{"id":8311,"date":"2018-08-01T14:27:00","date_gmt":"2018-08-01T14:27:00","guid":{"rendered":"http:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=8311"},"modified":"2022-03-12T10:04:35","modified_gmt":"2022-03-12T10:04:35","slug":"289-wieder-gelesen-die-maske","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=8311&lang=de","title":{"rendered":"289 Wieder gelesen: Die Maske"},"content":{"rendered":"<p><em>Nach dem langen und tiefen Blick in die Antike (habt ihr euch wieder gefunden?) und dem Vorabdruck-Start meines neuen Rihmbuches (demn\u00e4chst) hier und heute zur Entspannung und Ablenkung (Ablenkung?) wieder ein Ausflug in die sch\u00f6ne Literatur. Nicht in die Poesie, welche per Twitter(!) demn\u00e4chst folgen wird, sondern in die Essayistik (Essayistik?) oder auch nur in einen literarischen und ironisch \u00fcberzeichneten Text von fr\u00fcher (\u00fcberzeichnet? Seufz, immer diese schwierige Wortfindung; heute und&nbsp;in dieser Hitze, es ist nicht mein Tag). <\/em><\/p>\n<p><em>Ich &nbsp;habe dar\u00fcber geschrieben, dass ich von Baudrillards Stil besonders im dritten Band (Musikbuch) meiner von Koryph\u00e4en wie Heinz Schlaffer, Wolfgang Harig oder Werner Grimmel* durchaus akklamierten \u00c4sthetik (Wortwahl!)&nbsp;sehr beeinflusst worden bin. Ich zitiere hier aus dem Kapitel 2 \u201eDiscomusik\u201c die Abhandlung \u00fcber die Maske (S.53 ff). Im Blog ist es die Nr.47. T\u00e4nzer, die mit der Sinnlosigkeit spielen, sind immer (nur) Masken-Tr\u00e4ger. Wie Du und ich (wer ist Du? Warum gro\u00df geschrieben? Meint der Schreiber eine bestimmte Person, mit der er sich immer in der Disco trifft?)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>&nbsp;<b>\u00dcber die Maske<\/b><\/em><\/p>\n<p>Wenn wir \u00fcber die Maske nachdenken, stehen wir pl\u00f6tzlich vor einem gro\u00dfen Dilemma: Wir k\u00f6nnen nicht mehr die Subjekt-Objekt-Trennung aufrecht halten. Wir k\u00f6nnen nicht mehr unterscheiden, ob nicht die Maske selber uns missbraucht, ausn\u00fctzt f\u00fcr eigensinnige und undurchsichtige Zwecke. Ob sie nicht bereits uns ihren Willen aufgezwungen hat, ob wir uns nicht bereits nach ihrem Willen bewegen, verhalten, sprechen, Worte wie Tanzschritte setzen m\u00fcssen, auch Texte wie eben diesen konstruieren (der reine \u00c4sthetizismus); ob wir also \u00fcberhaupt noch Subjekt beim Ausw\u00e4hlen wie Tragen der Maske sind.<\/p>\n<p>Anders ausgedr\u00fcckt: Ob wir nicht unseren Stil, \u00fcber den wir uns so sorgf\u00e4ltige Gedanken machen, den wir pflegen, auch zelebrieren wie in einem Gottesdienst &#8211; nur Gott selber wei\u00df, dass wir bereits zur Gottheit geworden sind, immer nur wir, unser K\u00f6rper, die Augen, das Gesicht, die sch\u00f6ne Gestalt, von den unteren K\u00f6rperteilen ganz zu schweigen &#8211; , ob wir nicht diesen Stil zu inszenieren gezwungen sind wie ein gelungenes Theaterst\u00fcck, wenn wir entsprechende Vorbilder in den Medien, den Zeitschriften oder Musik-Videos gefunden haben.<\/p>\n<p>Kritiker behaupten, die Maske und das stilisierte Leben allgemein verberge uns voreinander. Das Umgekehrte scheint mir zutreffender. Die Maske bringt uns n\u00e4her, macht uns gleich durch die Verkleidung, durch neue Werte der Lebensgestaltung, welche sie uns anbietet: Sch\u00f6nheit, Sinnlichkeit, Kontrolle, Disziplin, eine gewisse faszinierende Steifheit und W\u00fcrde dann und wann, nicht zuletzt auch neue Formen von rationalem Handeln und pragmatischer Zielorientierung.<\/p>\n<p>Sie bewirkt, dass wir uns gerade durch das Versteckspiel und die Methode, uns selbst und unser Leben, welches doch so voller Angst und Sorge ist, als Kunstwerk zu definieren, n\u00e4her kommen und unsere geheimen W\u00fcnsche und K\u00fcmmernisse auf neue Art offen legen. Dazu muss man klug und gebildet sein, nicht wahr, und die neuen Zeichen der Zeit auch zu deuten wissen, damit wir auf diese Art nicht zuletzt &#8211; &nbsp;sagt Freud &#8211; auch W\u00fcnsche erfahren, die bis in den Bereich von Sexualit\u00e4t und Unterwelt gehen m\u00f6gen.<\/p>\n<p>Offenbare deinen Stil &#8211; nicht die \u00f6konomischen Gesetze oder Strukturmerkmale deines Stils, sie interessieren uns weniger als das Ergebnis! &#8211; und ich sage dir, wer du bist. Du stilisierst dich, also bist du:<\/p>\n<p>s t i l i s o , &nbsp;e r g o &nbsp; s u m .<\/p>\n<hr>\n<p>* <i>Bei Amazon die Kommentarspalten zum Buch anklicken und die dort &nbsp;vom FAZ-Autor Werner Grimmel geschriebene tief sch\u00fcrfende Rezension meines Buches nachlesen. Wer das Buch wegen des&nbsp;Preises nicht kaufen will (es liegt als Hardcover- Band sehr sch\u00f6n in der Hand) &#8211; in den Hochschul &#8211; und Universit\u00e4ts-Bibliotheken ist es auch zu finden. Geschrieben meist im Stil der Franzosen. Manchmal \u00fcberm\u00fctig, manchmal unheilschwanger. Der Beginn ist sehr hermetisch. Nicht abschrecken lassen! Daf\u00fcr ist der Schluss, wenn wir auf der Tanzfl\u00e4che mit der Sinnlosigkeit spielen wollen, zumindest im Satzbau spielerisch leicht.<\/i><\/p>\n<p><i> Auch mein bew\u00e4hrt &#8211; provokatives Spiel mit Reizworten wird eingesetzt, etwa das bekannte Derrida-Zitat aus seinem \u201eApokalypse\u201c-Buch vom \u201eZur\u00fcckziehen der Vorhaut der Eichel\u201c (das w\u00e4re f\u00fcr das Hymen der Frau die Apokalypse, sinnbildlich gesprochen) wird &nbsp;aus heuristischen Gr\u00fcnden immer wieder von mir verwendet. Bei den Vortr\u00e4gen fast schon ein von Wissenden erwarteter LieblingsTrick von mir, die Leute bei der Stange zu halten (Freudianisch gesprochen) und am Einschlafen zu hindern. Denn wer ein richtiger Intellektueller sein will mit allem, was dazu geh\u00f6rt&#8230;Ich brauch das nicht weiter auszuf\u00fchren, nicht wahr.<\/i><\/p>\n<p><b>Reinhold Urmetzer, \u00c4sthetik Band 3 \/ Musikbuch &#8211; ISBN &nbsp;978 &#8211; 3- 8391- 9496 &#8211; 6&nbsp;<\/b><\/p>\n<p><em>* <\/em>Werner Grimmel hat eine sehr sch\u00f6ne und ausf\u00fchrliche Rezension geschrieben. Zu finden und zu lesen im Verkaufsprospekt der \u00c4sthetik Bd.3 &#8220;Musikbuch&#8221; bei Amazon.<\/p>\n<a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-twitter nolightbox\" data-provider=\"twitter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" title=\"Share on Twitter\" href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?url=https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog&#038;text=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px;margin-right:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"twitter\" title=\"Share on Twitter\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/twitter.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-mail nolightbox\" data-provider=\"mail\" rel=\"nofollow\" title=\"Share by email\" href=\"mailto:?subject=289%20Wieder%20gelesen%3A%20Die%20Maske&#038;body=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20:%20https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"mail\" title=\"Share by email\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/mail.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem langen und tiefen Blick in die Antike (habt ihr euch wieder gefunden?) und dem Vorabdruck-Start meines neuen Rihmbuches (demn\u00e4chst) hier und heute zur Entspannung und Ablenkung (Ablenkung?) wieder ein Ausflug in die sch\u00f6ne Literatur. 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