{"id":12101,"date":"2022-02-27T10:43:57","date_gmt":"2022-02-27T10:43:57","guid":{"rendered":"http:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=12101"},"modified":"2025-03-21T22:28:21","modified_gmt":"2025-03-21T21:28:21","slug":"345-wieder-gelesen-ueber-diktatur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=12101&lang=de","title":{"rendered":"349 Wieder gelesen: \u00dcber Diktatur"},"content":{"rendered":"\n<p>In den Bl\u00fctezeiten der Antike, die es wohl auch gegeben haben mag, w\u00e4hlte in gro\u00dfer Not \u201edas Volk\u201c, wer auch immer das war, einen Diktator. Dieser besa\u00df f\u00fcr eine genau festgelegte Zeit das unumschr\u00e4nkte Recht, mit autorit\u00e4rer Gewalt und Alleinherrschaft einen Krieg durchzuf\u00fchren. Nach diesem Krieg war er jedoch verpflichtet, seine Macht wieder abzugeben an den Senat oder an das Volk. Gelegentlich ist dies auch geschehen. Die Weigerung Caesars hat jedoch diese 500 Jahre alte Tradition in Rom zu Ende gef\u00fchrt.&nbsp;Mittlerweile hat sich in der Weltgeschichte durchgesetzt, dass die Diktatoren gerade nicht dazu bereit waren, ihre Macht abzugeben, weil sie zu viel zu verlieren hatten. Nicht zuletzt drohte ihnen eine lebenslange Haft oder sogar der Tod. Das gilt zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt auch f\u00fcr das \u00f6stliche Imperium samt seinen Vasallen und Geld-Herrschern, die mittlerweile alle sehr viel zu verlieren haben.Noch mehr hat aber das gesamte Volk zu verlieren unter einer Willk\u00fcr-Herrschaft, die keine konstruktive Kritik ertr\u00e4gt, eine Kritik, die sogar gelegentlich Isosthenien, also die Gleichwertigkeit der Argumente, mit einschlie\u00dfen mag. Denn weite Teile der Bev\u00f6lkerung sind&nbsp;\u00fcberall in der Welt mittlerweile durch ausgekl\u00fcgelte Techniken der Propaganda und Des-Information indoktriniert, fanatisiert, \u201egehirngewaschen\u201c und ver\u00e4ngstigt.<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp;Diese <u>Konditionierung-Taktik <\/u>ganz im Sinne Orwells&nbsp;wirkt so stark und&nbsp;<\/span><span class=\"Apple-converted-space\">all\u00fcberall, dass die Menschen blindlings wie die Lemminge in den Abgrund gehen, zu gehen gezwungen sind. Es ist schrecklich.&nbsp;<\/span>Presse und Medien verst\u00e4rken \u00fcber das Internet in noch nie da gewesenem Ausma\u00df das Durcheinander in der Wahrheitsfrage. <br \/>Das gilt in erheblichem Umfang auch f\u00fcr die KLIMA- oder COVID-Krise, wo in Fragen von Wahrheit und Hilfestellung sogar Wissenschaft und Wissenschaftlichkeit vollkommen zerstritten, auch unglaubw\u00fcrdig geworden sind. Wer wei\u00df schon genau in den Fragen der Impfung, was richtig, was falsch sein kann sub specie aeternitatis, \u201eunter dem Aspekt der Ewigkeit\u201c? Unser Sohn, er arbeitet am Institut f\u00fcr Immunologie der Universit\u00e4t San Francisco, glaubt sogar &nbsp; an eine verbreitete HIV-Infektion mancher Geimpfter&nbsp;&#8211; also eine Krankheit des Immunsystems &#8211; in wenigen Jahren, weil das injizierte Speick-Protein geradezu &nbsp;sch\u00e4dlich f\u00fcr das Immun-System sei. Ganz zu schweigen von den wissenschaftlichen Streitigkeiten und Unklarheiten in Sachen Klima &#8211; dass die Ursachenforschung in Fragen der &nbsp;Klima-\u00c4nderung, woran niemand zweifeln wird, noch voller Widerspr\u00fcche und politisch motivierter Antithesen, auch Interessen steckt.&nbsp;<\/p>\n<p>In einer anderen Zeit und vor mehreren Jahren habe ich den nachfolgenden Aufsatz<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp; <\/span>\u00fcber Diktaturen ebenfalls schreiben m\u00fcssen, noch ganz unter dem Eindruck der islamistischen Bombenattentate von Paris und Br\u00fcssel. Ich war direkt mit einbezogen. Am Bahnhof in Br\u00fcssel ging fast kein Zug mehr, alles war abgesperrt und man wurde bei der Ausreise sehr stark kontrolliert. Wie froh war ich, endlich im Zug zu sitzen und abfahren zu&nbsp;k\u00f6nnen!&nbsp;\u00c4hnliches ist mir auch in meiner Jugendzeit passiert, wenn der einzige Zug am Tag den Budapester Ost-Bahnhof&nbsp;Keleti pu in Richtung Westen mit mir verlassen durfte und wehm\u00fctig-sehns\u00fcchtige Blicke am Bahnsteig ihm folgten. Mein Artikel ist<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp; <\/span>bis heute aktuell geblieben, ja er ist sogar noch aktueller geworden.<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp;<\/span>Die entscheidende Frage aber, wie man sich einer schlechten politischen Herrschaft erwehren, sie abwehren oder entfernen kann, diese entscheidende Frage war und ist leider auch in meinem Aufsatz nicht beantwortbar. Dass die Diktatoren der Gegenwart, die es ja \u00fcberall immer mehr und mehr gibt, freiwillig aufgeben, zur\u00fcck treten, ins Exil gehen, das ist sehr unwahrscheinlich geworden. Die skeptische Schule der Antike w\u00fcrde sagen: Abwarten, Gegens\u00e4tze&nbsp;aushalten, was sagen Tradition und geschichtliche Erfahrung. Die Stoiker propagierten ebenfalls das Aushalten einer schlimmen Situation und: Allein es gilt, unseren Garten zu bestellen (Voltaire). Die Epikureer empfehlen stattdessen: Versuche die Gegenwart zu genie\u00dfen und lebe im Verborgenen. Noch provokativer die Hedonisten um Aristipp: Suche die Lust und vergiss, Freud w\u00fcrde sagen: verdr\u00e4nge alles andere. Vor allem die Angst vor dem Tod.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Mein ganzes Leben lang habe ich immer nur den unblutigen Zusammenbruch von Diktaturen miterleben d\u00fcrfen. Ich denke an Griechenland, Portugal, Spanien, die Sowjetunion, an die DDR. Ich erinnere mich an L\u00e4nder, die es nicht so tierisch ernst nahmen mit der Unterdr\u00fcckung &#8211; etwa Polen, Jugoslawien; allen voran Ungarn, dessem unbezwingbaren Willen auch Ostdeutschland so viel zu verdanken hat. In Ungarn bin ich seit 1975 immer wieder gewesen, w\u00e4hrend ich der DDR und ihren Staatsb\u00fcrgern erst 1989 zum ersten Mal richtig begegnet bin. Trotz und gerade auch wegen meiner h\u00e4ufig sehr negativen Erfahrungen mit Besuchen und Kontrollen in Berlin, vor allem in Ost-Berlin.<\/p>\n<p>Die politischen &#8220;Befreiungsbewegungen&#8221; der NachkriegsZeit bek\u00e4mpften sowohl die Rechts- wie Links-Diktaturen. Rechts-Diktaturen wie in Spanien, Portugal und Griechenland implodierten ohne gro\u00dfes Aufsehen und Blutvergie\u00dfen, quasi wie ein Naturereignis. So kann es also auch gehen, dachte ich damals, geduldig bleiben, ausharren, warten bis diese Zeit zu Ende ist &#8211; dann kommt die neue Morgenr\u00f6te und ganz ohne Blut. Skeptisch blieb ich hingegen gegen\u00fcber \u201eBefreiungsbewegungen\u201c, wie sie sich international \u00fcberall in der Welt und mit gro\u00dfer politischer Unterst\u00fctzung etwa durch Maos China oder die UdSSR entwickeln konnten. Kann man sich solche blindw\u00fctig um sich schie\u00dfenden Fantasten und Fanatiker als kluge und bedachtsam abw\u00e4gende Staatslenker vorstellen, fragte ich mich? &#8211; Nein. Am allerwenigsten solche, die im Namen einer selbst ernannten &#8220;Avantgarde&#8221; gezielt Menschen &#8220;hinrichteten&#8221;, als ginge es um einen Tyrannen-Mord, der von wem legitimiert war? Nur vom eigenen Denken. Selbst wenn <strong>Jean Paul Sartre<\/strong> in seiner maoistischen Phase Sympathie zeigte f\u00fcr solche Menschen und Endzeit-Fanatiker, die auch&nbsp;<b>Dostojewski<\/b>&nbsp;bereits in ihrer ganzen Ambivalenz schon so treffend beschrieben hat.&nbsp;<\/p>\n<p><br \/>Der Widerstand gegen die Links-Diktaturen im Osten Europas war subtiler. Eine offene Auseinandersetzung im Sinne eines Krieges schloss sich infolge der Angst vor einem totalen atomaren Untergang aus. Also waren es die Mittel der Propaganda, sprich der Verf\u00fchrung durch lockende Werbe- und Filmbotschaften sowie durch Vertrauen bildende Ma\u00dfnahmen &#8211; miteinander sprechen, \u00c4ngste abbauen, \u00dcberzeugungsarbeit leisten.<br \/>In Erinnerung geblieben sind mir vor allem <strong>Willy Brandts<\/strong> Ostpolitik sowie der Einfluss der gr\u00fcnen Abgeordneten <strong>Petra Kelley<\/strong> bei ihren Besuchen in Moskau und mit ihrem direkten Einfluss auf den russischen Pr\u00e4sidenten <strong>Michail Gorbatschow<\/strong>. Beide haben einen nicht zu untersch\u00e4tzenden Beitrag f\u00fcr den unblutigen und friedlichen Zusammenbruch dieser Diktaturen geleistet. Wenn auch der Zusammenbruch des riesigen sowjetischen &nbsp;Reiches zu erheblichen KollateralSch\u00e4den gef\u00fchrt hat, die im Kleinen, etwa am Beispiel der Jugoslawien-Kriege, selbst in Europa zu beobachten waren und sind. Bis in die Gegenwart hinein (2022).<\/p>\n<p><br \/>Die Demokratie wurde in den kreisf\u00f6rmig angelegten antiken StaatsTheorien, etwa von <strong>Platon<\/strong> oder <strong>Aristoteles<\/strong>, immer notwendig von einer <strong>Diktatur<\/strong> abgel\u00f6st. Demokratie bedeutete aber in der Antike nicht Herrschaft des Volkes, geschweige denn eine Mitbestimmung der Frauen und Sklaven, die den Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung ausmachten. Demokratie war die Herrschaft einer kleinen Gruppe von M\u00e4nnern mit B\u00fcrgerrecht. Und das waren wenige. Nur sie waren wahlberechtigt und konnten gew\u00e4hlt werden. W\u00e4hrend vor der Demokratie eine kleine Elite von Aristokraten oder Geldmenschen(Oligarchen) den Staat dominierten und f\u00fchrten, kamen nun die Menschen auch der &#8220;Mittelschicht&#8221; zum Zug und zur Mitbestimmung. Entsprechend gro\u00df war das Parlament, Senat genannt, dem in Rom jeweils zwei Konsuln als Staatslenker vor standen.&nbsp;<\/p>\n<p><br \/>Aber auch die demokratische Staatsform f\u00fchrte schlie\u00dflich immer wieder zu Unruhe, Krieg und Gewalt, zu ausufernder Z\u00fcgellosigkeit im Inneren und Chaos. Sie f\u00f6rderte schlie\u00dflich eine Sehnsucht nach \u201egeordneten Verh\u00e4ltnissen\u201c, nach einem starken Mann, und all dies hatte dann die Diktatur wieder zur Folge. Mit dem Endergebnis (nach Aristoteles), dass dieser neue Staatschef sich schlie\u00dflich zu einem Gewaltherrscher, gar einem Tyrannen radikalisierte. Seine Staatsform \u00fcberdauerte aber ebenso wenig die Zeiten &#8211; er wurde abgel\u00f6st (manchmal durch \u201eTyrannen-Mord\u201c) wieder von der Herrschaft der wenigen im Sinne jetzt einer klugen und \u00fcberlegenen \u201eHerrschaft der Besten\u201c(Platon w\u00fcnschte sich sogar einen Philosophen daf\u00fcr), also der <strong>Aristokratie<\/strong>, die immer f\u00fcr Tradition und Konservatismus stand.&nbsp;<\/p>\n<p><br \/>Doch mittlerweile, was geschieht jetzt bei uns und hierzulande? &#8211; Neue Diktaturen werden scheinbar wieder gebraucht und aufgebaut, als wenn die alten und j\u00fcngsten nicht abschreckendes Beispiel genug gewesen w\u00e4ren mit diesen politischen Potentaten des Unheils.&nbsp;<br \/>Im Osten Europas brechen Narben wieder auf. Sozialneid und eine tiefe weltanschauliche Desorientierung machen sich breit, die den unbedingten Willen nach Macht nur noch unterst\u00fctzen. Warum? &#8211; Weil alles nicht schnell genug ging, die versprochene Umwandlung in die bunt schillernde Werbewelt von Kapitalismus und Pseudo-Wohlleben nur mit heftigen KollateralSch\u00e4den und Opfern gelingt.&nbsp;<br \/>Der islamistische Kreuzzug, ebenfalls eine indirekte Folge des Zusammenbruchs der \u00f6stlichen Glaubensgemeinschaft und Ideologie, krallt sich an alten Mustern fest, die sich der Globalisierung und allgemeinen Transformation unserer Welt zu widersetzen suchen, gerade auch mit Hilfe des Internets. Digitalisierung, Internet-Populismus und Roboterisierung haben sich gleichwohl &nbsp;jeglicher Kontrolle entzogen und f\u00fchren ein Eigenleben jenseits von rationaler Steuerung oder Hinterfragung nach langfristigen Zielen, Sinn und Teilung von Macht.&nbsp;<\/p>\n<p><br \/>Auch das alte philosophische Problem von Wahrheit und Wahrheitsfindung (\u201eFaktizit\u00e4t\u201c) stellt sich wieder umso dringlicher: Wie kann die Abl\u00f6sung der Experten (&#8220;Expertogratie&#8221;), des allgemein anerkannten Wissens, des rationalen Diskurses innerhalb einer Kommunikations-Gemeinschaft als Folge der so genannten &#8220;sozialen Medien&#8221; und&nbsp;Mitbestimmung aller im Internet in der Gesellschaft abgefedert,&nbsp;<u>kompensiert<\/u> werden?&nbsp;<br \/><br \/>Wie mit den absehbaren Endzeiten, was das traditionelle Lesen, Schreiben, Verstehen und Zuh\u00f6ren betrifft, umgehen? Wie wird sich Wahrheit zum Beispiel bei der Staatslenkung zuk\u00fcnftig im ungez\u00fcgelten politischen &nbsp;Infotainment des Internets durchsetzen k\u00f6nnen? Was ist Meinungsbildung im Pluriversum der unz\u00e4hligen \u201erichtigen Meinungen\u201c im Netz, all dieser vielen like- und share-Kn\u00f6pfe, wenn alles geht und es auch keine Schamgrenze oder allgemeine Moral mehr gibt?&nbsp;<br \/>Wie kann der zuk\u00fcnftig notwendige Zusammenprall von der virtuellen (Spa\u00df-)Welt der Bildschirme mit ihren tausend Wahrheiten &#8211; alles wird &#8220;Show&#8221;, &#8220;Fake&#8221;, sogar die Politik &#8211; und der Realit\u00e4t abgeschw\u00e4cht, abgefedert werden? Ich wiederhole mich resignierend und schreibe nur noch von einer \u201eAbfederung\u201c. Welche neuen Kollateralsch\u00e4den sind zu bef\u00fcrchten oder bereits auch politisch schon &nbsp;eingetreten? Denn im Bereich der Kultur sind mittlerweile &nbsp;heftige Umbr\u00fcche und Zusammenbr\u00fcche zu beobachten.&nbsp;<\/p>\n<p><br \/>Auch die zahlreichen Gegenbewegungen gegen die Moderne, die Entwicklungen der Aufkl\u00e4rung in Frage stellen und sogar die Menschenrechte als &#8220;eurozentrisch\u201c zu opfern bereit sind, radikalisieren sich mit ihren selbstm\u00f6rderischen theokratischen Strategien bis hin zur Gedankenlosigkeit in Richtung F\u00fchrer-Diktatur, ja bis zur Besinnungslosigkeit. Gegenstimmen, die notwendig sich in einem solchen schmerzlichen Prozess der Transformation und \u00c4nderung immer entwickeln m\u00fcssen, werden als erste ausgeschaltet, wenn nicht sogar eliminiert (vgl. auch meinen Aufsatz \u00fcber Eurozentrismus im Blog Nr.45).<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;<br \/>Der Osten Europas, aber vor allem auch die Islam-Staaten, erinnern sich wieder, bewusst oder eher unbewusst, an Verhaltensmuster aus den Zeiten der Diktatur, wie mit Konflikten und Problemen radikal und brachial umgegangen worden ist und umgegangen werden kann. Die Fl\u00fcchtlingskrise versch\u00e4rft noch die Sehnsucht solcher Menschen nach der verlorenen (seelischen) Heimat, nach St\u00e4rke und Identit\u00e4t im eigenen Land, in Beruf und Familie, im Staat. Unterbewusst bildet sich wieder der Wunsch nach selbstbewusster F\u00fchrung, nach einfachen Antworten in blasenhaften (Internet-) Gemeinschaften, nach dem starken Mann und nach Ruhe im Land vor zu viel Ungewissheit, Komplexit\u00e4t, Fremdheit und Neuem. Ich trage nur zusammen, was die <strong>Frankfurter Schule<\/strong>, etwa Horkheimer, schon vor der Nazi-Zeit bereits warnend \u00fcber den \u201eautorit\u00e4ren Charakter\u201c und seine Folgen beschrieben hat und was dann in Form eines neuerlichen und verheerenden Weltkriegs tats\u00e4chlich auch eingetreten ist.&nbsp;<br \/>Zu dieser Verunsicherung geh\u00f6rt gerade auch, ich wiederhole mich, die heftig hereinbrechende Welt der Digitalisierung mit Computern, Internet, Taschencomputern (Smartphones) und Robotern, die den Zusammenbruch des alten Industriezeitalters teilweise auffangen, meist aber eher nur beschleunigen werden.&nbsp;<\/p>\n<p><br \/>Das Neue und Fremde in unserer Zeit verunsichert sehr und macht Angst, &nbsp;gerade weil es mit einem scheinbaren Alles-Geht-Liberalismus daher kommt. Es destabilisiert unser Weltbild, was Wahrheit ist und wie sie &#8211; und mit welcher Sprache vor allem &#8211; im allgemeinen Diskurs selbst der Wissenschaften gefunden werden kann. Es destabilisiert unser ganzes Wertesystem einschlie\u00dflich unserer Vorstellung von Liebe und Leben und&nbsp;wie ein Staat gelenkt werden soll. Auch Wissenschaft und Wissenschaftlichkeit sind an eine Grenze gesto\u00dfen, die alles zu relativieren und in Frage zu stellen versucht. Das ganze kommunikative System Wissenschaft jenseits der kapitalistischen Merkantibilit\u00e4t scheint vor einem Zusammenbruch zu stehen. Wer interessiert sich heute noch f\u00fcr Wissenschaftstheorie oder Philosophie? Wer liest alle diese meine Aufs\u00e4tze noch, versucht sie zu verstehen?<\/p>\n<p>Diese Unsicherheit und Labilit\u00e4t als ein sich weltgeschichtlich immer wieder zeigendes vor\u00fcbergehendes Ph\u00e4nomen auszuhalten und nicht auf ausgetretenen Pfaden eine zuk\u00fcnftige Richtung zu suchen, das ist m.E. das sehr schwierige Gebot dieser Stunde.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014-<\/p>\n<p>vgl.auch meinen Aufsatz \u00fcber <b>IT-Kommunikation und Opfer (338ff)<\/b>&nbsp;sowie <b>&nbsp;\u00fcber Blasen und Gruppen-Inzest (314ff)<\/b><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-twitter nolightbox\" data-provider=\"twitter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" title=\"Share on Twitter\" href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?url=https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog&#038;text=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px;margin-right:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"twitter\" title=\"Share on Twitter\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/twitter.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-mail nolightbox\" data-provider=\"mail\" rel=\"nofollow\" title=\"Share by email\" href=\"mailto:?subject=349%20Wieder%20gelesen%3A%20%C3%9Cber%20Diktatur&#038;body=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20:%20https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"mail\" title=\"Share by email\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/mail.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Bl\u00fctezeiten der Antike, die es wohl auch gegeben haben mag, w\u00e4hlte in gro\u00dfer Not \u201edas Volk\u201c, wer auch immer das war, einen Diktator. 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