{"id":11748,"date":"2021-09-29T15:37:40","date_gmt":"2021-09-29T15:37:40","guid":{"rendered":"http:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=11748"},"modified":"2025-04-08T07:48:35","modified_gmt":"2025-04-08T05:48:35","slug":"346-begegnung-mit-der-antike-vi-warum-ich-ein-roemer-bin2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=11748&lang=de","title":{"rendered":"346 Begegnung mit der Antike (VII) &#8211; Warum ich ein R\u00f6mer bin(2)"},"content":{"rendered":"\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u201eSatyricon\u201c, die satirisch-\u00fcberspitzte Zeitschilderung aus dem r\u00f6mischen Reich des ersten Jahrhunderts nach Christus, wird immer wieder und weiterhin angeklickt (im Blog die Nr.25). Vielleicht wird damit gew\u00fcnscht, dass ich etwas zu diesem Text sage oder weitere Erl\u00e4uterungen hinzu f\u00fcge.<\/p>\n<p>Wir sind im Zeitalter Neros, nur wenige Jahre entfernt von seinem Sturz und auch dem erzwungenen Selbstmord des Satyricon-Schreibers Petronius.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><span style=\"font-size: inherit;\">Ebenso wie Seneca hat er sein Leben mit Freitod beenden m\u00fcssen auf Befehl des Kaisers.\u00a0<\/span>Vier Aspekte will ich in diesem Zeitalter heraus stellen, die dominierend waren und auch heute m.E. immer noch dominierend sind:<\/p>\n<p>I) den Aspekt der Intellektualit\u00e4t,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 \u00a0<\/span><\/p>\n<p>II) den Aspekt der Aggressivit\u00e4t,<\/p>\n<p>III) den der Sexualit\u00e4t, das hei\u00dft auch des Sexismus, und<\/p>\n<p>IV) den der geistigen Desorientierung.<\/p>\n<p>Alle diese vier Punkte sind m. E. in der Gegenwart ebenso wirksam geblieben oder wieder vorzufinden wie in der Vergangenheit. Wir alle sind R\u00f6mer. (1)<\/p>\n<p>I<\/p>\n<p>Die Intellektualit\u00e4t hatte in der r\u00f6mischen Antike eine \u00fcberw\u00e4ltigende Bedeutung, war fast wichtiger als Reichtum oder ein aristokratischer Stammbaum.\u00a0<br \/><span style=\"font-size: inherit;\">Es l\u00e4sst sich am Beispiel Caesars und fast aller seiner direkten Nachfolger nachweisen, dass es f\u00fcr eine \u00f6ffentliche Person absolut notwendig war, ein Redner zu sein, \u00f6ffentlich, das hei\u00dft im Senat der Oberschicht, sprechen<\/span><span style=\"font-size: inherit;\">\u00a0und argumentieren\u00a0<\/span><span style=\"font-size: inherit;\">zu k\u00f6nnen. Am besten sogar rhetorisch, historisch und philosophisch geschult als Jurist in allgemein zug\u00e4nglichen Prozessen, die immer eine gro\u00dfe Aufmerksamkeit der Bev\u00f6lkerung auf sich zogen. Denn die Einhaltung und Weiterentwicklung der Gesetze, auf die man zu Recht besonders stolz war, und das Durchsetzen eben dieser Gesetze weltweit im gro\u00dfen Imperium durch Gerichte und die Staatsgewalt nur garantierten den Bestand und das \u00dcberleben der r\u00f6mischen Gesellschaft.<\/span><\/p>\n<p>Eine solch wichtige Person in der \u00d6ffentlichkeit zu sein bedeutete, zur Oberschicht und damit zur herrschenden Klasse zu geh\u00f6ren. Ich bin ein r\u00f6mischer B\u00fcrger mit B\u00fcrgerrecht, bin kein Sklave, kein Ausl\u00e4nder, Migrant oder Zugewanderter, auch kein Freigelassener. Das bedeutet: Nur eine kleine Anzahl von Menschen der Oberschicht waren zur Mitbestimmung in der Gesellschaft angesprochen, das hei\u00dft bei einer Einwohnerzahl von ca. einer halben Million Menschen im Rom um 100 nach Chr.gab es sch\u00e4tzungsweise nur 30 000 wirkliche R\u00f6mer. Nur diese kleine aristokratische Schicht hatte auch ein Anrecht auf juristischen Schutz vor Gericht, dem als letzte Instanz und bei schweren Verbrechen der Kaiser pers\u00f6nlich vorstand.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Schwere Verbrechen waren Frevel gegen die G\u00f6tter, Ehebruch und Unsturzversuch. Diebstahl wurde so streng geahndet wie Mord und Totschlag, n\u00e4mlich mit dem Tod. Gef\u00e4ngnisse gab es wenige, und wenn nur als Vorbereitung auf eine Hinrichtung, die immer sehr schnell und oft &#8220;mit kurzem Prozess&#8221; vollzogen wurde. \u00dcber Sklaven im Haushalt konnte \u00a0frei und willk\u00fcrlich verf\u00fcgt werden bis hin zur drakonischen Bestrafung mit dem Tod. Caesar als Konsul wurde im Senat vorgehalten, er habe einen (Lieblings)-Sklaven aus Eifersucht ungerechtfertigter Weise hinrichten lassen.<\/p>\n<p>Die oberste Instanz war der Kaiser. Der Senat unter Caligula hatte bis zu tausend Mitglieder (allesamt nur M\u00e4nner; man mag sich in vieler Hinsicht tats\u00e4chlich ein arabisches Emirat vorstellen). Dieser hatte jedoch nur eine beratende Funktion. Dennoch spielten sich im Parlament heftige Debatten ab, die mitgeschrieben und ver\u00f6ffentlicht wurden. Man musste \u00a0zweisprachig gebildet und informiert sein, die Werke der Vergangenheit in Griechisch und Latein kennen, lesen, verstehen und diskutieren k\u00f6nnen. Man musste \u00a0also ein universal gebildeter Intellektueller sein.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Auch<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>geistige Kreativit\u00e4t geh\u00f6rte mit dazu. Gern gesehen waren Staatsm\u00e4nner als Lyriker, Theaterschreiber, Reden-Schreiber. \u00c4hnlich wie heute vielleicht nur noch in Frankreich. Ungern gesehen waren Politiker wie Nero als Schauspieler, Musiker oder gar Sportler oder K\u00e4mpfer in der Arena. Caesar war ein vorbildlicher Literat: er schrieb Berichte \u00fcber seine Feldz\u00fcge, diskutierte sprachphilosophische Probleme mit Cicero und war in vieler Hinsicht auch ein Sch\u00f6ngeist. Auf seinen Feldz\u00fcgen musste immer ein ganz besonderer MosaikTeppich in seinem Lager und Zelt mitgef\u00fchrt werden. \u00dcber seinen Spanien-Krieg hat er sogar ein langes Poem verfasst.\u00a0Wohingegen sein Adoptivsohn und <em>Puer delicatus<\/em> im Feld Oktavian als sp\u00e4terer Kaiser Augustus nur einige wenige Zeilen zustande brachte. Besonders literarisch bekannt wurde der Kaiser Marc Aurel, dessen philosophische Betrachtungen die stoische Popul\u00e4r- Philosophie weltber\u00fchmt machten bis auf den heutigen Tag.<\/p>\n<p>II\/III<\/p>\n<p>Ein weiterer wichtiger Aspekt im Zusammenleben eines R\u00f6mers mit B\u00fcrgerrecht war die Tatsache, dass im Bereich der Sexualit\u00e4t alles ging, wenn auch nicht \u00f6ffentlich. M\u00e4tressen, Konkubinen, Sex mit Sklavinnen und Sklaven &#8211; alles war m\u00f6glich, wenn auch nicht immer akzeptiert (wie heute auch). Ehebruch war jedoch aus Gr\u00fcnden einer streng und eifrig gepflegten Genealogie pro forma und per Gesetz zu allen Zeiten streng verboten; nur haben sich die M\u00e4nner weniger daran gehalten. Warum Sexualit\u00e4t und das Schreiben \u00fcber Sexualit\u00e4t gar bis auf den heutigen Tag vielerorts tabuisiert wird, das ist eine weiterhin noch offene Frage.<\/p>\n<p>Im 1. Jahrhundert nach Christus haben es die Herrscher und Kaiser ihrer Bev\u00f6lkerung im Sexuellen vorgemacht: Caesar war jedermanns Frau und Mann (sangen seine Soldaten in einem Triumphzugs-Lied); Augustus-Oktavian verkaufte sich als achtzehnj\u00e4hriger\u00a0<em>Puer delicatus\u00a0<\/em>im Spanien-Feldzug unter seinem Onkel Caesar f\u00fcr viel Geld an einen General und sp\u00e4teren Konsul. Caligula trieb es angeblich mit einem Pferd (zumindest musste man es wie ihn als Gottheit anbeten); Nero heiratete einen Lustsklaven und lie\u00df sich als Frau von einem anderen vergewaltigen; Tiberius trieb es auf seiner Lustinsel Capri mit Kindern und General Galba, der sp\u00e4tere Kaiser nach Nero, &#8221; k\u00fcsste leidenschaftlich seinen Geliebten und erbat sich augenblicklich seine Gunst\u201c, als er in Spanien die Nachricht von Neros Tod \u00a0erhielt (Tacitus). Ganz zu schweigen von Domitian, der sogar das Abbrennen von Geschlechtsteilen seiner Opfer als neue FolterMethode erfand.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Das Christentum mit seiner revolution\u00e4ren Lehre von Askese und Feindesliebe war angesichts solcher Exzesse eine Notwendigkeit, die nach den Gesetzen der Evolution oder auch der isosthenischen Logik sich hat entwickeln m\u00fcssen.\u00a0Liebe im heutigen christlich-f\u00fcrsorglichen oder romantischen Sinne gab es kaum. <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Vorherrschend war in dieser immer gewaltbereiten M\u00e4nnerwelt die m\u00e4nnliche Triebbefriedigung, der Sex. Das hei\u00dft es herrschte in dieser Welt, die immer militaristisch-aggressiv, also hyper-emotionalisiert war, der reine Sexismus. Wobei in meinem Denken jede Art von Emotion den Sexualtrieb beim Mann (nur beim Mann) evozieren kann (2). Der soldatische, also auch sexistische \u00a0Mann mit aggressiven Gef\u00fchlen den Mitmenschen gegen\u00fcber wurde in Rom wie in jeder Diktatur auch permanent trainiert, das hei\u00dft seit der \u00a0Jugend anerzogen, konditioniert. Etwa durch die Oberschicht-P\u00e4derastie oder grauenhafte Zirkus- und Gladiatorenspiele (\u201eGrauenhaft\u201c ist schon mein christlich konnotiertes Verst\u00e4ndnis des Begriffs).<\/p>\n<p><span style=\"font-size: inherit;\">Auch bei den Frauen der r\u00f6mischen Oberschicht, selbstbewusst-\u201eemanzipiert\u201c, wie sie manchmal waren und finanziell gut abgesichert in einer Gro\u00dffamilie mit dem allm\u00e4chtigen Pater familias als Oberhaupt an der Spitze, gab es Sexismus (Nymphomanie) auch lesbischer Art.<\/span>\u00a0 <span style=\"font-size: inherit;\">Abtreibungen konnten leicht vorgenommen werden, das Aussetzen der Kinder an eigens daf\u00fcr vorgesehenen Orten war m\u00f6glich.<\/span><span style=\"font-size: inherit;\">Wichtig war aber vor allem, dass Nachkommenschaft gezeugt wurde. Warum?<\/span>\u00a0<\/p>\n<p>Unsterblichkeit, eine beeindruckende Genealogie, also einen langen Stammbaum in der Tradition zu besitzen, der vielleicht wie bei Caesar auf die G\u00f6ttin Venus zur\u00fcck ging<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0(<\/span><span style=\"font-size: inherit;\">3),\u00a0<\/span>das war neben dem Wohlleben in Luxus und Lust &#8211; dazu geh\u00f6rte auch eine vorbildliche K\u00f6rperert\u00fcchtigung mit Work- Life Balance, Sport, t\u00e4glichem Thermenbesuch und Bildung der Jugend &#8211; \u00a0ein wesentliches Lebensziel. Unsterblichkeit gab es jedoch nur mit Kindern des K\u00f6rpers oder des Geistes.<\/p>\n<p>IV<\/p>\n<p>Theologisch<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>glaubte man ab einem bestimmten Zeitpunkt an gar nichts mehr. Das hei\u00dft auch in Rom: alles geht! Nicht nur in der Moral. Es gab \u00e4gyptische Tier-Gottheiten neben dem monotheistischen Gott der Christen, es gab indische Derwische und weiterhin die f\u00fcr die Allgemeinheit immer unglaubw\u00fcrdiger werdenden G\u00f6tter im Olymp, die\u00a0sich bek\u00e4mpften, voller Ambivalenz und Widerspr\u00fcchlichkeit handelten und gerade keine Vorbilder, keine G\u00f6tter mehr waren.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Man glaubte unter den Intellektuellen gerade nicht mehr an die Allmacht oder Unfehlbarkeit der G\u00f6tter. Es gab zwar pro forma immer noch Rituale, Gottesdienste, Opfer. Und wenn man dagegen verstie\u00df, war die Wut und Rache der einfachen Bev\u00f6lkerung einem sicher. Aber einen einheitlichen Glauben an die G\u00f6tter im Olymp gab es trotz zahlreicher Tempel nicht mehr.<\/p>\n<p>Es gab weiterhin hoch angesehene Priester, etwa den Pontifex Maximus (heute Papst genannt), eine Position, die man als Politiker vor\u00fcbergehend einnehmen musste, wenn man Karriere machen wollte. Selbst Cicero war kurzzeitig ein Pontifex Maximus und sich nicht zu schade, aus den Innereien der Opfertiere oder dem Flug der V\u00f6gel die Zukunft voraus zu sagen. Aber zum allgewaltigen Zeus betete niemand mehr.(4)\u00a0<span style=\"font-size: inherit;\">Man glaubte auch nicht an eine Auferstehung oder Wiedergeburt. Man ging in die Unterwelt und dort verlief sich alles im weiten Reich der M\u00e4rchen und Mutma\u00dfungen. Nichts Gewisses war gewiss.<br \/><\/span><span style=\"font-size: inherit;\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 *<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: inherit;\">Und wie steht es nun mit unserer Zeit? Wenn ich doch wiederholt behaupte, dass ich ein R\u00f6mer bin, wir alle im r\u00f6mischen Reich der Neuzeit leben w\u00fcrden? &#8211; Alle die oben genannten Exzesse haben sich bis auf das Thema Knabenliebe (P\u00e4derastie) gehalten, durchgesetzt, sogar verst\u00e4rkt: Intellektualit\u00e4t, Aggressivit\u00e4t, Sexismus, Personenkult und Desorientierung werden im jetzigen Zeitalter des Post-Liberalismus, wenn auch achselzuckend, akzeptiert. Es muss ja nicht unbedingt ein Pferd sein, mit dem man es gerade treibt.<\/span><\/p>\n<p>Und was h\u00e4lt dieses unser Reich zusammen, wenn nicht mehr die Moral? &#8211;\u00a0<span style=\"font-size: inherit;\">Das Gesetz, das Gesetzeswesen, glaube ich. Samt den polizeistaatlichen Durchsetzungs-und Gewalt-Ma\u00dfnahmen. Ein Codex von Gesetzen, an dem wie in der Antike weiterhin gefeilt, verbessert, gearbeitet wird bis auf den heutigen Tag. \u00c4hnlich auch die subtile Weiterentwicklung von Polizeigewalt und Manipulierungsma\u00dfnahmen der Bev\u00f6lkerung durch das Internet.<\/span><\/p>\n<p>Eine universelle Gesetzgebung zeichnet sich bereits ab. Der Zeitgeist einzelner V\u00f6lker und Staaten w\u00e4chst immer mehr zu einem universalen Weltgeist im Sinne Hegels zusammen mit einer einheitlichen Sprache, mit einheitlichen Gesetzen und einer allgemein akzeptierten Moral. Kein Widerspruch sind in diesem Entwicklungsprozess die zentripetalen Kr\u00e4fte mancher Nationalstaaten gegenw\u00e4rtig, die vergeblich auf ihre Eigenst\u00e4ndigkeit hoffen und den universalen Zusammenschluss zu verhindern suchen.\u00a0Die Entwicklung der Technik und der allgemeinen Gesellschafts-Steuerung ist m.E. jedoch bereits schon so weit fortgeschritten, dass es kein dauerhaftes Zur\u00fcck mehr geben kann.<\/p>\n<p>Zahlen und Berechnungen, also Digitalit\u00e4t, steuern mittlerweile fast ganz unser Wohlverhalten, unsere Kommunikation und bringen nicht zuletzt auch unsere Kommunikationsf\u00e4higkeit erheblich aus dem Gleichgewicht. Das Lesen, Schreiben und Sprechen wird trotz einer umfassenden \u201eWikipedisierung\u201c immer\u00a0 reduzierter, verk\u00fcrzt-floskelhafter, auch und gerade in den politischen Parlamenten der zur Mitbestimmung aufgerufenen\u00a0 Menschen und V\u00f6lker. Die Sprache wird immer machtloser. Das Zeitungs- und B\u00fccherlesen stirbt. Ebenso die Philosophie, die vielerorts nur noch als Philosophy of Science akzeptiert wird. Selbst das Unterrichten von Philosophie wird mancherorts bereits eingestellt. \u00a0Ich rede deshalb gern von einer Verk\u00fcmmerung, wenn nicht sogar von einer Verkr\u00fcppelung dieser menschlichen Denk-F\u00e4higkeit, wenn nicht sogar des ganzen Menschen. Verk\u00fcmmert das Denken, verk\u00fcmmert die Sprache &#8211; es verk\u00fcmmert der Mensch.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>1\u00a0Lekt\u00fcre: Tacitus (literarisch, dunkel), Sueton (leichter lesbar), Cassius Dio (sehr ausf\u00fchrlich, leichter lesbar). Alle drei Historienschreiber widersprechen sich selten. Das hei\u00dft: sie k\u00f6nnten sich alle drei auf eine einzige Quelle berufen haben. Zumal ihre B\u00fccher bis zu 100 Jahre sp\u00e4ter geschrieben worden sind. Oder ganz einfach: Sie schreiben die Wahrheit!\u00a0<\/p>\n<p>2 Ich denke, dass es, um den weithin verbreiteten Sexismus der M\u00e4nner zu verstehen, eine direkte Linie gibt von Emotionen wie Aggressivit\u00e4t, Trauer, Freude hin zur Libido und dem Wunsch nach Befriedigung, also Orgasmus. Auch Neurotiker besitzen eine \u00fcbersteigerte Emotionalit\u00e4t,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>die zu einer starken Triebhaftigkeit f\u00fchrt. Und wer wird in einer Milit\u00e4rdiktatur mit ihren allt\u00e4glichen Traumatisierungen nicht neurotisch?<\/p>\n<p>3 Bei\u00a0dem Juden Jesus Christus musste es kein geringerer als K\u00f6nig David sein. \u00a0\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-size: inherit;\">4 <\/span><span style=\"font-size: inherit;\">Julian Apostata, ein sp\u00e4ter r\u00f6mischer Kaiser, der mir von allen am sympathischsten ist, wollte noch einmal auf friedliche Art und Weise den alten olympischen Glauben restaurieren &#8211; vergeblich. Das Christentum war mittlerweile zu stark geworden.<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-twitter nolightbox\" data-provider=\"twitter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" title=\"Share on Twitter\" href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?url=https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog&#038;text=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px;margin-right:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"twitter\" title=\"Share on Twitter\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/twitter.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-mail nolightbox\" data-provider=\"mail\" rel=\"nofollow\" title=\"Share by email\" href=\"mailto:?subject=346%20Begegnung%20mit%20der%20Antike%20%28VII%29%20%E2%80%93%20Warum%20ich%20ein%20R%C3%B6mer%20bin%282%29&#038;body=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20:%20https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"mail\" title=\"Share by email\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/mail.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 \u201eSatyricon\u201c, die satirisch-\u00fcberspitzte Zeitschilderung aus dem r\u00f6mischen Reich des ersten Jahrhunderts nach Christus, wird immer wieder und weiterhin angeklickt (im Blog die Nr.25). 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