{"id":8395,"date":"2018-08-21T12:11:38","date_gmt":"2018-08-21T12:11:38","guid":{"rendered":"http:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=8395"},"modified":"2020-03-27T17:40:43","modified_gmt":"2020-03-27T17:40:43","slug":"292-novellen-zur-zeit-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=8395&lang=de","title":{"rendered":"292  Novellen zur Zeit (2)"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Im Spiegel der Musik<\/strong><\/h3>\n<p>Im Spiegel der Musik habe ich dich wieder gesehen und betrachten k\u00f6nnen. Du warst am Tanzen mit dir selbst und wolltest die Nacht aufdrehen. Wie das geht, hast du mich gefragt. Ob ich das k\u00f6nne, ob ich es m\u00f6chte. Leidenschaftlich, immer h\u00f6her dem Klang, der Schwingung der Musik und unserem K\u00f6rper folgend. Mit einer Kunst, die ganz ohne Schlagzeug oder Gitarre aus kommt. Die nur dem eingegebenen Computerprogramm und seinen Erfindungen vertraut. Die sich dreht und wendet, begehrt und liebt und an ein Ziel kommt, welches du nicht einmal ahnen oder kennen wirst. Auch mich darfst du nicht danach fragen.<\/p>\n<p>Man muss gleich sein, sich gleich f\u00fchlen, hast du gesagt, gleiche Gef\u00fchle haben. Das verlangt auch die Botschaft der Musik. Dann wird es gehen, selbst wenn es schmutzig und schlecht zu sein scheint. Beherrscht werden von einer Musik, einem Leben und einem Programm,<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp;<\/span>das zu Schmutz und zu Schlechtigkeit aufruft und dennoch sch\u00f6n, ehrlich sein kann. Was dir gef\u00e4llt, wie ich wei\u00df(1).<\/p>\n<p>Eine Zeit lang habe ich geglaubt, dieser seltsame Kontakt mit dir k\u00f6nne die Nacht heller, bunter, auch menschlicher machen. Dass uns virtuelle Ber\u00fchrungen und neuartige Z\u00e4rtlichkeiten n\u00e4her bringen, die Fremdheit aufheben und der Wahrheit \u00f6ffnen w\u00fcrden. Doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Der schnelle Austausch von k\u00fcnstlich gesteuerten Bewegungen und Gef\u00fchlen macht uns nur noch mehr zu Fremden, die wir immer schon waren und die wir f\u00fcr immer bleiben werden, wie ich glaube. Unsere Fremdheit kann nicht \u00fcberwunden werden.<\/p>\n<p>Vielleicht weil wir zu gleich sind, gleich geartet, gleich gerichtet, meinst du. Das Programm kennt unsere Ziele. Dennoch stimmen wir nicht \u00fcberein. Du beklagst, unsere Schnittmenge sei nicht gro\u00df genug. Unserer N\u00e4he w\u00e4re eine Ferne und die k\u00f6rperliche Begegnung ein Kampf der Computer-Gladiatoren vor dem Untergang. Es ginge nur um Sieg oder Niederlage. &#8211; Wie kannst du das sagen, frage ich zur\u00fcck. Was hast du dir davon versprochen, wenn zwei Fremde sich zueinander hin bewegen und Grenzen des Sprechens, Begehrens, einer neuartigen Verzauberung vielleicht auch zu \u00fcberschreiten suchen?<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p>Gewiss war unsere Begegnung seltsam, eigenartig, ja solipsistisch. Vielleicht waren wir als Gegner auch austauschbar wie Maschinen, wie Roboter, unsere Geduld zu schwach, die Toleranzschwelle zu niedrig. Selbst wenn keine N\u00e4he im Spiel ist, gibt es doch eine Kraft, die \u00fcbertragen werden kann und uns fest aneinander schmiedet. Quasi verkeilt ineinander f\u00fcgen wir uns keine Schmerzen zu. Auch keine Lust, keine Freude, kein Begehren. Ganz passiv erleben und erleiden wir beide dieses Programm, das Tanz, Musik, K\u00f6rper und Begehren bedeutet. Und w\u00e4re es auch nur der Maske wegen gewesen, die du mir geschenkt hast f\u00fcr diese Stunde und &nbsp;Nacht.<\/p>\n<p>Ich bin kein Magier, auch wenn du es vielleicht glaubst. Du bist du, ich bin ich. So werden wir bleiben und zu bestehen versuchen im stillen Miteinander, Nebeneinander und Gegeneinander, welches Begegnung, Beziehung, Liebe genannt werden mag. Eben als ein Ich und als ein Du. So glaube ich zumindest. Zwar neuartig genug, aber immer doch ehrlich und wahr.<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p>Als du schlie\u00dflich resigniert aufgegeben hast, war auch das Spiel der Worte, selbst dieser meiner Worte jetzt, die ich schwierig genug habe finden m\u00fcssen f\u00fcr dich und mich, zu Ende. Die Hartn\u00e4ckigkeit, wie wir diesem Programm folgen, ja folgen mussten, hat uns in einen Taumel versetzt, der uns verschlingt und unsichtbar gemacht hat, sagst du. Um uns nicht voreinander verstecken zu m\u00fcssen, haben wir eine neue Sprache zu sprechen versucht. Aber verstehen konnten wir uns nicht. Wir waren tats\u00e4chlich irgendwann verschwunden, auch wenn ich es nicht glauben kann. Vor uns stand ein Ende als Neubeginn.<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p>Haben wir ihn gewagt? \u2013 Sei Du, sei Ich, und sei nicht verschwunden!<\/p>\n<hr>\n<p>(1) Enrique Iglesias, Turn the Night up<\/p>\n<a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-twitter nolightbox\" data-provider=\"twitter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" title=\"Share on Twitter\" href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?url=https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog&#038;text=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px;margin-right:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"twitter\" title=\"Share on Twitter\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/twitter.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-mail nolightbox\" data-provider=\"mail\" rel=\"nofollow\" title=\"Share by email\" href=\"mailto:?subject=292%20%20Novellen%20zur%20Zeit%20%282%29&#038;body=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20:%20https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"mail\" title=\"Share by email\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/mail.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Spiegel der Musik Im Spiegel der Musik habe ich dich wieder gesehen und betrachten k\u00f6nnen. 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