{"id":46,"date":"2014-01-15T20:10:30","date_gmt":"2014-01-15T20:10:30","guid":{"rendered":"http:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=46"},"modified":"2020-08-01T08:30:41","modified_gmt":"2020-08-01T08:30:41","slug":"roemisch-griechisch-freistil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=46&lang=de","title":{"rendered":"2 R\u00f6misch-griechisch"},"content":{"rendered":"<h3>Freistil<\/h3>\n<p>Ich bin nach der seltsamen \u00dcberschrift zu meinem Er\u00f6ffnungs-Blog gefragt worden: &#8220;Ave atque vale&#8221;. Ave bedeutet willkommen und vale hei\u00dft adieu &#8211; meine TwitLonger-Komentare werde ich wohl ganz einstellen.<\/p>\n<p>Ich will es genauer erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>In Latein schreibe und begr\u00fc\u00dfe ich euch, weil ich mich ganz wie ein <strong>R\u00f6mer\u00a0<\/strong>&#8211; sagen wir aus der Zeit <strong>Lukians<\/strong> &#8211; f\u00fchle. In eben denselben autorit\u00e4ren Macht-Imperialismus hinein geboren, der sich permanent bedroht \u00a0und zu verteidigen gezwungen f\u00fchlt bis hin zur totalen Ausspionierung der eigenen Bev\u00f6lkerung. Von einem gro\u00dfen Luxus der Zeit ersch\u00f6pft und fast schon krank gemacht, zumindest was (zu viel) Nahrung, Art (Sex) &#8211; und Selbsterhaltung betrifft.<br \/>\nAu\u00dferdem in einer Verwirrung und Unsicherheit des Denkens und auch seiner Gesetze befangen, welche alles relativieren kann und worin alles m\u00f6glich und grenzenlos erlaubt zu sein scheint, selbst in der Moral. Mein Lieblingsphilosoph diesbez\u00fcglich ist <strong>Sextus Empiricus<\/strong>. These wie Antithese k\u00f6nnen seiner Meinung nach gleicherma\u00dfen gut bewiesen werden (<span style=\"text-decoration: underline;\">die Isosthenie<\/span>). Eine absolute Wahrheit kann nicht erkannt werden gegenw\u00e4rtig. Das mag zwar zu einer &#8220;greulichen Verw\u00fcstung im Kopf&#8221; f\u00fchren, wie Lukian schreibt. Es ist aber eine Tatsache, dass die Wahrheit sich dialektisch entwickelt (im Sinne Hegels). Nur Synthesis, Konsens stellen sich leider nicht immer ein. Also gilt es im Sinne der franz\u00f6sischen Philosophen (<strong>Lyotard<\/strong>), Gegens\u00e4tze auszuhalten, auch zu ertragen und nicht immer den Konsens zu suchen.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt haben sich \u00a0auch alle G\u00f6tter von uns verabschiedet, zumindest vor\u00fcbergehend, wie ich glaube. Sie sind durch andere G\u00f6tter etwa der Zahl, der Wissenschaft, der Macht, der Lust oder des Geldes ersetzt worden.<br \/>\nIn Rom hat damals das Christentum und die Stoa die L\u00fccke der Orientierungslosigkeit und der pluriversen \u00a0&#8220;Alles geht&#8221; &#8211; Mentalit\u00e4t siegreich gef\u00fcllt. <strong>Julian Apostata<\/strong> war der letzte Verteidiger des alten Denkens und der alt-griechischen G\u00f6tter &#8211; vergeblich.<br \/>\nVor dem Zeitalter Kaiser Konstantins gab es diese Phase der Verwirrung und der Experimente, der neuen Ersatzg\u00f6tter, der hedonistischen Lust-Vielfalt, auch der mentalen Orientierungslosigkeit f\u00fcr eine lange Zeit. Mit allen Konsequenzen: \u00a0der Militarismus samt dem soldatisch-homosexuellen M\u00e4nnlichkeits-Ideal waren die alles beherrschenden Machtfaktoren.<\/p>\n<p>Ich bin also ein R\u00f6mer. Kein Grieche, denn die Griechen k\u00e4mpften nicht so hartn\u00e4ckig um ihr Machtimperium, waren nicht so imperialistisch und kosmopolitisch &#8211; plurivers wie die R\u00f6mer.<br \/>\nVielleicht bin ich es auch in meinem Sexualverhalten. Ich bin zwar wie die Stoa f\u00fcr eheliche Bindung, Treue und Familie. Aber in die m\u00e4nnliche Sexualit\u00e4t konnte und kann ich mich ebenso hineindenken, sie wahrnehmen und empfinden wie die weibliche. Ich denke dabei an die Liebesgedichte etwa <strong>Catulls<\/strong>, die sich gleicherma\u00dfen und gleicherma\u00dfen leidenschaftlich an M\u00e4nner wie an Frauen richten.<\/p>\n<p>Und wo sind heute die Sklaven geblieben mit ihrem Fundament der Arbeit in diesem Riesenreich? &#8211; Auch sie sind weiterhin unter uns. Nur nennen sie sich nicht mehr so. Sie sind zwar jetzt &#8220;Freigeborene&#8221;. \u00a0Aber doch meist immer nur geduldete Zaun-G\u00e4ste. Und fragt mich nicht, aus welchem Land sie fliehen mussten, welche Arbeit sie hier verrichten und wie sie gerade am Existenzminimum dahin \u00a0vegetieren, gemessen an dem Reichtum der Wohlhabenden und Herrschenden, die ihre Dienste in Anspruch nehmen.<br \/>\nLetztlich f\u00fchren auch noch viele Frauen hier zu Lande ein entw\u00fcrdigendes Sklavendasein, abh\u00e4ngig vom Geldbeutel und der Kreditkarte ihres Gatten, der sich alle Rechte heraus nehmen darf. Immer noch.<\/p>\n<p>Ich bin also ein R\u00f6mer, und nur schweren Herzens bin ich bereit, Englisch als internationale Sprache zu akzeptieren. Besser w\u00e4re das Vulg\u00e4rlatein des Mittelalters gewesen, ganz zu schweigen von der Eleganz und Musikalit\u00e4t des Franz\u00f6sischen, das \u00a0ebenfalls in der Zukunft ums \u00dcberleben wird k\u00e4mpfen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wer mehr \u00fcber mich erfahren will, mein Denken, meine Einstellungen, meine Meinung ob rechts links oben unten autorit\u00e4r antiautorit\u00e4r Asket Genuss gr\u00fcn blau SPD CDU homophob homophil hedonistisch asketisch etc., der soll meine <span style=\"text-decoration: underline;\">Whohub-Interviews<\/span> unter Reinhold Urmetzer googeln (1)<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>1 Diese Webside ist mittlerweile ganz eingestellt und geschlossen worden samt all meiner Texte, die leider ebenso unauffindbar und verschwunden sind (30.7.2020)<\/p>\n<a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-twitter nolightbox\" data-provider=\"twitter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" title=\"Share on Twitter\" href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?url=https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog&#038;text=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px;margin-right:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"twitter\" title=\"Share on Twitter\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/twitter.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-mail nolightbox\" data-provider=\"mail\" rel=\"nofollow\" title=\"Share by email\" href=\"mailto:?subject=2%20R%C3%B6misch-griechisch&#038;body=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20:%20https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"mail\" title=\"Share by email\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/mail.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freistil Ich bin nach der seltsamen \u00dcberschrift zu meinem Er\u00f6ffnungs-Blog gefragt worden: &#8220;Ave atque vale&#8221;. 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