{"id":6254,"date":"2016-07-05T08:41:30","date_gmt":"2016-07-05T08:41:30","guid":{"rendered":"http:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=6254"},"modified":"2016-08-31T20:20:10","modified_gmt":"2016-08-31T20:20:10","slug":"230-horaz-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=6254&lang=de","title":{"rendered":"230 Horaz (5)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Freundschaft<\/strong><\/p>\n<p>Drei Werte pr\u00e4gten besonders die r\u00f6mische Oberschicht: An erster Stelle das Streben nach milit\u00e4risch-politischer Macht, die aus der Gewalt des Schwertes und der K\u00f6rperkraft kam. Ebenb\u00fcrtig an zweiter Stelle stand die geistige St\u00e4rke im (philosophischen) Wissen, Denken und Schreiben (auch das kreative Schreiben und die Redekunst geh\u00f6rten dazu).<br \/>\nAn dritter Stelle stand &#8211; das Alter mit seiner gro\u00dfen pers\u00f6nlichen Erfahrungsweisheit.<\/p>\n<p>Die beiden ersten Punkte scheinen offensichtlich zu sein. Der dritte jedoch \u00fcberrascht: Dass im Gegensatz zu unserer Gegenwart mit ihrem Jugendwahn auch das pers\u00f6nliche Alter wichtig ist, Erfahrung und Lebensweisheit, dass alte Menschen sogar das letzte Wort hatten. Der <strong>Pater familias<\/strong> beherrschte als Familien-Oberhaupt seine Gro\u00dffamilie ohne Gegenrede; er traf wichtige Entscheidungen wie Heirat und Kindesannahme oder -Ablehnung und war hoch gesch\u00e4tzt. Er konnte Sklaven hinrichten lassen (kreuzigen) ohne Gerichtsprozess und T\u00f6chter in die Verbannung schicken.<br \/>\nW\u00e4hrend von den jungen Menschen gerade nicht viel zu erwarten war. M\u00e4dchen warteten auf ihre Ehem\u00e4nner und wurden bereits mit vierzehn Jahren verheiratet; mit sechzehn konnten junge M\u00e4nner, muss man wohl sagen, bereits als Feldherr Kriege f\u00fchren oder sp\u00e4ter als Kaiser den Staat leiten.<\/p>\n<p>Alter bedeutet aber neben der gro\u00dfen Macht, ja Allmacht der <span style=\"text-decoration: underline;\">Tradition<\/span>, die bis in das Gesetzeswerk und die Philosophie hinein reichte, auch die Tatsache, dass man einen langen Stammbaum besitzen musste. Wer sich auf eine lange und ehrw\u00fcrdige <span style=\"text-decoration: underline;\">Genealogie<\/span> berufen konnte, geh\u00f6rte automatisch zu einer der f\u00fchrenden Aristokraten-Dynastien in Rom. Caesar pers\u00f6nlich hat sich auf Venus berufen, war also ein direkter Abk\u00f6mmling einer m\u00e4chtigen Gottheit (\u00e4hnlich wird auch in der Bibel die Genealogie von Jesus Christus bis auf K\u00f6nig David zur\u00fcck gef\u00fchrt).<br \/>\nWie soll man sich das Leben in einem solchen M\u00e4nner-Staat vorstellen? Was macht der Mann in seiner Freizeit, die es mehr als gen\u00fcgend gab, wenn man nicht gerade im Krieg zu sein hatte (eine Ehre, an welcher Sklaven nicht teilhaben durften), was auch h\u00e4ufig genug vorgekommen ist.<br \/>\nIch denke immer wieder, man muss sich den Staat und die Stadt Rom vorstellen wie heute <span style=\"text-decoration: underline;\">Saudi-Arabien<\/span>. Oder wie das England der <span style=\"text-decoration: underline;\">Clubs<\/span>. Nur war die Zulassung zu einem dieser Freundschafts-Clubs in Rom nicht Facebook-leicht, sondern besonders schwierig. Doch war man einmal, fast schon ein ritueller Akt, aufgenommen in die Zahl der Freunde (<em>esse in numero amicorum<\/em>), dann war das schon fast eine lebenslange Verpflichtung und Absicherung quasi wie in einer Wohngemeinschaft.<\/p>\n<p>Horaz hat acht Monate warten m\u00fcssen, bis er in den Freundeskreis von <strong>Maecenas<\/strong> aufgenommen worden ist. Schlie\u00dflich hat <strong>Vergil<\/strong> den Ausschlag gegeben: Seine Empfehlung f\u00fchrte zur Zulassung.<br \/>\nWas sich genau in solchen Clubs Gleichgesinnter abspielte, ist unklar. Es mag sein, dass es auch zu sexuellen Handlungen \u00a0dort gekommen ist; aber geschrieben wurde dar\u00fcber nichts. Andererseits war die Beziehung von Horaz zu Maecenas oder zum Kaiser <strong>Augustus<\/strong> immer wieder labil und auch emotional.<\/p>\n<p>Die Frauen blieben meistens zu Hause, h\u00fcteten Haus und Hof zusammen mit ihren Sklaven. Sie hatten sich um die Genealogie zu k\u00fcmmern, auch wenn eine Schwangerschaft immer schwieriger und seltener wurde; die M\u00fchen des Kinder-S\u00e4ugens erledigten die Ammen. Also vergn\u00fcgte frau sich mit Ihresgleichen (Ehebruch war zu gef\u00e4hrlich), wahrscheinlich sogar bedeutend heftiger und intensiver als heutzutage, wie bei Petronius oder Juvenal zu lesen ist.<\/p>\n<p>Wenn Frauen jedoch zu solchen M\u00e4nnerrunden zugelassen waren (im allgemeinen nur auf den Cenae, opulenten Abend-Mahlzeiten mit Musik, Tanz und Poesie), waren sie stadtbekannt und gefeiert. Sie wussten allgemein mit einem sehr souver\u00e4nen und emanzipierten Verhalten die M\u00e4nner zu verbl\u00fcffen, zu provozieren, in ihren Bann zu schlagen; zu sexuellen Handlungen kam es mit solchen <strong>Het\u00e4ren<\/strong> jedoch eher nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>*<\/strong><\/p>\n<p><strong>Albus Tibull<\/strong><\/p>\n<p>Tibull war neben Vergil ein enger Freund von Horaz aus dem Freundeskreis um Maecenas und Augustus. Bis heute ist er ein ber\u00fchmter Schriftsteller der <span style=\"text-decoration: underline;\">Augusteischen Friedenszeit<\/span>. Im Folgenden gibt Horaz eine Personen-Charakterisierung von ihm, wie sie als Ideal der damaligen Zeit uns vorgestellt wird und wie sie auch heute noch G\u00fcltigkeit besitzen kann. Dass man jeden Tag wie einen letzten genie\u00dfen soll, das hat mittlerweile sogar schon die Popmusik als Maxime eines sinnvollen Lebens entdeckt(1). Nur dass es in diesem Fall meist ausschlie\u00dflich um das Eine geht. Aber wohl in Rom ebenfalls. &#8211; Auch Briefe waren bei Horaz in griechischen Metren, also in Gedichtform geschrieben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Albius, du aufrichtiger Beurteiler meiner Satiren, <\/em><br \/>\n<em>was magst du jetzt treiben dort in der Landschaft von Pedum? \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/em><em>Dichtest du Oden, so sch\u00f6n, wie nicht einmal Cassius von Parma sie schuf, \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/em><em>oder schlenderst du schweigend <\/em><br \/>\n<em>im Schatten heilkr\u00e4ftiger W\u00e4lder, erf\u00fcllt von Gedanken, \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0<\/em><em>wie sie ein weises und edeles Herz bewegen?<\/em><\/p>\n<p><em>Nie warst du blo\u00df Leib ohne Seele. <\/em><br \/>\n<em>Die G\u00f6tter haben dir Wohlgestalt, haben <\/em><br \/>\n<em>Wohlstand dir verliehen <\/em><br \/>\n<em>und dazu die Kunst des Genie\u00dfens.<\/em><\/p>\n<p><em>Was k\u00f6nnte die z\u00e4rtlichste Amme ihrem Liebling noch <\/em><br \/>\n<em>Gr\u00f6\u00dferes erflehen, der die Gabe hat, mit allen Sinnen zu <\/em><br \/>\n<em>empfinden und beredt zu sagen, was er f\u00fchlt; <\/em><br \/>\n<em>der auch Beliebtheit und Ansehen und Gesundheit in F\u00fclle <\/em><br \/>\n<em>hat und einen netten Haushalt nebst einem Geldbeutel, <\/em><br \/>\n<em>der nie versiegt?<\/em><\/p>\n<p><em>In all dem Getriebe von Hoffnung und Sorge, von <\/em><br \/>\n<em>\u00c4ngsten und \u00c4rgernissen nimm einen jeden Tag, <\/em><br \/>\n<em>der dir herauf d\u00e4mmert, <\/em><br \/>\n<em>als den letzten: begl\u00fcckend \u00fcberrascht dich dann die <\/em><br \/>\n<em>Stunde, die unverhofft noch hinzu kommt.<\/em><\/p>\n<p><em>Willst du mal herzhaft lachen, so komm zu mir zu Besuch: <\/em><br \/>\n<em>Mich findest du rund und beh\u00e4big, in wohl gepflegter <\/em><br \/>\n<em>Leiblichkeit, ein richtiges Schweinchen aus <\/em><br \/>\n<em>Epikurs Herde!<\/em><\/p>\n<p>(<strong>Briefe I Nr.4<\/strong>)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>*<\/strong><\/p>\n<p>Dass Horaz sich seines Wertes bewusst war, zeigt folgendes Abschiedslied, fast auch eine Art Grabgesang positiver Art.<\/p>\n<p><strong>Verkl\u00e4rung<\/strong><\/p>\n<p><em>Auf starken Schwingen, nie noch gesehen, <\/em><br \/>\n<em>schwebe ich, ein zwiegestaltiger S\u00e4nger, <\/em><br \/>\n<em>durchs Blau des Himmels, <\/em><br \/>\n<em>verweile nicht l\u00e4nger auf Erden, <\/em><br \/>\n<em>lasse die St\u00e4dte, entr\u00fcckt der Missgunst, <\/em><br \/>\n<em>zur\u00fcck.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich werde, wenngleich nur armer Eltern Sohn, <\/em><br \/>\n<em>den du in deinen Kreis gerufen hast, geliebter Maecen, <\/em><br \/>\n<em>und den du nach meinem Tod noch <\/em><br \/>\n<em>anrufen wirst, ich werde nie <\/em><br \/>\n<em>vergehen, werde nie von den Wellen des <\/em><br \/>\n<em>Styx in der Unterwelt eingefangen sein.<\/em><\/p>\n<p>&#8230;..<\/p>\n<p><em>Fort mit der Totenklage am leeren Grab, <\/em><br \/>\n<em>unw\u00fcrdige Trauer, misst\u00f6nender Klagegesang! <\/em><br \/>\n<em>Lass deine Wehrufe auf meinen Tod, <\/em><br \/>\n<em>spare dir, Maecen, an meinem Grab eine solch<\/em><br \/>\n<em>nutzlos-\u00fcberfl\u00fcssige Feier!<\/em><\/p>\n<p>(<strong>Oden II Nr.20<\/strong>)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>*<\/strong><\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis zu seinem Freund und Sponsor Maecenas ist unklar. Es schwankt zwischen heftiger Liebe, welche auch in sexuellen Dingen Ratschl\u00e4ge gibt, gro\u00dfer Dankbarkeit und k\u00fchler Distanz des Abh\u00e4ngigen. Im Laufe der Jahre \u00fcberwiegt dann aber doch eher Dankbarkeit und Liebe.(2)<\/p>\n<p><strong>Gleiche Sterne<\/strong><\/p>\n<p><em>Was brichst du mir mit Klagen das Herz entzwei? <\/em><br \/>\n<em>Kein Gott und auch ich selber will nicht, dass du, <\/em><br \/>\n<em>Maecenas, vor mir scheidest, du meines Daseins <\/em><br \/>\n<em>erhabene Zier und St\u00fctze!<\/em><\/p>\n<p><em>Ach, raubte dich, du H\u00e4lfte meines Ichs, ein fr\u00fcher Tod, <\/em><br \/>\n<em>was soll dann ich, die andere H\u00e4lfte, noch auf dieser <\/em><br \/>\n<em>Welt, von minderem Wert, ein Torso &#8211; <\/em><br \/>\n<em>alleine?<\/em><\/p>\n<p><em>Nein, derselbe Tag wird einst uns beide niederstrecken. <\/em><br \/>\n<em>Es gilt der Schwur, den ich dir sprach: wir gehen, <\/em><br \/>\n<em>wir gehen zu zweit; ich folge gewiss, gehst du voran, <\/em><br \/>\n<em>entschlossen dir zur letzten Reise als dein Freund und Gef\u00e4hrte.<\/em><\/p>\n<p>(<strong>Oden II Nr.17<\/strong>)<br \/>\nDieser Wunsch von Horaz, zusammen mit seinem Freund zu sterben, ein Ph\u00e4nomen, das man gelegentlich bei \u00e4lteren Ehepaaren beobachten kann, ist tats\u00e4chlich eingetreten. Nur wenige Monate nach dem Tod von Maecenas ist auch Horaz 8 v. Chr. gestorben, im 57. Lebensjahr. Wohl nicht durch Freitod; diesen lehnten die Epikureer ab. Nur die Stoiker unterst\u00fctzten ihn als letzten Ausweg und Zeichen von gro\u00dfer charakterlicher St\u00e4rke.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>*<\/strong><\/p>\n<p><strong>Autobiographie<\/strong><\/p>\n<p>Im zweiten Buch der Briefe schildert Horaz kurz und knapp seinen Lebensweg vom einfachen Sohn eines Freigelassenen \u00fcber die Mitwirkung im B\u00fcrgerkrieg auf der Seite von <strong>Marcus Brutus<\/strong> und gegen den Caesar-R\u00e4cher <strong>Octavian\/Augustus<\/strong> bis zu seiner Rehabilitation, die ihn an den Kaiserhof von Augustus und Maecenas gef\u00fchrt hat:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Mir ward das Gl\u00fcck, in Rom aufzuwachsen, <\/em><br \/>\n<em>dort lernend zu h\u00f6ren, welches Leid der Zorn des Achill den \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Griechen einst brachte. Weiter dann f\u00fchrte das liebe<\/em><br \/>\n<em> Athen mich auf dem Weg der Bildung; es pflanzte den <\/em><br \/>\n<em>Trieb in mich ein, das Krumme vom Geraden zu scheiden, <\/em><br \/>\n<em>unter den B\u00e4umen der Akademie nach der <\/em><br \/>\n<em>Wahrheit zu forschen.<\/em><\/p>\n<p><em>Doch dann entr\u00fcckten dem freundlichen Athen mich <\/em><br \/>\n<em>h\u00e4rtere Zeiten, trieb mich, dem K\u00e4mpfen noch fremd war, des \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0B\u00fcrgerkriegs Wut zu den Waffen, die der Gewalt eines <\/em><br \/>\n<em>Kaiser Augustus jedoch nicht standhalten konnten.<\/em><\/p>\n<p><em>In der Schlacht von Philippi gab man mir den <\/em><br \/>\n<em>Abschied; gestutzt die Fl\u00fcgel, verloren das Haus und das<\/em> \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<em>Grundst\u00fcck des Vaters, erniedrigt kam ich nach <\/em><br \/>\n<em>Hause: die Armut machte mich mutig zum <\/em><br \/>\n<em>Verse-Schmieden.<\/em><\/p>\n<p><em>\u2026\u2026<\/em><\/p>\n<p><em>St\u00fcck um St\u00fcck rauben jedoch mir eilends die <\/em><br \/>\n<em>Jahre: Entf\u00fchrt haben sie mir Frohsinn, Liebe, <\/em><br \/>\n<em>die Freuden des Bechers, die Spiele der Jugend.<\/em><br \/>\n<em>Nun entwenden sie sogar mir die Leier der <\/em><br \/>\n<em>Dichtkunst. <\/em><br \/>\n<em>Sag an, wie kann ich mich wehren?<\/em><\/p>\n<p>(<strong>Briefe II, Nr.2<\/strong>)<br \/>\nEine andere Art von Autobiographie findet man im 1.Buch der Briefe. Selten habe ich in der Literaturgeschichte eine stilistisch so sch\u00f6ne Form von Autobiografie gefunden. Horaz wendet sich in einem Zwiegespr\u00e4ch an sein eben erst ver\u00f6ffentlichtes Buch:<\/p>\n<p><strong>An mein Buch<\/strong><\/p>\n<p><em>Du siehst mir aus, mein Buch, <\/em><br \/>\n<em>als schieltest du nach Geld, Markt und B\u00f6rse. <\/em><br \/>\n<em>Ich merke: verkaufen willst du dich. <\/em><br \/>\n<em>Du klagst, dass du dich nur so wenigen <\/em><br \/>\n<em>zeigen kannst. Du magst die gro\u00dfe Welt und <\/em><br \/>\n<em>wardst doch nicht daf\u00fcr erzogen.<\/em><br \/>\n<em>Auch dieses Schicksal wartet noch auf dich, <\/em><br \/>\n<em>dass du den Knaben in der Vorstadt <\/em><br \/>\n<em>Lesen und Schreiben beibringst, <\/em><br \/>\n<em>und auch das stammelnde Alter <\/em><br \/>\n<em>wird dich treffen.<\/em><\/p>\n<p><em>Hat dann aber einmal der milde Schein der <\/em><br \/>\n<em>Abendsonne dir zahlreiche H\u00f6rer zugef\u00fchrt, <\/em><br \/>\n<em>so wirst du von mir sprechen, dem Sohn eines <\/em><br \/>\n<em>freigelassenen Sklaven aus bescheidenem Haus, <\/em><br \/>\n<em>der aus der Enge des Nestes zu h\u00f6herem Flug sich <\/em><br \/>\n<em>aufschwang; und du darfst, was an Herkunft mir \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 abgeht, pers\u00f6nlichem Verdienst mir zugute halten.<\/em><\/p>\n<p><em>Erz\u00e4hle, dass ich bei den ersten M\u00e4nnern Roms, <\/em><br \/>\n<em>im Kriege wie daheim, Anklang gefunden habe; <\/em><br \/>\n<em>dass ich von kleinem Wuchs war, fr\u00fch ergraut, <\/em><br \/>\n<em>der Sonnenw\u00e4rme zugetan, rasch aufbrausend zum <\/em><br \/>\n<em>Zorne, doch leicht auch wieder vers\u00f6hnbar.<\/em><\/p>\n<p><em>Trifft es sich, dass Neugierde dich ausfragt <\/em><br \/>\n<em>nach meinem Alter, so lass wissen: <\/em><br \/>\n<em>Ich hatte viermal elf Dezember in dem Jahr vollendet, <\/em><br \/>\n<em>als Lollius seinem Mitkonsul Lepidus im Amt voran ging.<\/em><\/p>\n<p>(<strong>Briefe I, Nr.20<\/strong>)<\/p>\n<hr \/>\n<p>1 <b>Usher<\/b> : <i>Dance, dance, dance like the last night of your life<\/i> (DJ Got us falling in Love again, Musikvideo 2011)<\/p>\n<p>2 ich wei\u00df nicht, auf welche literarische Quellen sich der englische Historiker \u00a0<b>Robert Harris<\/b> in seinem gro\u00dfen Caesar-Cicero-Roman \u00a0&#8220;<i>Dictator<\/i>&#8220;st\u00fctzt, wenn er Maecenas als &#8221; weibisch&#8221; bezeichnet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>Inhalt gesamt Nr.91<\/b><\/p>\n<a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-twitter nolightbox\" data-provider=\"twitter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" title=\"Share on Twitter\" href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?url=https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog&#038;text=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px;margin-right:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"twitter\" title=\"Share on Twitter\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/twitter.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-mail nolightbox\" data-provider=\"mail\" rel=\"nofollow\" title=\"Share by email\" href=\"mailto:?subject=230%20Horaz%20%285%29&#038;body=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20:%20https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"mail\" title=\"Share by email\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/mail.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freundschaft Drei Werte pr\u00e4gten besonders die r\u00f6mische Oberschicht: An erster Stelle das Streben nach milit\u00e4risch-politischer Macht, die aus der Gewalt des Schwertes und der K\u00f6rperkraft kam. Ebenb\u00fcrtig an zweiter Stelle stand die geistige St\u00e4rke im (philosophischen) Wissen, Denken und Schreiben (auch das kreative Schreiben und die Redekunst geh\u00f6rten dazu). An dritter Stelle stand &#8211; das Alter mit seiner gro\u00dfen pers\u00f6nlichen&#46;&#46;&#46;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[466,474,620,470],"tags":[],"class_list":["post-6254","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein-de","category-literatur-de","category-lyrik-de","category-philosophie-de"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4WFkG-1CS","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6254"}],"collection":[{"href":"https:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6254"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6254\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6405,"href":"https:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6254\/revisions\/6405"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6254"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6254"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6254"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}