{"id":6231,"date":"2016-07-01T07:26:39","date_gmt":"2016-07-01T07:26:39","guid":{"rendered":"http:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=6231"},"modified":"2017-04-10T15:02:08","modified_gmt":"2017-04-10T15:02:08","slug":"228-zeitenwende-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=6231&lang=de","title":{"rendered":"228 Zeitenwende (2)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/i2.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/image-2.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6233\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/image-2-225x300.jpeg?resize=225%2C300\" alt=\"image\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i2.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/image-2.jpeg?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w, https:\/\/i2.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/image-2.jpeg?resize=768%2C1024&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i2.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/image-2.jpeg?w=1440&amp;ssl=1 1440w, https:\/\/i2.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/image-2.jpeg?w=2160&amp;ssl=1 2160w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Buchpr\u00e4sentation am 30.6.2016 in der Galerie der VHS Stuttgart (Roteb\u00fchlplatz), 19:00 Uhr<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin gebeten worden, etwas zur Entstehung des neuen Buches und seiner Texte zu sagen.<\/p>\n<p>Der direkte Anlass daf\u00fcr war mein Besuch im Atelier von Maria Gracia Sacchitelli. Die K\u00fcnstlerin, die ich schon lange kenne, zeigte mir ihr Tagebuch aus den Jahren 2014-15 voller Grafiken, Zeichnungen, Collagen und Bilder. Sie nehmen Bezug auf das unmittelbar Erlebte, integrieren oft vorgefundene Materialien und Dinge des Alltags, sind also direkte Aufzeichnungen des Hier und Jetzt. Spontan habe ich davon Fotos gemacht. Diese Fotos begleiteten mich in mein Quartier nach <span style=\"text-decoration: underline;\">Ostende<\/span> in Belgien, wo ich vor allem im Sp\u00e4therbst immer gerne Station mache.<\/p>\n<p>Dort fing ich damit an, die Bilder zu beschreiben, zu studieren, zu interpretieren. Sie zogen mich in ihre Welt hinein und ich konstruierte meine Welt wieder daraus hervor. Haben die Bilder nun die Texte gemacht, evoziert, oder lassen die Texte die Bilder ganz neu entstehen? &#8211; Aus einem Zwiegespr\u00e4ch jedenfalls zwischen Bild und Text ist dieses Buch entstanden.<\/p>\n<p>Es hat drei Teile: &#8220;<em>Erz\u00e4hlungen der Erde<\/em>&#8221; , &#8220;<em>Erz\u00e4hlungen des Himmels<\/em>&#8221; und &#8220;<em>Mailand einen Augenblick<\/em>&#8220;. Das Werk ist Teil eines gr\u00f6\u00dferen Projekts, das im Rahmen der Mail\u00e4nder Weltausstellung 2015 entstanden ist und sich \u201e<span style=\"text-decoration: underline;\"><em>Vom Wiederfinden des Himmels und der Erde<\/em><\/span>\u201c genannt hat; wovon jedoch mittlerweile nur noch das \u201eVom Wiederfinden\u201c \u00fcbrig geblieben ist. Die beiden ersten Kapitel der Prosafragmente, denn das sind sie stilistisch, werde ich gleich vortragen.<\/p>\n<p>Die &#8220;<em>Erz\u00e4hlungen der Erde<\/em>&#8221; greifen in den fragenden und dunklen Teil meiner anderen Prosagedichte aus dieser Zeit ein. Die Bilder Maria Grazias f\u00fchrten mich ins Gr\u00fcbeln, in die Dunkelheit, wenn nicht sogar in die Sehnsucht nach dem, was wir vielleicht verloren haben. Sie waren auch leichter f\u00fcr mich zu &#8211; &#8211; f i n d e n , w\u00fcrde Platon jetzt formulieren. Sie spiegeln auch Teile unserer Gegenwart.<\/p>\n<p>Doch die &#8220;<em>Erz\u00e4hlungen des Himmels<\/em>&#8221; sind mir sehr schwer gefallen. Ich bin mir nicht sicher, ob das Thema getroffen worden ist und ich nicht Opfer einer Sehnsucht nach dem Unwiederbringlichen geworden bin. Von einem Himmel zu reden, der leer ist, dann ihn zu finden, ihn wieder finden zu wollen, vielleicht sogar mit seinen Ideen, G\u00f6ttern, Engeln und Heiligen \u2013 das mag heute ganz besonders schwierig sein. Nicht nur f\u00fcr mich. Dieses Wiederfinden von Himmel und Erde war vielleicht tats\u00e4chlich doch etwas zu blau\u00e4ugig-optimistisch, zu poetisch oder sogar romantisch gedacht von mir.<\/p>\n<p>Das jetzt fertig gestellte Buch schimmert vielschichtig. Seine Texte wie Bilder k\u00f6nnen ganz alleine bestehen. Sie brauchen einander nicht. Wenn sie sich aber im Blick oder Geist des Betrachters gefunden haben, k\u00f6nnen sie zusammen die T\u00fcr zu einer Welt \u00f6ffnen, die weiter f\u00fchrt, als wenn sie alleine ihren Weg gehen w\u00fcrden. Wir sind also bei einer <strong>syn\u00e4sthetischen Erfahrung<\/strong> angekommen, die heute Abend sogar noch durch die Musik erg\u00e4nzt und bereichert wird. Doch fragen Sie mich bitte nicht, warum ich diese Musik von <span style=\"text-decoration: underline;\">Johann Sebastian Bach<\/span> und nicht Neue Musik, die ich als Journalist, der diese Art von Musik so viele Jahre begleitet, bedient, betreut hat, ausgew\u00e4hlt habe. Ich kann Ihnen darauf keine Antwort geben.<\/p>\n<p>Die Texte gehen au\u00dferdem manchmal eigene Wege, entfernen sich von den Bildern, kehren aber auch wieder dahin zur\u00fcck. Sie sind entstanden in der Zeit, als die Terroranschl\u00e4ge in Paris und Br\u00fcssel stattgefunden haben und ich sogar direkt davon betroffen war, so sehr, dass ich mich in Ostende nicht entscheiden konnte, f\u00fcr die R\u00fcckreise den abgesperrten Br\u00fcsseler Bahnhof Midi zum Umsteigen zu betreten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*<\/p>\n<p>Es gibt Fragen, die an mich gestellt werden wollen: Warum hei\u00dft das Buch &#8220;<em>Zeitenwende<\/em>&#8220;? Warum steht es dreisprachig in Deutsch, Italienisch und Englisch? Sie sind von Paul Morris und Andrew Walsh ins Englische \u00fcbersetzt worden. &#8211; Wie soll man das Buch lesen, sehen, betrachten, studieren?<br \/>\nNat\u00fcrlich leben die Bilder &#8211; sie sind hier ausgestellt und k\u00e4uflich zu erwerben, man wird sogar die Vorlagen aus den Tageb\u00fcchern von Maria Grazia Sacchitelli wieder finden und studieren k\u00f6nnen. Man kann diese Bilder auch ohne die Texte betrachten; ebenso wie auch die Texte ohne die Bilder leben k\u00f6nnen, sonst w\u00fcrde ich nicht hier vor ihnen stehen.<\/p>\n<p>Aber im Buch werden Sie vielleicht ein eher ungewohntes Hin und Her ausprobieren k\u00f6nnen von Augen und Gedanken, von Assoziationen, Abschweifung, Nachdenklichkeit\u2026<strong>Delirirendes Denken<\/strong>, will ich es nennen, und die mich kennen von meinen anderen Reden und vor allem aus meinen Blog-Beitr\u00e4gen, sie werden sich freuen, weil dergestalt noch eine Vertiefung, eine Intensivierung stattfinden wird. Mithin eine syn\u00e4sthetische Erfahrung, ich sagte es bereits, die jetzt ebenso zusammen mit der Musik und der uns umgebenden Kunst auf uns wartet.<br \/>\nDoch genug der Einf\u00fchrung, die nur heraus f\u00fchrt (heraus f\u00fchrt woraus?) und zu der man oder besser gesagt frau mich sogar hat \u00fcberreden m\u00fcssen.<br \/>\nDie Veranstaltung heute wird folgenderma\u00dfen ablaufen: In meinen Lesepausen werden Bachs Sarabanden, einmal auch ein Menuett und dann eine Gigue aus den Cello-Suiten erklingen, und ich freue mich ganz besonders, dass <span style=\"text-decoration: underline;\">Beatrice Holzer-Graf<\/span> so spontan und kurzfristig f\u00fcr den verhinderten Stephan Buchmiller eingesprungen ist. Wir werden sie f\u00fcnfmal mit der sch\u00f6nen Musik von Johann Sebastian Bach h\u00f6ren k\u00f6nnen heute Abend. &#8211; Danke und herzlich willkommen, Beatrice!<\/p>\n<p>Nach der Lesung wird es, wenn gew\u00fcnscht, zusammen mit der K\u00fcnstlerin Maria Grazia Sacchitelli eine \u00a0Aussprache geben k\u00f6nnen \u00fcber das ganze Projekt, denn diese Veranstaltung heute ist tats\u00e4chlich nur ein Teil eines gr\u00f6\u00dferen umfangreichen Projektes, das auch noch Musik (\u201e<span style=\"text-decoration: underline;\">Thetis-Projekt<\/span>\u201c), ein zweites Buch (\u201e<span style=\"text-decoration: underline;\">Vom Wiederfinden<\/span>\u201c zusammen mit <strong>Marianne Pape<\/strong>) und weitere Ausstellungen beinhaltet bzw. zur Folge haben wird.<br \/>\nDoch h\u00f6ren wir als n\u00e4chstes jetzt, nach der G-Dur-Sarabande zu Beginn, die zweite Sarabande aus Bachs Cello-Werk, diesmal in C-Dur.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Vgl.auch Nr.111 (<em>Zeitenwende<\/em>) und Nr.177 (<em>Manifest<\/em>)<\/p>\n<p>Inhalt gesamt Nr. 91<\/p>\n<p><strong>Maria Grazia Sacchitelli, Reinhold Urmetzer: Zeitenwende \/ Change of \u00a0Times, \u00a0ISBN 2 000034 284025, 145 Seiten, davon 70 Abbildungen (34\u20ac, Hardcover). Deutsch, Italienisch, Englisch. Bei Direktbezug im Verlag 9\u20ac Rabatt. \u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-twitter nolightbox\" data-provider=\"twitter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" title=\"Share on Twitter\" href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?url=https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog&#038;text=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px;margin-right:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"twitter\" title=\"Share on Twitter\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/twitter.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-mail nolightbox\" data-provider=\"mail\" rel=\"nofollow\" title=\"Share by email\" href=\"mailto:?subject=228%20Zeitenwende%20%282%29&#038;body=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20:%20https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"mail\" title=\"Share by email\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/mail.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchpr\u00e4sentation am 30.6.2016 in der Galerie der VHS Stuttgart (Roteb\u00fchlplatz), 19:00 Uhr Ich bin gebeten worden, etwas zur Entstehung des neuen Buches und seiner Texte zu sagen. 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