{"id":6553,"date":"2016-10-23T08:25:18","date_gmt":"2016-10-23T08:25:18","guid":{"rendered":"http:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=6553"},"modified":"2016-10-26T15:43:23","modified_gmt":"2016-10-26T15:43:23","slug":"239-ueber-popmusik-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=6553&lang=de","title":{"rendered":"239 \u00dcber Popmusik (7) &#8211; The Who"},"content":{"rendered":"<h3>The Who<\/h3>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">The Who<\/span> sind zusammen mit den <span style=\"text-decoration: underline;\">Beatles<\/span>, <span style=\"text-decoration: underline;\">Rolling Stones<\/span>, den <span style=\"text-decoration: underline;\">Kinks<\/span> und <span style=\"text-decoration: underline;\">Bob Dylan<\/span> die eigentlichen Erfinder und Weiterentwickler der internationalen Popmusik. Von diesen Gruppen gingen im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche Seitenwege aus, die jeweils neue Richtungen innerhalb dieser gro\u00dfen und einflussreichen Kultur begr\u00fcndet haben. Bis in die Gegenwart hinein. Immer wieder wird man in vieler Hinsicht Wurzeln bei den oben Genannten finden.<\/p>\n<p><strong>Bob Dylan<\/strong>, gerade erst mit dem Nobelpreis geadelt, hat mit seiner lapidaren Pop-Dichtkunst die Szene zumindest text- und sprachlich stark beeinflusst. Zwar wenig innovativ, was Stil und Form betrifft (ich habe bereits \u00fcber Beat- und Pop-Lyrik im Blog Nr. 223 geschrieben). Aber er hat es dennoch neben <strong>John Lennon<\/strong> als bester geschafft, den Zeitgeist der sp\u00e4ten sechziger und fr\u00fchen siebziger Jahre mit ihrem Aufbruch in eine andere Welt und ihrer starken und bis in die Gegenwart hinein wirkenden pazifistisch ausgerichteten gr\u00fcn-bunten Bewegung in Worte zu fassen. Diese Worte, manche dieser m\u00e4chtigen Sprach-Bilder gehen wesentlich auf den anglo-polnischen Autor <strong>Joseph Conrad<\/strong> zur\u00fcck, dessen B\u00fccher zumindest sprach-stilistisch im Sinne des Symbolismus um 1900 sehr zu empfehlen sind und bis in die Gegenwart hinein sogar die deutschsprachige Pop-Kultur immer noch beeinflussen (1).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><i>Behind Blue Eyes<\/i>, ein Lied von <strong>Pete Townshend<\/strong>, dem Gr\u00fcnder der Gruppe <strong>The Who<\/strong>, lerne ich kennen und mitlesen auf der <em>Shazam-App<\/em>. Ich bin \u00fcberrascht \u00fcber die tiefe und melancholisch-verzweifelte Aggressivit\u00e4t dieses Songs, der in seiner instrumentalen und musikalischen Pop-Lapidarit\u00e4t doch auch wieder mildernd wirkt. Er schl\u00e4gt nicht blindw\u00fctig drauf los wie sp\u00e4ter die Punks oder Heavy Metal-Bands. Ich denke gleichzeitig an Townshends Londoner Anklage wegen Besitz von Kinderpornografie im Jahr 2003. Seitdem war er f\u00fcr mich, anscheinend sexuell altersschwach und senil geworden, verloren und vergessen.<\/p>\n<p>Dann lese ich jetzt, mehr als 13 Jahre sp\u00e4ter, nach, dass alles nur unbegr\u00fcndet war und wohl von Feinden als Fake in die Welt gesetzt worden ist, um dem K\u00fcnstler zu schaden &#8211; auch das gibt es alles bei Personen im Rampenlicht und direkt neben dem Rotlichtmilieu. Jetzt kann ich, so glaubte ich, diesen seinen wilden Text besser verstehen mit seiner heftigen Wut und dem existenziellen Schrei nach Rache. &#8211;\u00a0Dann lese und erfahre ich jedoch, dass dieses Lied schon von 1971 stammt, das hei\u00dft also weit vor dieser Londoner Affaire und Anklage. Mein biografischer Interpretationsansatz war also ganz falsch und unzutreffend. Zur\u00fcck bleibt nur noch die These der k\u00fcnstlerischen Bearbeitung von Wut und Aggressivit\u00e4t, wahrscheinlich bei Townshend ausgel\u00f6st wegen einer Trennung oder einer Liebes-Aff\u00e4re.<\/p>\n<p>Im Folgenden habe ich eine freie Nachdichtung versucht, die ebenso sehr gebrochene Wut und Aggressivit\u00e4t zum Ausdruck bringen soll.<\/p>\n<hr \/>\n<p>1 Ein sehr subjektiver LeseTipp von mir, der meine Fernweh- und Schiffe-Leidenschaft das ganze Leben lang begleitet hat: Joseph Conrads &#8220;<em>Lord Jim<\/em>\u201c. &#8211; Auch die Erz\u00e4hlung &#8220;<em>Der geheime Teilhaber<\/em>&#8221; mag f\u00fcr solche Menschen im Sinne Platons interessant sein, die der anderen H\u00e4lfte ihres Ichs, sei es als Erg\u00e4nzung, sei es als Spiegel, nicht nur in Platons im Weltall taumelnden Kugeln begegnen wollen (vgl. Blog Nr.180, \u201cSymposion\u201c).<\/p>\n<p>2 \u201e<em>Behind Blue Eyes<\/em>\u201c in der Fassung von <strong>Limp Bizkit<\/strong> aus dem Jahre 2003 (4.28\u2019). &#8211; Besonders sch\u00f6n in dieser Fassung die gesprochene Einblendung einiger hermetischer Buchstaben, deren R\u00e4tsel bis heute noch nicht gel\u00f6st worden ist.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">*<\/h3>\n<h3>Blaue Augen<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schlecht sein und<br \/>\ntraurig hinter diesen blauen<br \/>\nAugen steht der<br \/>\nHass all deiner<br \/>\nL\u00fcgen<\/p>\n<p>So leer meine<br \/>\nTr\u00e4ume nicht mein<br \/>\nGewissen einsam zur Rache<br \/>\nist jetzt Liebe geworden<br \/>\nganz ohne Freiheit, AR<\/p>\n<p>Diese Gef\u00fchle kennt<br \/>\nniemand du warst es nur<br \/>\nDu niemand versteckt so diese<br \/>\nWut meine Pein bewirkt<br \/>\nnichts<\/p>\n<p>Misshandelt und verteidigt<br \/>\nwerden zu m\u00fcssen hinter diesen<br \/>\nblauen Augen Entschuldigung<br \/>\nnicht so schlimm<br \/>\n(<i>laut<\/i>) doch!<\/p>\n<p>Schlecht sein traurig<br \/>\nsein hinter meinen blauen<br \/>\nAugen blickt ein<br \/>\nHass auf all diese \/<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(Freie Nachdichtung von Pete Townshends \u201e<em>Behind Blue Eyes<\/em>\u201c aus dem Jahre 1971)<\/p>\n<a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-twitter nolightbox\" data-provider=\"twitter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" title=\"Share on Twitter\" href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?url=https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog&#038;text=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px;margin-right:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"twitter\" title=\"Share on Twitter\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/twitter.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-mail nolightbox\" data-provider=\"mail\" rel=\"nofollow\" title=\"Share by email\" href=\"mailto:?subject=239%20%C3%9Cber%20Popmusik%20%287%29%20%E2%80%93%20The%20Who&#038;body=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20:%20https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"mail\" title=\"Share by email\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/mail.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The Who The Who sind zusammen mit den Beatles, Rolling Stones, den Kinks und Bob Dylan die eigentlichen Erfinder und Weiterentwickler der internationalen Popmusik. 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