{"id":7227,"date":"2017-04-15T06:28:06","date_gmt":"2017-04-15T06:28:06","guid":{"rendered":"http:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=7227"},"modified":"2025-08-06T20:41:11","modified_gmt":"2025-08-06T18:41:11","slug":"262-ueber-dissipation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=7227&lang=de","title":{"rendered":"262 \u00dcber Dissipation (Interview)"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><strong>Wieder gelesen<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Herzlichen Gl\u00fcckwunsch! Fast f\u00fcnftausend Mal wurde jetzt innerhalb von drei Jahren in Ihrem Blog gelesen, gebl\u00e4ttert, gesucht &#8211; wird das nicht allm\u00e4hlich etwas langweilig?<\/strong><br \/>\nF\u00fcr wen? F\u00fcr mich oder f\u00fcr die Leserschaft?<br \/>\n<strong>F\u00fcr Sie.<\/strong><br \/>\nIm Gegenteil. Der Blog nimmt allm\u00e4hlich Gestalt an in seiner Heterogenit\u00e4t und in seiner Vielfalt. Wenn dann ein Text wie &#8220;Vom Denken II&#8221;(Aufsatz Nr.45) auch noch auf Reddit gepostet wird, dann steigt die Leserschaft sprunghaft.<br \/>\nAuch die Kommentarseiten fangen an lebendig zu werden. Sie sind leider infolge eines technischen Fehlers fast ganz verschwunden. Das hei\u00dft es beteiligen sich allm\u00e4hlich Wissende und Interessierte am Gespr\u00e4ch, am Diskurs, je nach dem Themengebiet.<br \/>\n<strong>SG<\/strong>, von Hause aus ein Physiker und Mathematiker, jetzt Manager in einer gro\u00dfen internationalen Firma, hat mit mir zusammen <u>Nikolaus von Kue<\/u>s entdeckt und wir sind vielleicht g\u00e4nzlich dabei, ins Mittelalter abzudriften. <strong>CQ2<\/strong> k\u00fcmmert sich um Lyotards These, dass alles nur Interpretation, also subjektiv sei, und er klopft bei mir an, diese gedankliche und sehr wichtige Spur doch weiter zu verfolgen.<br \/>\nAuch die Schwulenbewegung hat sich gemeldet und sich \u00fcber meine Haltung zur CSD Parade in Stuttgart beschwert, sie sei diskriminierend (Blogbeitrag Nr.73, auch Nr.98). Diese Kritik haben wir jedoch nicht abgedruckt.<br \/>\n<strong>Warum nicht?<\/strong><br \/>\nWeil ich kein neues Fass aufmachen will. Im Augenblick bin ich mit dem Thema antike Philosophie, Kunst, Wissenschafts- und Erkenntnistheorie im Blog genug ausgelastet. Es nimmt sogar f\u00fcr manche Leser zu viel Raum ein. Vielleicht sp\u00e4ter mehr dar\u00fcber.<\/p>\n<p><strong>Wie kommen Sie zu Ihren Ideen?<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: revert;\">Ich sitze in der Stra\u00dfenbahn bei meinen morgendlichen Ausfl\u00fcgen in den Kaltentaler Wald, beobachte Menschen oder tr\u00e4ume vor mich hin. Eine Idee taucht in meinem Geist auf &#8211; ich diktiere sie in den Notizen-Ordner meines Handys. Manchmal sind es nur wenige Worte. Aber ich erinnere mich sp\u00e4ter daran und mir f\u00e4llt ein Text dazu ein, wenn die Zeit reif daf\u00fcr ist.<\/span><\/p>\n<p><strong>Was hei\u00dft das?<\/strong><br \/>\nEs gibt so viele Ideen, die mir durch den Kopf gehen. Sie verschwinden, dann kommen sie wieder, verschwinden. Schlie\u00dflich setzen sie sich in mir fest als Gedanken, als S\u00e4tze, als Texte. Und als Journalist habe ich gelernt das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen. Davon profitiere ich jetzt besonders.<br \/>\n<strong>Gibt es einen Unterschied zum Zeitungsschreiben?<\/strong><br \/>\nDas Schreiben im Blog f\u00e4llt mir bedeutend leichter als fr\u00fcher die Zeitungstexte. Ich bin immer schon rhizomartig vorgegangen: Ich schreibe auf, verwerfe, baue an, verbessere, verwerfe, baue wieder an und so fort. Wie ein unendliches und immer weiter sich ver\u00e4steltendes Wurzelwerk. Das geht mit den elektronischen Ger\u00e4ten bedeutend einfacher als fr\u00fcher, wo ich mit dem Bleistift durchstreichen, verbessern, in die Maschine tippen, nochmal und nochmal tippen musste. Jetzt ergibt sich eins aus dem anderen und es geht ganz leicht.<br \/>\nAuch mein Denken arbeitet so. Rhizomartig bewege ich mich in einer Denkspur vorw\u00e4rts, schweife ab, finde einen anderen Weg, gehe zur\u00fcck, kn\u00fcpfe an etwas anderes an. Das mag manchen Leuten chaotisch erscheinen. Mir gef\u00e4llt dieses Kreuz-und-quer-Denken, dieses Kreuz-und-quer-Schreiben. Sogar das Kreuz-und-quer-Leben kann es geben. Alles das gef\u00e4llt mir sehr. Manche nennen es &#8220;<strong>Dissipation<\/strong>&#8220;, dissipativ, in viele Richtungen hin zerstreutes oder soll ich sagen verstreutes Denken. Eine Neupr\u00e4gung, die der Komponist \u00a0<strong>Sylvano Bussotti\u00a0<\/strong>aus der Physik in die Kunst und die Geisteswissenschaften \u00fcbertragen hat.<br \/>\nDas Wildern, das Offen-Sein f\u00fcr viele Bereiche ist mein Leitspruch, auch meine Lebensdevise. Ich liebe das Erforschen, das Reisen, das Neue, Fremde, Andere, selbst das Gegens\u00e4tzliche manchmal. Auch in den Menschen. Und die Leser k\u00f6nnen sich dabei immer wieder auf Abwechslung gefasst machen.<br \/>\n<strong>Sie ber\u00fchren viele Bereiche in Ihrem Blog. Von der Mathematik zur Sprachphilosophie, von der Musik \u00fcber Gedichte und Kurzgeschichten sind Sie dann pl\u00f6tzlich bei der Politik oder Sie untersuchen antike Lebensformen.<\/strong><br \/>\nDas h\u00e4ngt mit meiner Ausbildung, mit dem Philosophie-Studium bei <strong>Karl Otto Apel<\/strong> zusammen. Ich habe etliche Dozenten gehabt, die nur in einer Spur geblieben sind, etwa um uns Hegel oder den Logiker Frege verst\u00e4ndlich zu machen. Ich hatte das Gl\u00fcck, Apel als Hochschullehrer gerade nur diese wenigen Jahre, die er in Saarbr\u00fccken war, in meiner Studienzeit angetroffen zu haben, bevor er nach Frankfurt als Nachfolger an den Lehrstuhl von <strong>Habermas<\/strong> gegangen ist.<br \/>\nAls Wissenschaftstheoretiker und Heidegger-Sch\u00fcler war er umfassend gebildet sowohl in den Geistes- wie in den Naturwissenschaften, in der Geistesgeschichte wie in der anglo-amerikanischen <span style=\"text-decoration: underline;\">Philosophy of Science<\/span>. Das f\u00fchrte zu einem weiten Horizont, den man heute eher wieder vermisst.<br \/>\nSogar die Wissenschaftstheorie ist gegenw\u00e4rtig keine Theorie mehr in dem Sinne, dass gegens\u00e4tzliche Schulen \u00fcber die Frage &#8221; Was ist Wissenschaft?&#8221; vorgestellt w\u00fcrden. Man scheint an den Universit\u00e4ten nur noch dem Wissenschafts- und Wahrheitsideal der Philosophy of Science verpflichtet zu sein.<br \/>\n<strong>Was macht dann die Philosophie im herk\u00f6mmlich traditionellen Sinne, wenn sie sich nicht auf eine Philosophie der Wissenschaft einschr\u00e4nken lassen will?<\/strong><br \/>\nSie bleibt bei der Philosophie- und Geistesgeschichte oder wandert aus. Verl\u00e4sst sogar die Universit\u00e4ten und gr\u00fcndet ganz neue Arten von Lehranstalten wie <strong>Derrida<\/strong> in Paris mit seinem \u201e<span style=\"text-decoration: underline;\">Coll\u00e8ge International de Philosophie<\/span>\u201c, wo jeder Zugang hatte sowohl als Lehrender wie auch als Lernender.<br \/>\nDie franz\u00f6sischen Philosophen der Gr\u00fcnderzeit in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wilderten mehr im Bereich von Kunst, Event und Kreativit\u00e4t, als dass sie sich einer streng logischen Sprachdisziplin im Sinne des angels\u00e4chsischen Empirismus unterwerfen wollten. Habermas und Apel haben es schlie\u00dflich dann doch so gemacht. Sie haben sich angepasst, um geh\u00f6rt zu werden. Leider.<br \/>\n<strong>Michel Serres<\/strong> etwa schreibt fast ein ganzes Buch \u00fcber die \u00c4sthetik des Essens \u2013 ganze Seiten hat er einem besonders guten franz\u00f6sischen Rotwein gewidmet. <strong>Baudrillard<\/strong> hat sich wohl am weitesten nach Au\u00dfen gewagt als Soziologe. Seinen Fach- und Wissensbereich hat er sehr weit zurecht gebogen. Aber auch Jacques Derrida war ganz sch\u00f6n provokativ.<br \/>\n<strong>Man kann Ihren Blog als ein Work in Progress verstehen, fast schon wie ein weit verzweigtes Kunstwerk, das Geist und K\u00f6rper ansprechen will.<\/strong><br \/>\nGewiss. &#8211; Auch im Sinne <strong>Montaignes<\/strong>, auf den ich mich bei dieser meiner Schreibarbeit immer wieder berufe. Auch er springt hin und her, kreuz und quer. Seine \u00dcberschriften in den \u201e<span style=\"text-decoration: underline;\">Essays<\/span>\u201c behandeln manchmal gar nicht das Thema, das sie versprechen. Dann blickt er zur\u00fcck, zitiert immer wieder die r\u00f6mische Antike, meist aus der Ecke Senecas, also die Stoiker. Aber auch die Skeptiker hat er gemocht. Er berichtet von seinen vielen Reisen ins benachbarte Ausland, vom Krieg, seinem Nierenleiden und mit Seneca sagt er, dass Leben sterben lernen bedeutet (\u201e<em>vivre c\u2019est apprendre a mourir<\/em>\u201c). Eigentlich alles sehr chaotisch und ohne eine \u201egeistige Disziplin\u201c oder Stringenz. Aber doch auch faszinierend.<br \/>\n<strong>Als Steigerung bringen Sie h\u00e4ufig die Sexualit\u00e4t mit ins Spiel.<\/strong><br \/>\nAus heuristischen Zwecken. Dar\u00fcber habe ich schon \u00f6fter geschrieben. Gut, wir sind im 21.Jahrhundert und auch in diesem Bereich keinen Schritt weiter, sofern es das \u00fcberhaupt geben kann (Entschuldigung). Auch das Thema Homosexualit\u00e4t ist alt und doch wieder so aktuell geworden. Es schleicht sich eine neue Art von Verklemmung ein, eine \u00c4ngstlichkeit, wie es sie die letzten drei Jahrzehnte nicht mehr gegeben hat. Ich pl\u00e4diere bestimmt nicht f\u00fcr die Popularisierung der Homosexualit\u00e4t, was von gewissen Elternkreisen hierzulande in der Schulp\u00e4dagogik und bei der Lehrplangestaltung bef\u00fcrchtet wird.<br \/>\nAber man muss dies alles doch diskutieren, durchdenken d\u00fcrfen <em>sine ira et studio,<\/em> wie ich meine. \u00dcberhaupt m\u00fcsste ich einmal dem Thema Schamhaftigkeit nachgehen, Angst vor dem Thema Sex. Warum scheut man sich wieder so sehr, nur schon das Wort \u201eSchwanz\u201c in den Mund zu nehmen (Entschuldigung). Als wenn es etwas Unanst\u00e4ndig-Giftiges, Verbotenes w\u00e4re. Dabei h\u00e4ngt doch das ganze Menschengeschlecht davon ab. Ich rede aus einer Zeit, die das Z\u00fcchten und Klonen noch nicht gekannt hat.<br \/>\n<strong>K\u00f6nnen Sie etwas \u00fcber Ihren Schreibstil sagen?\u00a0<\/strong><br \/>\nDas ist mein gr\u00f6\u00dftes Problem gegenw\u00e4rtig. Ich mache genau das, was ich an anderer Stelle in Frage stelle oder kritisiere. Ich verk\u00fcrze alles, verk\u00fcrze mein Denken, mein Suchen und Forschen auf das Blog-Format. Bin also ein &#8220;Reduktionist&#8221;, auch ein Vereinfacher. Gehe weniger in die Tiefe, wie man so sch\u00f6n sagt. Selbst wenn es vielleicht auch gar keine Tiefe geben mag.<br \/>\nIch bin zwar noch nicht auf dem SMS-, Mail- oder Bilder-Bildzeitungsniveau angekommen. Aber es geht in diese Richtung. Siehe Twitter. \u00a0Soll ich das harte Wort &#8220;Primitivit\u00e4t&#8221; jetzt ins Spiel bringen? Verk\u00fcrzt die Internet-Kommunikation die Weltwahrnehmung, das Begreifen von Wirklichkeit wegen ihrer Tendenz zur Vereinfachung? Deshalb nur gibt es auch diese gef\u00e4hrliche \u00dcberflutung mit Information im Internet und dies ganz ohne Filter oder Korrektiv. &#8211; Ich bef\u00fcrchte auch, dass meine F\u00e4higkeit B\u00fccher zu schreiben darunter leiden wird. Dass ich keine l\u00e4ngeren Zusammenh\u00e4nge mehr schaffe. Dass alles mit einem Schuss I<span style=\"text-decoration: underline;\">nfotainment<\/span>, also Unterhaltung, gew\u00fcrzt sein muss, um \u00fcberhaupt Leser zu finden. Das geplante Buch &#8220;<em>\u00dcber Liebe und Lust<\/em>&#8221; wird wohl nicht zustande kommen. Obwohl ich so viele Ideen zu diesem Thema bereits angesprochen habe.<\/p>\n<p>Vor allem die These, dass wir M\u00e4nner gegenw\u00e4rtig richtige &#8221; R\u00f6mer&#8221; geworden sind. Einerseits bereit zum Sex wie auch immer, selbst die neuen Cyber-Sklaven sind bereits vorhanden.<br \/>\nAndererseits \u00a0aber auch \u00a0bereit zur Beschr\u00e4nkung, Eingrenzung auf die Familie, \u00a0auf Frau und Kind, \u00a0die allein nur den Fortbestand der Gesellschaft und des Staates garantieren werden, wie ich glaube. Einen Staat mit Robotern und Klonen kann ich mir einfach nicht vorstellen.<\/p>\n<p>Auch die Rechtschreibung besch\u00e4ftigt mich. Gegenw\u00e4rtig geht fast alles, obwohl es eine neue Duden-Dogmatik gibt. Ich halte mich mehr an den englischen Satzbau. Ich vermeide wenn es nur geht Kommas. Sie hemmen den Sprachfluss und wirken f\u00fcr mein Gef\u00fchl irgendwie st\u00f6rend. Auch die Gro\u00df-und Kleinschreibung bei gewissen W\u00f6rtern ist noch ganz unausgegoren.<br \/>\nWenn man die Schweizer NZZ liest, wird man noch ratloser. Dort hat man sogar das scharfe S, besser bekannt als SZ, ganz abgeschafft. Zu Beginn meiner Arbeit als Feuilleton-Journalist habe ich nur drei Fremdw\u00f6rter in meinem Text akzeptiert, dann habe ich alle anderen \u00fcbersetzt. Am Ende dieser meiner T\u00e4tigkeit habe ich mich jedoch nur noch um Komplexit\u00e4t, Sprach-, das hei\u00dft auch Gedanken<b>dichte<\/b> bem\u00fcht. Jetzt schwanke ich in der Mitte. Meist lasse ich Fremdw\u00f6rter oder Fachbegriffe stehen, weil ich erwarte, dass man diese Begriffe in Wikipedia nachschl\u00e4gt.<\/p>\n<p><strong>Ben\u00fctzen Sie Wikipedia?<\/strong><\/p>\n<p>Fast \u00fcberhaupt nicht. \u00a0Es st\u00f6rt sehr stark meinen Schreibfluss. Nur bei der Endkontrolle, wenn die Seite eine gewisse Zeit lang fertig war, wenn ich mir \u00fcber Jahreszahlen oder andere Fakten, zum Beispiel \u00fcber das Leben <strong>Paul Feyerabends<\/strong>, nicht sicher bin, dann schlage ich nach. Ich will mir meinen Stil nicht verderben.<\/p>\n<p><strong>Was ist Ihr Stil?<\/strong><br \/>\nDas sollten Sie schon selber heraus bekommen. Ich werde Ihnen nicht dabei behilflich sein. Vielleicht wei\u00df ich es auch selbst nicht.<br \/>\n<strong>Ist auch eine Buchver\u00f6ffentlichung geplant?<\/strong><\/p>\n<p>Der Blogbeitr\u00e4ge?<\/p>\n<p><strong>Ja.<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin mir nur noch nicht dar\u00fcber im Klaren, ob ich eine inhaltliche Systematik einplanen oder alles weiter so spontan-chaotisch und collagenhaft ver\u00f6ffentlichen soll. Ob es also Kapitel\u00fcberschriften im Sinne einer Systematik geben wird oder ob man nach der mittelalterlichen oder franz\u00f6sischen Philosophie pl\u00f6tzlich wieder auf ein ebenso unverst\u00e4ndliches Gedicht sto\u00dfen wird.<\/p>\n<p>Doch dass ein Buch jetzt entstehen muss, ist mir klar. Es werden allm\u00e4hlich zu viele Seiten. Das Scrollen oder Vor- und Zur\u00fcckbl\u00e4ttern wird f\u00fcr mein Empfinden allm\u00e4hlich zu m\u00fchsam. Ein Buch in der Hand zu halten mag zwar etwas veraltet sein. Mir gef\u00e4llt es jedoch weiterhin mehr, mit einem Inhaltsverzeichnis und festen Seitenzahlen zu arbeiten. Auch eine \u00dcbersetzung des Blogs nach dem Englischen nun auch ins Chinesische wird kommen. Ich freue mich sehr dar\u00fcber. Vielleicht findet sich auch jemand f\u00fcrs Russische oder Portugiesisch-Brasilianische. Entsprechende Mitarbeiter gibt es ja in der edition weissenburg.<br \/>\n<strong>Was ist Ihr Ziel?<\/strong><br \/>\nEigentlich sehe ich mich als Dolmetscher, als \u00dcbersetzer in diesem Blog. Viele Jahre lang habe ich in Zeitungen, Zeitschriften, im Rundfunk \u00dcbersetzungsarbeit geleistet. Das hei\u00dft Kunst, Musik, Kultur habe ich den Menschen verst\u00e4ndlich zu machen versucht.<br \/>\nGleiches gilt jetzt auch f\u00fcr die Blogarbeit, nur dass der Schwerpunkt mehr auf der Philosophie und dem &#8221; Denken des Denkens&#8221; liegt, \u00a0um mit Aristoteles wieder zu sprechen.<br \/>\nAber auch hier versuche ich zu vermitteln, zumal ich bei vielen Menschen einen Nachholbedarf in Sachen Philosophie wahrnehme. Selbst Wirtschaftsmanager leisten sich mittlerweile einen hoch dotierten Coach f\u00fcr diesen Bereich, der auch das weite Feld des Intellektualismus abdeckt.<\/p>\n<p>Und wer will heute nicht intellektuell sein? Sehen Sie, dass wir wieder in Rom sind? Selbst ein Milit\u00e4r wie Caesar hat Gedichte und sprachphilosophische Abhandlungen geschrieben. Auch bei den Franzosen der Gegenwart ist diese Tradition sehr verbreitet. Ein guter Politiker dort muss ein Buch geschrieben haben! &#8211; Auch in der Kleider-, in der Brillen-Mode gibt es mittlerweile den <u>stile intelletuale<\/u>.<\/p>\n<p>Ich will Anst\u00f6\u00dfe geben, nur das, Impulse, den eigenen Lebensweg, die eigene Spur zu finden oder zu spuren. Das bedeutet auch, ich biete Begriffe an, Welt und Wirklichkeit zu begreifen, sich darin zurecht zu finden. <i>Deine Sprache ist deine Welt<\/i>. Und umgekehrt. Ein ganz wichtiger Satz, der auf Wittgenstein zur\u00fcck geht. Spricht man zwei Sprachen, lebt man in zwei Welten. Fragen Sie mich aber nicht, was ich unter &#8220;Sprache&#8221; verstehe. Mathematik, Sex, Musik, Philosophie, all das sind Sprachen.<br \/>\nSie werden sich vielleicht erinnern, \u00fcber die &#8220;Spur spuren&#8221; habe ich schon mehrmals geschrieben, am deutlichsten vielleicht auf der Blog-Seite Nr.37. Ich will jedoch weder bilden noch erziehen noch unumst\u00f6\u00dfliche Wahrheiten einimpfen im herk\u00f6mmlichen Sinne, sondern ich will eher die Vielf\u00e4ltigkeit der Welt und ihrer Menschen zeigen. Auch die gelungene Unterschiedlichkeit der Lebensformen. Selbst eine gelungene Widerspr\u00fcchlichkeit. Und dass deshalb der Satz vom Widerspruch nicht absolute G\u00fcltigkeit besitzen kann (Lachen).<br \/>\nDass wir in einem chaotischen Zustand von Wahrheit und Weisheit, auch des \u00dcbergangs und der \u00c4nderungen gegenw\u00e4rtig leben, auch zu leben gezwungen sind. Dass dies eine Gefahr, aber auch eine gro\u00dfe Chance bedeuten kann. Wie die neuen Kommunikationsformen, wie das Blogschreiben auch.<br \/>\nIch pl\u00e4diere in meiner Gedankenarbeit f\u00fcr Mitmenschlichkeit, Kommunikation, Freiheit und Kreativit\u00e4t; meinetwegen auch f\u00fcr Liebe und Lust, f\u00fcr Freude und das Vergn\u00fcgen. Und dass man Tod und Krieg und Ausbeutung verhindern und sich nicht wie Tiere abschlachten oder Flugzeuge mit unschuldigen Menschen abschie\u00dfen soll.<br \/>\n<strong>Was hei\u00dft &#8220;Menschlichkeit&#8221;? Im Namen von Menschlichkeit sind schon ganz schlimme Dinge <\/strong><strong>passiert.<\/strong><br \/>\nDass man sich einer Person, dass man sich dieser Person anvertrauen kann. Dass man unversehrt bleibt an Leib und Seele.<br \/>\n<strong>Und was ist Kommunikation?<\/strong><br \/>\nDas aufrichtige Sprechen und F\u00fchlen unter- und miteinander. Das Vermeiden von L\u00fcge und Unwahrheit. Das Durchleuchten oder Offenlegen von Hintergr\u00fcnden und egoistischen Interessen. Ich treffe eine Entscheidung, du triffst eine Entscheidung. Nach Luhmann bestimmt dieser Satz unser ganzes Leben: Ich bin, weil ich Entscheidungen treffe. Nur l\u00e4uft unsere ganze Entwicklung auf das Gegenteil hinaus. Wir werden entschieden. Vielleicht ist es das sogar, was man gegenw\u00e4rtig unter Schicksal versteht.<br \/>\n<strong>Jetzt legen Sie sich aber sehr genau fest.<\/strong><br \/>\nSelbst die Isosthenie ruft auch ihre Antithese hervor. Die Skepsis \u00fcber die Skepsis wird zur Festlegung. Und da bin ich jetzt gelandet. Auch Wahrheit und Weisheit besitzen eine innere und ganz lebhafte Begriffsdynamik.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Leicht bearbeiteter Neuabdruck eines Textes vom 25.7.2014.<br \/>\nDas Gespr\u00e4ch f\u00fchrte Alexey Chibakov.<br \/>\nNr.91 Gesamtinhaltsverzeichnis aller Beitr\u00e4ge.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>*<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ich w\u00fcnsche allen meinen Leserinnen und Lesern in nah und fern frohe Ostern! &#8211; Verbunden auch \u00a0wieder mit der Bitte, gelegentlich den like- oder share-Knopf zu dr\u00fccken, um die Leserschaft zu vergr\u00f6\u00dfern und den Blog zu popularisieren. Danke!<\/strong><\/p>\n<a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-twitter nolightbox\" data-provider=\"twitter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" title=\"Share on Twitter\" href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?url=https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog&#038;text=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px;margin-right:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"twitter\" title=\"Share on Twitter\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/twitter.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-mail nolightbox\" data-provider=\"mail\" rel=\"nofollow\" title=\"Share by email\" href=\"mailto:?subject=262%20%C3%9Cber%20Dissipation%20%28Interview%29&#038;body=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20:%20https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"mail\" title=\"Share by email\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/mail.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder gelesen Herzlichen Gl\u00fcckwunsch! 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