sterben durch Nahrungsverweigerung, durch Gift, sich ins Schwert st\u00fcrzen oder erstechen. Seneca w\u00e4hlte zusammen mit seiner Frau den Tod durch das Aufschneiden der Pulsadern.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>War Seneca an dieser Verschw\u00f6rung beteiligt?<\/strong><\/p>\n<p>Ich denke schon. Er war sogar als Nachfolger von Nero f\u00fcr die Staatsspitze vorgesehen. Ganz ohne sein Wissen h\u00e4tte das nicht geschehen k\u00f6nnen. Jedenfalls hat er sich dann in typisch stoischer Manier ins Bad gesetzt und die Pulsadern aufgeschnitten, dabei auch noch philosophiert. Ich habe diese filmreife Inszenierung im Blogeintrag Nr.162 dokumentiert. Der r\u00f6mische Geschichtsschreiber Tacitus, auf dessen Glaubw\u00fcrdigkeit wir uns halt eben verlassen m\u00fcssen, berichtet dar\u00fcber.<\/p>\n<p>Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob dieses heroische Sterben tats\u00e4chlich so stattgefunden hat, wie es Tacitus beschreibt.<\/p>\n<p>Ebenso ist es auch Petronius<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>gegangen, einem weiteren Coach und Berater von Nero. Er war der Minister f\u00fcr guten Geschmack, also auch f\u00fcr Kunst und Lebensgenuss. Er musste sich ebenfalls das Leben nehmen. Im fr\u00fchen Blogeintrag Nr.25<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>habe ich \u00fcber seinen \u201eSatyricon\u201c-Roman, ein karikaturartig \u00fcberspitztes Sittengem\u00e4lde des antiken Rom und einer der ersten Romane der Zeit \u00fcberhaupt, geschrieben.<\/p>\n<p><strong>Was wissen wir vom kaiserlichen Rom in der Zeit Neros?<\/strong><\/p>\n<p>Nicht sehr viel. Die christliche Geschichtsschreibung, das hei\u00dft auch Zensur im Laufe der nachfolgenden Jahrhunderte, hat aus Nero ein Monster gemacht. Dieser kam nach der Ermordung des Kaisers Tiberius schon als 17j\u00e4hriger auf den Thron. Seneca wurde aus seiner achtj\u00e4hrigen Verbannung, sein lebenslanges Trauma, nach Rom zur\u00fcckgerufen. Er wurde auf Gehei\u00df von Neros Mutter Agrippina Neros Erzieher, Berater, Coach in vielen Lebensfragen, sagt man ja heute. Diese ersten Jahre an der Spitze des Staates unter dem Einfluss Senecas scheinen die wenigen politisch besten Jahre der fr\u00fchen Kaiser-Zeit nach Augustus in Rom gewesen zu sein, sagen manche Historiker.<\/p>\n<p>Doch mit zunehmendem Alter befreite, emanzipierte sich Nero immer mehr von seinem viel \u00e4lteren Berater. In meinen Augen und wie ich die Berichte der zeitgen\u00f6ssischen Historiker interpretiere ist Nero tats\u00e4chlich pers\u00f6nlich und charakterlich eher ein K\u00fcnstler gewesen, also v\u00f6llig ungeeignet<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>zu einem n\u00fcchtern abw\u00e4genden Staatsmann. Auch Hitler wollte ein K\u00fcnstler sein, hat Ausstellungen gemacht und Gem\u00e4lde zu verkaufen gesucht.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>Sie haben etwas gegen die Verbindung von Kunst und Politik<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>bei Staatenlenkern.<\/strong><\/p>\n<p>Ja, ich halte nichts davon. K\u00fcnstler sind sehr emotionale, meist auch neurotische Pers\u00f6nlichkeiten, ich geh\u00f6re wohl ebenfalls dazu, die ihr ganzes k\u00fcnstlerisches Talent gerade aus dieser emotionalen Spannung, vielleicht auch St\u00e4rke und Kraft gewinnen k\u00f6nnen. Zum n\u00fcchternen Abw\u00e4gen und Urteilen, auch was die Planung f\u00fcr die Zukunft betrifft, sind sie gleichwohl weniger geeignet. Ebenso wie umgekehrt auch erfolgreiche Politiker meist unf\u00e4hig zu k\u00fcnstlerischen Gestaltungen oder Extravaganzen sind, ja auch sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Neros sexuelle Extravaganzen etwa passen einfach nicht zu einem Politiker. Er heiratet sehr zum Entsetzen des ganzen Hofstaates hoch offiziell Sporus, einen freigelassenen Lieblings-Sklaven, der ihm die Treue bis zu seinem Tod hielt und sp\u00e4ter dann der Geliebte von Otho wurde, im Drei-Kaiser-Jahr einer der drei kurzzeitigen Nachfolger Neros. Oder er l\u00e4sst sich quasi wie in einer Performance provokativ vor den Augen der \u00d6ffentlichkeit von einem anderen Sklaven vergewaltigen.<\/p>\n<p>Dies alles, auch seine Verschwendungssucht, seine Bauwut, die Missachtung von Etikette, seine perversen Gewalt-Exzesse etc. interpretiere ich als bewusste Provokation der verhassten Hof-Atmosph\u00e4re mitsamt all dieser bis in unsere Gegenwart hinein sehr f\u00f6rmlichen und steif-ritualisierten Etikette. Da haben ihm schon seine k\u00fcnstlerischen Tourneen als Song-Writer, sagt man heute, bedeutend besser gefallen. Monatelang war er nicht mehr in Rom, ja hat sogar das Regieren ganz unterlassen oder vergessen sehr zum \u00c4rger des politischen Establishments.<\/p>\n<p><strong>Zumal ihm als K\u00fcnstler im fernen Ausland der Jubel des Volkes gewiss war.<\/strong><\/p>\n<p>Er soll ganz gut gesungen und sich selbst auf der Lyra, heute etwa die keltische Harfe in Irland und der Bretagne, begleitet haben. Doch im Laufe der Jahre wurde er immer paranoider. Zumal er Mord und Totschlag sein Leben lang hat miterleben m\u00fcssen. In seiner Familie ist ein Verbrechen dem anderen gefolgt. Er selbst war tats\u00e4chlich auch in dauernder Lebensgefahr, zumal er mit Todesurteilen vollkommen willk\u00fcrlich umgegangen ist und sich so erbitterte Gegner geschaffen hat. Bezeichnenderweise hei\u00dft Senecas in dieser Zeit an Nero gerichtete Schrift \u201e\u00dcber die Milde\u201c (Clementia). <br \/>Wie heute ja auch: Gewalt erzeugt Gegengewalt und die Halbwertszeit von Diktatoren ist gering. Besser also, man darf in einer Demokratie, wegen mir auch in einer Oligarchie wie gegenw\u00e4rtig, unf\u00e4hige Herrscher rechtzeitig von der Spitze des Staates abw\u00e4hlen und sogar vielleicht ins Gef\u00e4ngnis werfen lassen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Gegen Ende seines Lebens mag Nero tats\u00e4chlich ein Geisteskranker gewesen sein wie Hitler auch und etliche andere Despoten, die die eigenen F\u00e4higkeiten und Grenzen in ihrem Wahn nicht mehr gesehen haben und nur noch von korrupten Schmeichlern und Jasagern umgeben sind.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>Was interessiert Sie so an Seneca?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Ich denke, das langj\u00e4hrige Leben am Hof in einflussreicher Stellung und seine Bekanntschaft mit Nero hat einen wesentlichen Einfluss auf Senecas sp\u00e4tere Philosophie ausge\u00fcbt. Sie war bei ihm weitgehend nur noch eine Philosophie der Moral, ein Nachdenken \u00fcber<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Leben- und Sterbenm\u00fcssen. Seneca hat sich wenig um wichtige Philosophiebereiche wie Logik, Erkenntnistheorie oder Staatspolitik gek\u00fcmmert. Seine Hauptdisziplin war immer die Ethik und auf die Frage beschr\u00e4nkt: wie soll ein Mensch leben, um gl\u00fccklich zu werden? Montaigne hat viel sp\u00e4ter Senecas Haltung so formuliert: Philosophieren bedeutet leben und sterben lernen (philosopher c\u2018est apprendre \u00e0 vivre et apprendre \u00e0 mourir). In meinem Blogeintrag Nr. 261 geht es um Senecas allgemeine Biografie; im Eintrag<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><span style=\"font-size: inherit;\">Nr. 263 stelle ich die Schwerpunkte seines Denkens vor.<\/span><\/p>\n<p><strong>Warum gerade Seneca?<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin auf Seneca gesto\u00dfen in Zusammenhang mit meinem Interesse an dem Literatenkreis<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>um Kaiser Augustus. Wenn ich immer wieder betone, dass ich mich wie ein antiker R\u00f6mer f\u00fchle, dann muss man sich gerade diese Umbruch-Zeit nach Christi Tod vor Augen halten. Sie ist mit unserer Zeit und Gegenwart ganz gut zu vergleichen: Die Pax Augusta war f\u00fcr die Stadt Rom eine der friedlichsten Episoden, auch wenn sie nur etwa 40 Jahre gedauert hat. Unsere Friedenszeit in Deutschland und Westeuropa dauert<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>jetzt bald 75 Jahre. Und sie ist ebenso auch eine Zeit von milit\u00e4rischer Abschreckung \u00a0(NATO), Luxus, Wohlleben und Desorientierung infolge des multikulturellen Zusammenlebens &#8211; Stichwort der Slogan des Liberalismus: \u00a0\u201eAlles geht\u201c. Selbst unsere G\u00f6tter und Halb-G\u00f6tter, die Heiligen, sind tot; die Kirchen stehen leer. Stattdessen findet man \u00fcberall einen \u00fcberbordenden Hang zum Konsumismus, zu Vergn\u00fcgen, Ablenkung und Pseudo-Weisheiten. Um nicht von einem gesteuerten Lebensform-Zwang nach dem Alternativ-Modell in China zu reden.<\/p>\n<p><strong>Wer war dieser Kreis um Kaiser Augustus?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe im Blogeintrag Nr. 271 genauer dar\u00fcber geschrieben. Augustus hat in Rom, wenn er nicht gerade monatelang ins Kriegsgeschehen an den \u00e4u\u00dferen Grenzen verwickelt war, einen Kreis von Literaten um sich geschart, die mich alle sehr interessierten: Vergil, Horaz, Properz, Maecenas und andere. Auch Maecenas, ein Busenfreund von Augustus,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>ist ein interessanter Zeitgenosse. Seneca hat diese Person sehr heftig abgelehnt. Er sei zu \u201eweibisch\u201c, zu extravagant in Kleidung und Verhalten, schreibt er in einem Lucilius-Brief, seine Sprache sei manieristisch und gek\u00fcnstelt und so fort. Er war also das Gegenteil eines <i>soldatischen Mannes<\/i>, wie er bis in die Gegenwart hinein immer wieder dann und wann notwendig wird, wenn Kriege und Diktaturen sich durchsetzen wollen. Maecenas war auch ein geschickter Politiker und Diplomat, quasi der Au\u00dfenminister von Kaiser Augustus. Auch wenn er sich im Selbstbildnis wohl eher als Schriftsteller und Literat gesehen hat.<\/p>\n<p><strong>Aber auch Seneca war Zeit seines Lebens kein soldatischer Mann.<\/strong><\/p>\n<p>Gerade nicht. Das war ja auch das Neue. Er hatte Zeit seines Lebens mit schlimmen Asthma-Anf\u00e4llen zu k\u00e4mpfen, die ihn sogar immer wieder an den Rand des Todes brachten. Deshalb hat er sich mehr als alle anderen Philosophen mit dem Sterben befasst.<\/p>\n<p><strong>Auch Augustus soll in seiner Jugend und Kindheit labil und schw\u00e4chlich gewesen sein.<\/strong><\/p>\n<p>Ja, bis er dann mit 18 seinem Onkel und Liebhaber Caesar nach Spanien in den Krieg gefolgt ist. Dort wurde er dann so nach und nach zum erfolgreichen Milit\u00e4r und soldatischen Mann. Er war in eben dieser Zeit auch vor\u00fcbergehend der Geliebte des sp\u00e4teren Konsuls Hirtius. Er soll auch sehr sp\u00e4t erst die M\u00e4nner-Toga angelegt haben. Bis dahin konnte er sich immer noch als <i>Puer delicatus,<\/i> nennen wir es einmal so, zur Verf\u00fcgung stellen. Alles nachzulesen bei Tacitus und Sueton.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Eine solche Arbeit als Mundschenk \u201emit hochgesch\u00fcrzter Tunika\u201c bei Festgelagen des bithynischen K\u00f6nigs Nikomedes ist sp\u00e4ter auch dem Konsul Caesar im Senat von seinen Gegnern vorgeworfen worden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Das Thema Knabenliebe (P\u00e4derastie) ist bis in die Gegenwart hinein noch g\u00e4nzlich ungekl\u00e4rt. Je nach der ideologischen Brille wird sie so oder so beschrieben und bewertet. In der antiken Oberschicht, nur dort, war sie fast schon ein Muss, um den jungen Knaben zu einem richtigen Mann im soldatischen Sinne werden zu lassen: wehrt\u00fcchtig-kriegerisch, Schmerzen ertragen lernen, \u201emit festen Freundschaften\u201c(Platon). Alles Eigenschaften, die in einer Schlacht n\u00fctzlich sein konnten.<\/p>\n<p><strong>Also waren alle schwul.<\/strong><\/p>\n<p>Nein, so kann man das nicht benennen. Der Begriff \u201ehomosexuell\u201c ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts. Das Leben in der Antike muss man sich ganz anders vorstellen als man heute denkt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Im Zentrum dieser M\u00e4nnerwelt in einem M\u00e4nnerstaat stehen trotz allem neben dem Milit\u00e4r und der Intellektualit\u00e4t, also was Politik, Gesetzeswesen und das philosophische Denken der rivalisierenden Weltanschauungs-Schulen betrifft, Familie und Nachkommenschaft. Die Ehefrauen h\u00fcteten Haus und Hof und Kinder und waren sehr eigenst\u00e4ndig, emanzipiert, w\u00fcrde man heute sagen. Eine Scheidung war leicht und unproblematisch m\u00f6glich. Aber auch sie waren wie die Sklaven vollkommen rechtlos. Nicht einmal im Parlament durften sie mitbestimmen. In der Schweiz ist ja auch erst in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts das Frauenwahlrecht eingef\u00fchrt worden.<\/p>\n<p>Monogamie war auch in der Antike ein Muss. Man brauchte &#8211; die Oberschicht als Vorbild f\u00fcr die Gesamtgesellschaft &#8211; eine Ehefrau f\u00fcr repr\u00e4sentative Zwecke und man brauchte Kinder. An eine Auferstehung nach dem Tod glaubte man nicht. Ein Weiterleben gab es nur mit Kindern der Kunst oder mit Kindern des K\u00f6rpers. Es gab zahlreiche Sklaven im Haushalt, und mit denen konnte gemacht werden, was man wollte, denn sie waren nur Dinge, Objekte. Man konnte sie sogar, was Caesar wohl es einmal aus Eifersucht gemacht hat, willk\u00fcrlich hinrichten lassen im eigenen Haus, wenn man das r\u00f6mische B\u00fcrgerrecht besa\u00df. Das r\u00f6mische B\u00fcrgerrecht besa\u00dfen nur wenige, ausnahmslos auch nur M\u00e4nner.<\/p>\n<p>Die T\u00fcr f\u00fcr sexuelle Nebenbeziehungen und au\u00dfereheliche Praktiken etwa der Homosexualit\u00e4t war weit offen und akzeptiert, denke ich. So etwas wie Liebe im christlichen Sinn oder Verliebung gab es wenig. Wichtig war nur die Lust &#8211; Aristipp begr\u00fcndete \u00a0sogar schon im antiken Griechenland zur Zeit Platons eine Philosophie der Lust &#8211; und es gab die Genealogie, dass man einen m\u00e4nnlichen Nachfolger und Erben wie auch immer hatte. Was gar nicht so leicht zu bewerkstelligen war, wenn damals wie heute nur das Vergn\u00fcgen und nicht eine m\u00fchsame Familien-Gr\u00fcndung im Vordergrund standen. Liebe im romantischen Sinn oder emotionale Verliebung, wie sie so heftig in den Medien bei uns immer noch propagiert wird, als wenn nur das der h\u00f6chste Sinn des Lebens sein k\u00f6nnte, gab es selten. Selbst Ovids Buch \u00fcber die Liebeskunst k\u00fcmmert sich mehr um die Technik der Verf\u00fchrung als um emotionale Verfallenheit.<\/p>\n<p><strong>Auch unter Frauen gab es Homosexualit\u00e4t.<\/strong><\/p>\n<p>Ich denke sogar mehr als heute. Wenn man von der M\u00e4nnerwelt so vernachl\u00e4ssigt worden ist und nur zum Kinderkriegen und Repr\u00e4sentieren da war\u2026<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ich denke, dass eine naturgegebene Liebe bis hin zur Bisexualit\u00e4t unter M\u00e4nnern, wie sie letztlich auch Freud mit all ihren Folgen postuliert \u00a0hat, verbreitet war.\u00a0<span style=\"font-size: inherit;\">Das bedeutet jedoch nicht, dass auch in unserer Gegenwart jede Liebe, jedes sexuelle Begehren gelebt, praktisch werden musste. Im Gegenteil. Nach Freud und seiner Theorie braucht jede Lust Sublimation. Nur so sei ein soziales Leben m\u00f6glich. Im Glauben des Buddhismus will das Begehren immer mehr und mehr an Befriedigung, wird schlie\u00dflich zu einer Verfallenheit, zu Sucht und Leid. Also muss in einem asketischen Leben jede Art von Befriedigung und Lust eingeschr\u00e4nkt bleiben. In der Tierwelt gibt es immer nur kurze und festgelegte Brunftzeiten.\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Wenn man in der antiken Literatur so wenig dar\u00fcber liest, liegt es vielleicht daran, dass Sex einschlie\u00dflich bisexueller Prostitution (Sklaven aus Alexandria sollen besonders \u201elasziv\u201c gewesen sein) selbstverst\u00e4ndlich war, dass man aber nicht \u00fcber solche Dinge, sei es mit Frauen oder M\u00e4nnern,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 ge<\/span>schrieben hat. Auch \u00fcber Krankheiten, Klima, Kleidung, Architektur oder Musik hat man sich nur wenig ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p>Oder die christliche Zensur hat im Laufe der Jahrhunderte sorgf\u00e4ltig alle Erinnerungen daran eliminiert. Intensive M\u00e4nner-Freundschaft, auch im Sinne von platonischer Liebe, war jedoch in der ganzen griechisch-r\u00f6mischen Antike mit einer der wichtigsten Werte \u00fcberhaupt. Existieren bedeutet, im Blick eines Freundes zu leben. So hat das in der Renaissance dann Michel de Montaigne, einer der wichtigsten Seneca-Kenner und Seneca-Vermittler \u00fcberhaupt, auf den Begriff gebracht.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>W\u00e4hrend heutzutage jede Art von M\u00e4nner-Freundschaft direkt in die schwule Ecke gedr\u00e4ngt wird.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Was ich ganz falsch finde. Da sind uns die Frauen immer noch weit voraus. Ihre Vorstellung von Liebe unter Frauen schlie\u00dft nicht immer den Orgasmus oder sexuelles Begehren ein, im Gegenteil. Nichtsdestotrotz musste Augustus sp\u00e4ter als Kaiser all diejenigen steuerlich beg\u00fcnstigen, die \u00fcberhaupt noch Kinder in die Welt setzen wollten. Auch er hat sich diesbez\u00fcglich sehr schwer getan. Auch die Literaten in seinem Kreis waren alle, das kann man neuzeitlich sagen, hetero und homo zugleich. Anr\u00fcchig war eher f\u00fcr ein Mitglied der Oberschicht, dass man sich \u00fcberhaupt mit Sklaven, also minderwertigen Wesen, sexuell eingelassen hat.<\/p>\n<p>In der herrschenden Philosophie der Zeit, der Stoa, ist Monogamie und Treue ein Muss. Sexualit\u00e4t wird nur zum Kinderkriegen empfohlen. Sexualit\u00e4t im Sinne von Lust um der Lust willen, wie es etwa die Philosophen des lustvollen Lebens, die Kyrenaiker um Aristipp gelehrt haben, wird abgelehnt. Was ja von der vatikanischen Dogmatik samt ihrer Heiligen Kongregation, die fr\u00fcher Inquisition genannt wurde,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>bis in die Gegenwart hinein \u00fcbernommen worden ist, wenn auch vergeblich.<\/p>\n<p>Heute ist uns diese Haltung, dass die Lust mehr zum Kinderkriegen nur aufgespart werden soll, befremdlich. Was nicht bedeutet, dass ein solches Verhalten nicht auch bedenkenswert sein kann. Askese und Lust sind isosthenische Gegenpole, also auch Gleichwertigkeiten, welche die gesamte Menschengeschichte \u00fcberdauert haben und \u00fcberdauern werden, sofern wir nicht zu fremd gesteuerten Maschinen oder zu \u00a0Klonen werden wollen. Buddha lehrt, dass alles Leid nur aus dem Begehren kommt. Ich wiederhole mich.<\/p>\n<p><strong>Mit dem Christentum entwickelte sich eine richtige Zeitenwende.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Ja, das antike Denken aus Griechenland, das in Moral und Philosophie immer noch das r\u00f6mische Denken beherrschen konnte, war am Ende. Die tierische Aggressivit\u00e4t und auch \u201ephallische Sexualit\u00e4t\u201c, wie sie noch im r\u00f6mischen Staat gepflegt wurden, fanden im christlichen Denken ihren Widerpart und ein Ende. \u201ePhallisch\u201c oder auch \u201ePhallokratie\u201c ist eine Neupr\u00e4gung von Jacques Derrida, um das Wesen \u201eMann\u201c den heutigen Frauen besser verst\u00e4ndlich zu machen oder die naturgegebene M\u00e4nnlichkeit \u00a0im Sinne einer Gender-Ideologie augenzwinkernd auch nur schlecht dastehen zu lassen. Eroberungskriege mit hohem Blutzoll wurden von Seneca in Frage gestellt. Auch das r\u00f6mische Wohlleben, meines Erachtens immer noch vorbildlich bis in die Gegenwart hinein, wurde von den fr\u00fchen Christen ebenfalls abgelehnt.<\/p>\n<p><strong>Seneca gilt als der geistige Vorl\u00e4ufer dieser Bewegung.<\/strong><\/p>\n<p>Ja, wenn man der Geschichtsschreibung glauben kann. Er soll sogar Brief-Kontakt mit dem Apostel Paulus gehabt haben. Das war jedoch eine christliche F\u00e4lschung, wie die Forscher sp\u00e4ter herausgefunden haben oder herausgefunden haben wollen. Paulus, der zu Senecas Zeit in Rom im Gef\u00e4ngnis auf seine Hinrichtung gewartet haben soll, war zwar ein syrischer Juden-Christ. Er war aber auch r\u00f6mischer Staatsb\u00fcrger, der nur in einem Prozess vor dem Kaiser in Rom zum Tode verurteilt werden konnte(3).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Seneca hat das Christentum gedanklich zumindest vorweg genommen, letztlich indirekt als gro\u00dfe philosophische Autorit\u00e4t der Sp\u00e4tantike auch popularisiert. Die G\u00f6tter im Olymp waren tot. Gott existiert f\u00fcr ihn, wie auch f\u00fcr Platon, nur als ein Einziger und war dazu auch nur rein geistig erkennbar. Senecas Menschenbild war neu, ja revolution\u00e4r: auch Sklaven sind Menschen, keine zu ben\u00fctzenden Dinge mehr. Ebenso auch die Frauen. Monogamie und eheliche Treue wurden<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Zentral-Werte in seinem Verhaltenskodex. Lust um der Lust willen, also Tafel-Luxus oder auch Sexualit\u00e4t, werden von Seneca als \u201eGenuss-Sucht\u201c,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>ja sogar als Seuche abgelehnt.<\/p>\n<p><strong>Er hat auch die politische Gewaltherrschaft und das Diktat des Krieges abgelehnt.<\/strong><\/p>\n<p>Ja, als ein weiteres Ergebnis seiner Erfahrungen an Neros Kaiserhof. Die Welle von Gewalt, das kriegerische Handeln und die blutige Aggressivit\u00e4t einschlie\u00dflich den grausamen Vergn\u00fcgungen der Unterhaltungswelt im Zirkus wurden bei Seneca g\u00e4nzlich durch einen friedliebenden Pazifismus abgel\u00f6st. Mensch sein bedeutete jetzt: friedliebend sein. Der soldatische Mann, den alle griechischen Philosophen zumindest stillschweigend akzeptierten, politisch akzeptieren mussten, war zumindest als Ideal am Ende, auch wenn er zur Verteidigung des Weltreiches immer noch notwendig war. Aber bis zum endg\u00fcltigen Untergang des r\u00f6mischen Reiches dauerte es ja immer noch einige hundert Jahre, wenn man die sp\u00e4teren christlichen Kaiser ab Konstantin noch weiterhin dazu rechnet.<\/p>\n<p><strong>Das alles findet man in den Lucilius-Briefen?<\/strong><\/p>\n<p>Die Lucilius Briefe lesen sich tats\u00e4chlich wie eine versteckte Apologie der christlichen Werte und Lebensform. Viele Ideen darin sind neu und christlich: die Ablehnung der milit\u00e4rischen oder politischen Gewalt, die stoische Moral samt dem Bekenntnis zur Monogamie oder die Ablehnung einer \u00fcbertriebenen Welt der Lust, der monotheistische Gottesglaube &#8211; es gibt nur noch einen Gott, und dieser Gott ist nur geistig erkennbar, nicht sinnlich. Ich wiederhole mich. D.h. die r\u00f6mischen G\u00f6tter im Olymp werden alle nicht mehr erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p><strong>Warum passt Seneca so gut in unsere Gegenwart?<\/strong><\/p>\n<p><b><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b>Man kann vielleicht sagen: Senecas Ethik kann fast l\u00fcckenlos in unsere Gegenwart \u00fcbertragen werden. Sie entspricht sogar in gro\u00dfen Teilen den gegenw\u00e4rtigen Menschenrechten. Das bedeutet: Sie kann leicht \u00fcbertragen werden in unsere Zeit mit ihrem Luxus, voll Krieg, voll mit Gewalt und geistiger Desorientierung, um nicht von Verwirrung zu reden. Moralisch geht in unserer Gesellschaft, die doch irgendwie eine andere Art von Sklavenhalter-Gesellschaft immer noch ist, fast alles. F\u00fcr Familie oder Kinderkriegen setzen sich heute nur noch die Homosexuellen und der Papst ein.<\/p>\n<p>Nur das r\u00f6mische Gesetzeswesen, der Codex romanus, an dem ehrgeizig und sehr erfolgreich immer wieder gebaut worden ist und der in der gegenw\u00e4rtigen Gesetzgebung immer noch weiter lebt, hat das riesige r\u00f6mische Reich zusammen gehalten. Nicht zu vergessen auch das Milit\u00e4r.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>Was h\u00e4lt dann unsere westliche Gesellschaft noch zusammen?<\/strong><\/p>\n<p>Eben auch das Gesetz. Zwar leben wir selbst heute noch in einem Milit\u00e4rstaat mit Polizei und strengen Klassengegens\u00e4tzen, um nicht von Kasten wie in Indien zu reden. Auch zentrifugale Kr\u00e4fte der Aufl\u00f6sung und Trennung gibt es mittlerweile genug. Aber wir leben weiterhin in einem Rechtsstaat mit einer mehr oder weniger erfolgreichen Gewaltenteilung.\u00a0<\/p>\n<p>In der antiken Welt hat sich schlie\u00dflich auch die Schule der Stoa durchgesetzt, trotz der vielf\u00e4ltigen Sekten und Gruppierungen, die aus aller Welt in Rom eindrangen und auch dort geduldet worden sind. Nur gesetzestreu konnte diese multikulturelle Welt \u00fcberleben.<\/p>\n<p><strong>Rom war eine multikulturelle Gesellschaft?<\/strong><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich. Selbst die USA sind damit heute nicht zu vergleichen. Mit dem langsamen Absterben der griechischen G\u00f6tter wurde Rom \u00fcberschwemmt auch von ausl\u00e4ndischen Religionen. Besonders beliebt waren die \u00e4gyptischen Mysterien mit Isis und Osiris. Ein Erfolgsrezept der r\u00f6mischen Integrationsbem\u00fchungen<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>war die gro\u00dfz\u00fcgig gew\u00e4hrte Freiheit der Religionsaus\u00fcbung. Alle eroberten V\u00f6lker durften ihre Kulturen und Religionen behalten. Hatte man sich als einzelner im Staat verdient gemacht und bew\u00e4hrt, wurde man sogar r\u00f6mischer B\u00fcrger. Das war quasi ein Aufstieg in die herrschende Klasse, die wie heute auch eher sehr klein war. Die Geschichtsschreibung redet von nur wenigen zehntausend B\u00fcrgern (maskulin) mit B\u00fcrgerrecht. Die Einwohnerzahl Roms wurde zur Zeit Neros auf mehr als eine halbe Million gesch\u00e4tzt einschlie\u00dflich Zuwanderern, Sklaven und Kriegsgefangenen. Wichtig war nur, dass man seine Steuern an den Kaiser bezahlte und sp\u00e4ter dann auch dessen G\u00f6ttlichkeit akzeptierte &#8211; Dominus et Deus, Herr und Gott.<\/p>\n<p><strong>Die Religionsfreiheit galt aber nicht f\u00fcr die Christen im Untergrund.<\/strong><\/p>\n<p>Nein. Denn diese waren mit ihrer Weltanschauung eine existenzielle Bedrohung. Das hat der r\u00f6mische Staat sehr schnell erkannt. Dieser Kampf ging ja schlie\u00dflich noch fast 300 weitere Jahre lang.<\/p>\n<p><strong>Sie betonen immer wieder das r\u00f6mische Wohlleben.<\/strong><\/p>\n<p>Ja, es gef\u00e4llt mir. Sehen Sie sich nur die r\u00f6mischen Villen etwa im linksrheinischen Gallien an, im Dreil\u00e4ndereck-Eck Saarland, Luxemburg, Frankreich, wie perfekt und sinnvoll sie gebaut sind.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0Gedacht f\u00fcr Gro\u00dffamilien und eine direkte Antithese zu den gegenw\u00e4rtigen Ein-Kind-Familien im Ein-Zimmer -Appartement und ohne Mann.<\/span><\/p>\n<p>Auch Senecas Privatleben ist irgendwie vorbildlich. Mit einem Privat-Trainer hat er jeden Tag selbst noch als Sechzigj\u00e4hriger in der Fr\u00fch Sport getrieben. Wie alle R\u00f6mer war er w\u00e4hrend oder nach der gro\u00dfen Mittagshitze und<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>vor dem<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Abendessen im heimischen oder \u00f6ffentlichen Bad, in den Termen. T\u00e4glich! Dort gab es Sport, Lesestuben, Klatsch und Tratsch und so fort. Vielleicht auch Sex. Das Abendessen, mehr oder weniger opulent und manchmal mit einem gro\u00dfen Angebot an Unterhaltung, Kunst und auch Vergn\u00fcgungsm\u00f6glichkeiten, Sex, gab es nach 16:00 Uhr. <br \/>Arbeit, f\u00fcr die Oberschicht meist Verwaltungsarbeit, war immer in den Morgenstunden zu erledigen. Danach war genug Zeit f\u00fcr Mu\u00dfe, Unterhaltung, Gespr\u00e4che, Sport\u2026Mit Sonnenuntergang ist man zu Bett gegangen und mit Sonnenaufgang wieder aufgestanden. Also jeden Tag zu einer anderen Tageszeit. Die Stunde des Pan, Geschlechtsverkehr, \u00a0war \u00fcbrigens um die Mittagszeit.<\/p>\n<p><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Das, was ich jetzt gesagt habe, ist nat\u00fcrlich nur idealtypisch wahr. Die Wirklichkeit war oft ganz anders. Vor allem r\u00fcckten die zahlreichen Kriege oft sehr nahe an die Hauptstadt heran. Aber auch Ciceros Atticus-Briefe schildern anschaulich das r\u00f6mische Wohlleben, das eine gute Mitte zwischen Anspannung am Vormittag und Entspannung (\u201eMu\u00dfe\u201c) nachmittags bietet. Ob er f\u00fcr den gro\u00dfen Park seiner Villa am Meer eine neue Statue kaufen soll, fragt Cicero seinen besten Freund Atticus. Kunst war also ebenfalls wichtig.<\/p>\n<p><strong>Wir sind in einem Milit\u00e4rstaat, in einer Milit\u00e4rdiktatur. Hat sich Seneca dazu ge\u00e4u\u00dfert?<\/strong><\/p>\n<p>Wohlweislich nicht. Wie \u00fcbrigens alle antiken Philosophen. Gegen das Milit\u00e4r hat er sich ebensowenig gestellt wie auch Platon oder andere Intellektuelle der Zeit. Ein Pazifismus wie heute war undenkbar, unvorstellbar. Mit Ausnahme vielleicht von Epikur und seiner Schule, der einen seiner Imperative \u201e<i>Lebe im Verborgenen\u201c<\/i> propagierte und praktizieren konnte. Das alles, also die Neueinsch\u00e4tzung und B\u00e4ndigung von Gewalt sowie der Versuch einer Domestizierung der m\u00e4nnlichen Sexualit\u00e4t (Phallokratie) blieb dem Christentum vorbehalten. Vergeblich, wie ich schon eben gesagt habe. Die Todesopfer sind noch viel gr\u00f6\u00dfer geworden in den Kriegen der letzten 2000 Jahre. Man sticht zwar nicht mehr mit Schwertern und Lanzen aufeinander ein. Tausende von Leichen vermodern nicht mehr auf den Schlachtfeldern. Aber ein Knopfdruck im Flugzeug kann noch viel mehr Menschen t\u00f6ten und ganze Landschaften wie St\u00e4dte von heute auf morgen ausl\u00f6schen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>Sie haben sich an anderer Stelle positiv \u00fcber den sp\u00e4tantiken Kaiser Julian ge\u00e4u\u00dfert. Warum?<\/strong><\/p>\n<p>Kaiser Julian war einer der letzten, der das Rad der Geschichte aufhalten, ja sogar zur\u00fcckdrehen und den Hellenismus wieder reaktivieren wollte einschlie\u00dflich der antiken G\u00f6tter. Seine Briefe sind meiner Meinung nach einige der bewegendsten Zeugnisse der Antike, die ich kenne. Ich sch\u00e4tze diesen Kaiser sehr, seine tragische Ratlosigkeit und Gebrochenheit.\u00a0<span style=\"font-size: inherit;\">Dennoch war er ein Kaiser voll Toleranz, St\u00e4rke und christlicher Menschlichkeit. \u00c4hnlich wie auch Marc Aurel, der<\/span>\u00a0 <span style=\"font-size: inherit;\">letzte Stoiker auf dem Kaiserthron.\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Julian war \u201epostmodern\u201c, w\u00fcrde man heute sagen: ein Kosmopolit und Nostalgiker, der sogar noch um 360 die antiken G\u00f6tter wieder aufleben lassen wollte (4). Der gleichzeitig aber auch das neu entstandene Christentum akzeptiert hat. Das jedoch dieses Musterbeispiel von Toleranz und Bilateralismus in seinem zu Beginn sehr dogmatischen religi\u00f6sen Fanatismus als eine neue Art von Teufel diffamiert und als Apostat (\u201eder Abtr\u00fcnnige\u201c ) ins geschichtliche Dunkel ger\u00fcckt<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>hat.<\/p>\n<p><strong>Kommen wir zum Schluss. Sie haben im Vorgespr\u00e4ch zu diesem Interview angedeutet, dass Sie mit dem Blog-Schreiben aufh\u00f6ren m\u00f6chten. Warum?<\/strong><\/p>\n<p>Ich denke, auch mein Schreiben kommt an ein Ende. Es gibt nun mehr als 345 Blogeintr\u00e4ge, die ich als Buch jetzt ver\u00f6ffentlichen m\u00f6chte. Quasi als das Dokument einer Zeit, die ebenfalls wieder an einem Wendepunkt angekommen ist. Ich bin mir nicht sicher, ob sich das B\u00fccher-Schreiben, das B\u00fccher-Lesen in der jetzigen Form noch wird halten k\u00f6nnen. Ob wir Schreiber nicht auch aussterben werden wie die mittelalterlichen M\u00f6nchs-Schreiber vor dem neuen Zeitalter des Buchdrucks.<\/p>\n<p><strong>Deshalb dieser Titel?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Ja. \u201eDas letzte Buch\u201c, so lautet der Titel in Anlehnung an Maurice Blanchots \u201eDer letzte Mensch\u201c. Es ist die Summe des gegenw\u00e4rtigen philosophischen Denkens jenseits von Fachdisziplinen wie Analytische Philosophie, Sprachphilosophie, Wissenschaftstheorie, Kritische Theorie etc. Ich versuche, die immer wieder von mir geforderte allgemeine, das ist auch journalistische Sprache im Sinne Montaignes einzuhalten und das Fach-Philosophische \u00a0zu vermeiden. Die Aufs\u00e4tze ver\u00f6ffentliche<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>ich in der Reihenfolge, wie sie entstanden sind. Also mit unterschiedlicher Themensetzung, Poesie wechselt mit Kunst und Musik, Sprachphilosophie oder Wissenschaftstheorie trifft die Popkultur, Geschichte wiederholt sich in der Gegenwart \u00a0und so fort. Ein richtiger Gemischtwaren-Laden. Es h\u00e4ngt nat\u00fcrlich auch damit zusammen, dass ich gegenw\u00e4rtig das Musizieren und Komponieren spannender und wichtiger finde als das B\u00fccher-Schreiben f\u00fcr einen nur kleinen Leserkreis.<\/p>\n<p>Ganz fr\u00fch und zu Beginn meiner von Alexey Chibakov immer wieder unterst\u00fctzten Blog-Aktivit\u00e4t im Fr\u00fchjahr 2014 habe ich schon die Frage zu beantworten gesucht, auch sp\u00e4ter in den englischen \u00dcbersetzungen von Andrew Walsh, warum ich ein R\u00f6mer bin (5). In unserem Gespr\u00e4ch jetzt habe ich es wieder zu beantworten versucht. Dabei ist es geblieben: Ich bin immer noch ein R\u00f6mer.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Eigentlich ganz gerne.<\/p>\n<p><strong>Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n<p><span class=\"Apple-converted-space\"><b><i>Seneca, Briefe an Lucilius, Lateinisch-Deutsch \u00a02 B\u00e4nde (Reclam)<\/i><\/b><\/span><\/p>\n<p><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p>1 Tacitus, <strong>Annalen, Historien<\/strong> in: S\u00e4mtliche Werke (Phaidon)<\/p>\n<p><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Sueton, <strong>Kaiserbiographien<\/strong> (Aufbau-Verlag 1985)<\/p>\n<p>2 Seneca, <strong>Briefe an Lucilius<\/strong> \u00fcber Ethik, 2 B\u00e4nde Latein\/Deutsch<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>(Reklam 2014 Nr.19522)<\/p>\n<p>3 Tiefenpsychologisch interessant und Freudianisch gedacht, was die K\u00f6rper-und Lustfeindlichkeit des Christentums betrifft, ist der heftige Kampf des Apostels und intellektuellen Vordenkers Paulus in seiner syrischen Heimat f\u00fcr und dann gegen die Beschneidung. Sie wurde auch bei erwachsenen M\u00e4nnern durchgef\u00fchrt. Ich denke, aus dieser negativen Erfahrung heraus &#8211;\u00a0der Jude und r\u00f6mische Staatsb\u00fcrger Paulus war vielleicht deswegen traumatisiert wie Platon 500 Jahre vorher durch eine vielleicht ungl\u00fccklich erlittene P\u00e4derastie &#8211; lassen sich die Wurzeln der christlichen Sexuallehre bis auf den heutigen Tag herleiten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<br \/><br \/>Andererseits wurde bereits in der antiken griechischen Mythologie ein Sterblicher get\u00f6tet, weil er die G\u00f6ttin Artemis nackt gesehen und beobachtet hatte. DasThema Nacktheit und Sex stellt in unserer abendl\u00e4ndischen Kultur ein sehr ambivalentes Thema immer wieder dar. Sogar der griechische G\u00f6tterhimmel war voller Ambivalenzen.<\/span><\/p>\n<p>4 Kaiser Julian der Abtr\u00fcnnige<b>, <\/b><strong>Briefe <\/strong>(Artemis 1971)<\/p>\n<p>5 Reinhold Urmetzer, <strong>On Seduction<\/strong>. Ins Englische \u00fcbersetzt von Andrew Walsh. 3 B\u00e4nde.<\/p>\n<p><strong>On Seduction 1<\/strong> ISBN 978-3-7439-4502-<\/p>\n<p><strong>On Seduction 2<\/strong> ISBN 978-3-7482-6900-<\/p>\n<p><strong>On Seduction 3<\/strong> erscheint demn\u00e4chst<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-twitter nolightbox\" data-provider=\"twitter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" title=\"Share on Twitter\" href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?url=https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog&#038;text=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px;margin-right:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"twitter\" title=\"Share on Twitter\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/twitter.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-mail nolightbox\" data-provider=\"mail\" rel=\"nofollow\" title=\"Share by email\" href=\"mailto:?subject=345%20%C3%9Cber%20Seneca%20%E2%80%93%20Warum%20ich%20ein%20R%C3%B6mer%20bin%281%29&#038;body=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20:%20https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"mail\" title=\"Share by email\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/mail.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was lange w\u00e4hrt&#8230; Ja, ich habe lange Zeit einen gro\u00dfen Bogen um Seneca gemacht. 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