{"id":39,"date":"2014-01-13T16:23:23","date_gmt":"2014-01-13T16:23:23","guid":{"rendered":"http:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=39"},"modified":"2020-09-24T20:55:45","modified_gmt":"2020-09-24T20:55:45","slug":"willkommen-ave-atque-vale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=39&lang=de","title":{"rendered":"1 \u00dcber Verf\u00fchrung"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Ave atque vale!<\/strong><\/h3>\n<p><strong>Herzlich Willkommen<\/strong> in meinem neuen Blog, den mir <span style=\"text-decoration: underline;\">Alexey Chibakov<\/span> f\u00fcr die <strong><em>edition weissenburg<\/em><\/strong> eingerichtet hat! <span style=\"text-decoration: underline;\">Andrew Walsh<\/span> hat sich an die schwierige \u00dcbersetzungsarbeit ins Englische gemacht. Vielen herzlichen Dank daf\u00fcr, Andrew!<\/p>\n<p>&#8220;<strong>\u00dcber Verf\u00fchrung<\/strong>&#8221; lautet der Titel des Blogs, und <strong>Jean Baudrillards<\/strong> ironisches Motto &#8220;<em>Lasst euch nicht verf\u00fchren!&#8221;<\/em>\u00a0wird uns durch diese neuartige\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Kulturgeschichte der Zeit<\/span> begleiten. Viele Gebiete des Denkens werden wir besuchen, kreuz und quer springen von der Philosophie zur Kunst, der Geschichte zur Psychologie, von der Soziologie zur Politik. Ich selbst stehe in der Tradition der <span style=\"text-decoration: underline;\">Frankfurter Schule<\/span> mit <strong>Karl Otto Apel<\/strong>, bei dem ich vier Jahre lang in \u00a0Saarbr\u00fccken studiert habe, und <strong>J\u00fcrgen Habermas<\/strong> als meinen Mentoren.<\/p>\n<p>Aber auch die franz\u00f6sischen Philosophen, insbesondere <strong>Jacques Derrida<\/strong>, <strong>Jean Baudrillard<\/strong> und <strong>Francois Lyotard<\/strong> haben mich vielleicht ma\u00dfgeblicher noch inspiriert. Nicht zuletzt beziehe ich mich auch besonders gerne auf das Leben und die Gedanken der sp\u00e4t-hellenistischen und r\u00f6mischen Antike. Dort ist <strong>Sextus Empiricus<\/strong> mein Vorbild. &#8211;\u00a0Jetzt wisst ihr Bescheid, wie ihr mich einordnen k\u00f6nnt, nicht wahr, auch wenn ich immer wieder gerne aus euren Schubladen herausspringen werde. Lasst euch also \u00fcberraschen, es kommt einiges auf euch zu!<\/p>\n<p>Ich will diese Art Kommunikation, diese f\u00fcr mich als Zeitungs- und Buchschreiber neue Art von Begegnung, vielleicht auch von Beziehung starten mit dem Thema <em><span style=\"text-decoration: underline;\">Sexualit\u00e4t<\/span><\/em>. Mein neues Buch, an dem ich schon ein halbes Jahr lang arbeite, hei\u00dft &#8220;<em>\u00dcber Liebe und Lust<\/em>&#8220;. Es geht um die Sexualit\u00e4t der Zukunft, weniger der Gegenwart oder Vergangenheit aus der Sicht von Mann und Frau. Es wird also auch um Beziehung, Begegnung gehen und ob die Familie als gesellschaftliche Institution \u00fcberleben wird, zumindest in unserem westlich-abendl\u00e4ndischen Kulturkreis.<\/p>\n<p>Ich glaube eher nein.<\/p>\n<p>Doch wie sollen wir hier und jetzt in diesem neuen Medium \u00a0kommunizieren, wie soll geschrieben werden? Wie soll das Ganze ablaufen?\u00a0Jeder wie er will und kann?\u00a0Ohne oder mit einer gestalteten Sprache? &#8211;\u00a0Es stellt sich mir auch das Problem von <span style=\"text-decoration: underline;\">Anonymit\u00e4t<\/span> und <span style=\"text-decoration: underline;\">Transparenz<\/span>. Ich habe nichts zu verschweigen und wir sollten auch nichts zu verschweigen haben. Wie wollen wir in einen direkten Kontakt treten k\u00f6nnen, wenn kein Name genannt wird und wir uns voreinander verstecken?<\/p>\n<p>Schon <strong>Hegel<\/strong> hat in seiner Rechtsphilosophie eine Abhandlung \u00fcber die Notwendigkeit einer Unterschrift (etwa unter Vertr\u00e4ge) eingef\u00fcgt. Ohne Unterschrift kein Subjekt, kein Ich, kein Mensch. Nur noch leblose Maschinen. Kommunikationsmaschinen, die schlie\u00dflich ganz von Computern ersetzt werden, zumal diese mittlerweile auch das Sprechen gelernt haben.<\/p>\n<p>Wir sind damit schon bei einem weiteren Thema, das ich bald ansprechen werde: Kommunikation, Miss- und Meta-Kommunikation mittels elektronischer Medien. Vielleicht sollte ich mein Buch -Thema auch damit verbinden: \u00dcber Liebe und Sex im Zeichen von SMS ( nicht von SM. Das ist ja wohl mittlerweile hoffnungslos veraltet!).<\/p>\n<p>Es wird im Blog unterschiedliche Schwerpunkte (Kategorien) geben. &#8220;<span style=\"text-decoration: underline;\">Allgemein<\/span>&#8221; steht f\u00fcr die Weiterf\u00fchrung meiner Twitter-Eintr\u00e4ge, besser gesagt meiner fr\u00fcheren TwitLonger-Texte. &#8220;<span style=\"text-decoration: underline;\">Literatur<\/span>&#8221; wird sich vorl\u00e4ufig mit meinem neuen Buch besch\u00e4ftigen, vielleicht auch mit meinen schon ver\u00f6ffentlichten Publikationen.\u00a0In der Kategorie &#8220;<span style=\"text-decoration: underline;\">Journalismus<\/span>&#8221; werden meine Interviews vorgestellt, auch die \u00e4lteren illustren Zeitungstexte etwa f\u00fcr die <b>Berliner &#8220;tageszeitung&#8221;<\/b>\u00a0und andere. Das Kapitel &#8220;<span style=\"text-decoration: underline;\">Lyrik<\/span>&#8221; schlie\u00dflich wird Gedichte von mir und anderen enthalten. Nicht zuletzt arbeite ich auch als Musiker und Komponist (mein sch\u00f6nstes Hobby \u00fcberhaupt!).<\/p>\n<p>Doch warten wir ab. Ich muss das alles noch kennenlernen, testen, ausprobieren. Vielleicht bleibe ich schlie\u00dflich doch lieber bei meinen TwitLonger-Eintr\u00e4gen und dem gedruckten Buch oder meinen illustren Performance-Vortr\u00e4gen, \u00fcber die ich an dieser Stelle dann auch berichten werde einschlie\u00dflich den Reaktionen von Zeitungen und Zeitgenossen.<\/p>\n<p>Doch dies ist erst ein Beginn; unser Beginn.<br \/>\nWenn mir das Ver\u00f6ffentlichen per \u00a0Click jetzt auch noch gelingt ohne fremde Hilfe durch den Administrator, dann steht die Spurung, die das &#8220;Ausl\u00f6schen der Spuren&#8221; verhindern oder f\u00f6rdern wird, oder besser noch: die &#8220;Spur, die das Ausl\u00f6schen der Spur spurt&#8221; oder auch nicht, bereit. &#8211;<\/p>\n<p>Was f\u00fcr eine schreckliche Sprache und Formulierung, werden jetzt einige wieder einwenden wollen. Damit sollen Leser, Mitdenker, Kommentatoren gewonnen werden? Man wei\u00df, als <span style=\"text-decoration: underline;\">Saar-Franzose<\/span>,\u00a0wie mich manche unserer rechtsgerichteten Nachbarn zu bezeichnen pflegen, habe ich ein Faible f\u00fcr die franz\u00f6sischen Schriftsteller und ihre Form des Denkens. Ich liebe die gestaltete Sprache. Je schwieriger, &#8220;unverst\u00e4ndlicher&#8221;, komplexer und abstrakter &#8211; umso besser! Je l\u00e4nger die S\u00e4tze mit ihren eingeschobenen Nebens\u00e4tzen und noch einmal eingeschobenen Nebens\u00e4tzen, mit diesen Fremdw\u00f6rtern und der \u00dcberladenheit einer schwergewichtigen Metaphorik (&#8220;schwergewichtige&#8221; Metaphorik, was soll das sein?) &#8211; genau das soll es sein! &#8211; Was?<\/p>\n<p>Es gen\u00fcgt, \u00a0bei manchen Texten etwa von Serres, Derrida oder Baudrillard nur eine halbe Seite zu studieren &#8211; genug! Es wird weiter f\u00fchren, zu neuen Ideen, neuen Fragen, neuem Denken, das gegenw\u00e4rtig immer mehr verk\u00fcmmert. Verk\u00fcmmert die Sprache, dann verk\u00fcmmert das Denken. Es verk\u00fcmmert der Mensch. Also setzten die franz\u00f6sischen Philosophen der 80er Jahre dieser verbreiteten Unf\u00e4higkeit, ja Dummheit und Ignoranz eine sprachlich-inhaltliche Dichte und\u00a0<strong> \u00dcber-Komplexit\u00e4t<\/strong> entgegen, die provozieren, auch schockieren und aufr\u00fctteln will, Mensch zu bleiben, Mensch zu werden und nicht zur Maschine oder zu einer Maschinenexistenz zu verk\u00fcmmern, um nicht das Wort &#8220;degenerieren&#8221; in den Mund nehmen zu m\u00fcssen. Reduktionismus, <b>Verk\u00fcmmerung<\/b> wird unser gro\u00dfes Thema sein!<\/p>\n<p>Womit ich bei einem weiteren meiner Lieblingsthemen bin: der <strong>Technokratie<\/strong>, in die Menschen zu unfreien und hilflosen Dingen im <strong>Internet der Dinge<\/strong> werden, die gestaltet, gesteuert, manipuliert werden m\u00f6chten von wem auch immer. Wobei ich das Wort &#8220;Technokratie&#8221; nicht im Sinne des Boulevard, sondern im Sinne seiner Erfinder, etwa<strong>\u00a0<\/strong>von<strong> J\u00fcrgen Habermas\u00a0<\/strong>und der\u00a0<strong>Frankfurter Schule<\/strong>, verwenden will.<\/p>\n<p>Das ist tats\u00e4chlich dann etwas anderes als der biedere Zweckrationalismus, diese preu\u00dfisch-protestantische und leicht verst\u00e4ndliche Vern\u00fcnftigkeit hierzulande. Doch genug gesagt, angek\u00fcndigt,versprochen und gezweifelt!<\/p>\n<p>Adieu f\u00fcr heute und danke f\u00fcr&#8217;s Lesen!<\/p>\n<a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-twitter nolightbox\" data-provider=\"twitter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" title=\"Share on Twitter\" href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?url=https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog&#038;text=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px;margin-right:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"twitter\" title=\"Share on Twitter\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/twitter.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-mail nolightbox\" data-provider=\"mail\" rel=\"nofollow\" title=\"Share by email\" href=\"mailto:?subject=1%20%C3%9Cber%20Verf%C3%BChrung&#038;body=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20:%20https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"mail\" title=\"Share by email\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/mail.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ave atque vale! 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