{"id":9608,"date":"2020-02-10T10:11:35","date_gmt":"2020-02-10T10:11:35","guid":{"rendered":"http:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=9608"},"modified":"2023-02-14T06:43:08","modified_gmt":"2023-02-14T06:43:08","slug":"331-ueber-klimawandel-ueber-fremdheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/edition-weissenburg.de\/blog\/?p=9608&lang=de","title":{"rendered":"331 \u00dcber Klimawandel, \u00fcber Fremdheit"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align: left;\">I<\/p>\n<p>Die Beobachtung, dass sich das Klima ge\u00e4ndert hat in den letzten Jahren, d\u00fcrfte mittlerweile allgemeine Zustimmung finden. Dass die Erde, auf der wir uns, wer auch immer, genau jetzt und an dieser Stelle bewegen, schon mal Eis, schon mal Meer, schon mal Steppe oder auch vulkanischen Ursprungs war, das d\u00fcrfte auch einsichtig sein. D.h. eine kleine Explosion mehr oder weniger stark in der Sonne, Vulkanausbr\u00fcche und Tsunamis k\u00f6nnen alles auf der Erde ver\u00e4ndern, zum Guten, zum Schlechten. Ja ganze Kulturen ausrotten, ob bei den Menschen am Beispiel mancher indigener Kulturen oder bei den Tieren, der weltweite Untergang der Dinosaurier zum Beispiel \u00a0durch einen Vulkanausbruch in Mittelamerika, so zumindest in der Geschichtsschreibung und Theorie.<\/p>\n<p>Nun behauptet jedoch die Wissenschaft, besser gesagt ein gro\u00dfer Teil der Naturwissenschaft: der Klimawandel sei von Menschen gemacht. Im Sinne der skeptischen Isosthenien mag das stimmen und auch nicht. Jedenfalls scheint mir ein Denken, welches selbst mit vagen Vermutungen oder falschen wissenschaftlichen Pr\u00e4missen Katastrophen verhindern will und kann, richtiger und sinnvoller zu sein als das fatalistische Hinnehmen<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>von sogenannten unwiderlegbaren Tatsachen &#8211; Beweisen. Die erste oben beschriebene Glaubweise<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>befreit die Menschen aus ihrer Passivit\u00e4t und Hoffnungslosigkeit und ruft sie zur Aktivit\u00e4t, zur Mitverantwortung und Gestaltung auf. Dies geschieht gegenw\u00e4rtig mit \u00fcberraschenden und guten Ergebnissen, was zum Beispiel die Gewinnung von Energie durch die Sonne betrifft statt durch fossile Brennstoffe oder Kernspaltung.<\/p>\n<p>\u00dcber die Ursache oder auch Anamnese des Klimawandels und ob man ihn \u00fcberhaupt stoppen oder bek\u00e4mpfen kann, dar\u00fcber sind sich jedoch die wissenschaftlichen Gruppen und Kulturen unserer Welt durchaus im Unklaren, ja sogar im Streit. Dieser Streit kann letztendlich auch zu kriegerischen Auseinandersetzungen und weiteren Katastrophen f\u00fchren.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Grundfrage lautet n\u00e4mlich : Wie kommt der Klimawandel zu Stande? Daran anschlie\u00dfend kann man vielleicht Methoden entwickeln, wie man ihn stoppen k\u00f6nnte. Diese anamnetische Grundfrage also, wie kommt der Klimawandel zu Stande, was ist seine Ursache, das ist jedoch eine Frage, welche die Wissenschaft, genauer: nicht nur die Naturwissenschaft mit ihren Methoden der Wahrheitssuche und Wahrheitsfindung, kl\u00e4ren muss. Denn das Problem ist auch eines der Vermittlung, der Kommunikation. Die Philosophie mag das Vorgehen methodisch hinterfragen. Mehr wird sie auch nicht ausrichten k\u00f6nnen. Sie ist meist keine Wissenschaft der Praxis.<\/p>\n<p><b>II<\/b><\/p>\n<p>\u00dcber die Wahrheit der wissenschaftlichen Erkenntnis habe ich schon oft genug geschrieben. Ich habe von Isosthenien, Gleichwertigkeiten in der Argumentation, in der Beweisf\u00fchrung<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>gesprochen, die sich notwendig sogar bei naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, um nicht sogar von Wahrheiten zu sprechen, entwickeln m\u00fcssten je nach der Perspektive und dem Blickwinkel, den der Beobachter auf das Objekt der Beobachtung richtet. Ich habe immer wieder darzulegen versucht, dass Wahrheits-Entscheidungen so manipuliert und entwickelt, konstruiert werden k\u00f6nnen, muss man wohl sagen, dass je nach Betrachtungsweise und Perspektive des Beobachters die Antwort so oder so ausfallen kann.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ja es werden sogar in mancher Art \u00a0\u201eForschung\u201c die Objekte der Beobachtung so ver\u00e4ndert oder k\u00fcnstlich hergestellt, dass die Prognosen und die f\u00fcr politische Entscheidungen relevanten Ergebnisse zustande kommen k\u00f6nnen. Bestes Beispiel: Durch die Fragestellung bei statistischen Untersuchungen im Bereich der verhaltenstechnisch ausgerichteten Beobachtungs- und Steuerungs-Soziologie kann das Ergebnis so beeinflusst oder vorweg genommen werden, wie man es gerade w\u00fcnscht und f\u00fcr notwendig h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Dass es also Wahrheiten gibt und geben muss, die identisch mit ihrem Gegenteil, ihrer Antithese sind. Eine Paradoxie in der Logik: a kann dann und wann auch gleich b sein &#8211; ein verwirrender Widerspruch. Es entsteht formal-logisch eine Isosthenie. Genau dies begegnet uns immer wieder selbst im t\u00e4glichen Leben, besonders bei Gef\u00fchls-Entscheidungen.<\/p>\n<p>Ich denke, Handlungsentscheidungen basieren sehr oft auf Gef\u00fchlen, die die Vernunft und vern\u00fcnftiges Handeln beeinflussen, wenn nicht sogar unbewusst und spontan \u00a0auch steuern k\u00f6nnen. Das mag gut, das mag schlecht sein. Denn nur Gef\u00fchle<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>stellen die Kraft und Energie zum Durchf\u00fchren eben dieser Handlungen zur Verf\u00fcgung. Am Beginn einer jeden Handlungsentscheidung, die auf einer einsichtigen \u201eBeweislage\u201c basiert, steht also meines Erachtens die <u>Emotionalisierung<\/u>. Je heftiger und st\u00e4rker die Emotion, umso durchsetzungswilliger, weil energievoller, wird die Durchf\u00fchrung einer Handlung sein.<\/p>\n<p>Nach der Emotionalisierung folgt die <u>Dogmatisierung<\/u>: die Entscheidung, die emotional, vielleicht sogar unterbewusst getroffene Entscheidung muss als rational richtig, sinnvoll und n\u00fctzlich festgelegt, also immunisiert, d.h. dogmatisch abgesichert werden. Das bedeutet auch: Widerspr\u00fcche, Ablehnungen, gegenteilige Entscheidungen zu bek\u00e4mpfen und sie mit eben dieser Energie, die mit Hilfe der Emotionalisierung gewonnen worden ist, zu eliminieren. Als dritter Schritt folgt gelegentlich auch eine <u>Fanatisierung<\/u>. Die Entscheidung, die quasi wie ein Dogma rational, das hei\u00dft vorerst noch argumentativ verteidigt und nicht in Frage gestellt werden darf, wird jetzt mit einer blindw\u00fctigen emotionalen Kraft, d.h. einem selbst Opfer nicht ausschlie\u00dfenden Fanatismus, durchzusetzen versucht.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Da es aber im Leben permanent immer wieder gegenteilige Wahrheiten auch gibt, also im Sinne von Isosthenien, muss dies notwendig zu Auseinandersetzungen f\u00fchren, die \u00a0auch in kriegerische gewaltt\u00e4tige Konflikte m\u00fcnden k\u00f6nnen. Sieger in einer solchen Auseinandersetzung, die mit Fragen von Wahrheit und dem Beweisen dieser Wahrheiten begonnen hatte, ist dann nicht der \u00fcberzeugende argumentative Beweis, sondern die Macht des St\u00e4rkeren. In milit\u00e4rischen Kriegen derjenige, der die besseren und kl\u00fcgeren Waffen mittlerweile besitzt und das Geld dazu hat.<\/p>\n<p><b>III<\/b><\/p>\n<p>Wir sind vom Ph\u00e4nomen des Klimawandels ausgegangen und haben festgestellt, dass sich in der Beurteilung einer vern\u00fcnftigen Behauptung, eines einsichtigen Ph\u00e4nomens, in diesem allgemeinen F\u00fcrwahrhalten wieder eine Isosthenie gebildet hat. Dass These wie Antithese bei Fragen des Klimawandels mittlerweile weltweit Vertreter finden. Ja dass selbst die Staatenlenker, etwa Putin, Trump und Merkel, mittlerweile sich auf gegnerischen Seiten befinden. Wenn der Klimawandel naturgegeben ist, etwa durch atmosph\u00e4rische oder sogar universale \u00c4nderungen im Weltall, l\u00e4sst er sich nicht beeinflussen. Wenn er jedoch vornehmlich von Menschen verursacht worden ist, l\u00e4sst er sich vielleicht bek\u00e4mpfen. Ja alle Menschen guten Willens m\u00fcssten sich theoretisch, praktisch<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>und solidarisch in diesem gewaltigen Kampf mit anschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Was nun tun in einer solchen Pattsituation?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>Sextus Empirikus<\/b>, ein antiker skeptischer Erkenntnistheoretiker aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert in Athen, empfiehlt bei gleichwertigen Auseinandersetzungen und Entscheidungen, sich nicht in den Diskurs einzumischen, sich zu enthalten, abzuwarten und weder Stellung f\u00fcr die eine noch f\u00fcr die andere Seite zu beziehen. In der t\u00e4glichen Lebenspraxis sich auf die <b>Tradition<\/b> zu verlassen, denn die Wahrheiten der Tradition (welcher unterschiedlichen Tradition an welchem Ort auch immer) haben sich im Laufe der Jahrhunderte und auch Jahrtausende evolutionshistorisch und kulturgeschichtlich bew\u00e4hrt und sie sind einzuhalten. Sie haben sich bew\u00e4hrt. Sonst w\u00fcrden sie nicht weiterhin bestehen k\u00f6nnen. Dies als ein Haupt-Argument des <u>Traditionalismus<\/u>.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Er stellt sich oft gegen Fortschrittsglaube und vor allem auch gegen die pragmatische \u00dcberbetonung einer Effizienz des Neuen, des neu Entwickelten, neu Entdeckten, neu Gefundenen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0Dies bezogen auf das \u00f6konomistische Denken der Gegenwart und des Kapitalismus. \u201e\u00d6konomistisches Denken\u201c ist eine \u00dcbersteigerung des auf Gewinnoptimierung und Gelderwerb ausgerichteten Denkens und Handelns.<\/span><\/p>\n<p>Die \u201etraditionalistische\u201c Glaubensweise als Wahrheit gilt bis auf den heutigen Tag in vielen Kulturen unserer Welt. Nicht zuletzt \u00a0auch die wie in der Antike \u00a0feststehende \u00dcberzeugung, dass die Erfahrungsweisheit des Alters h\u00f6her eingesch\u00e4tzt werden muss als das riskante Experiment mit dem Neuen, das immer auch ein Scheitern, ein gegenteiliges Ergebnis mit einschlie\u00dfen kann. Siehe Kernenergie, Gentechnik, Digitalisierung, Globalisierung. Mit jedem \u201eFortschritt\u201c, nennen wir das \u201eFortschreiten in die \u00c4nderung\u201c einmal so, haben sich sofort neue, neuartige Probleme innerhalb dieses &#8220;Fortschritts&#8221; als Antithese entwickelt.<\/p>\n<p>Nebenbei: \u201eFortschritt\u201c kommt von \u201efort schreiten\u201c von einem Punkt zu einem anderen. Ob die Richtung stimmt, das entscheidet sich jedoch immer erst im Nachhinein &#8211; in der Tradition.<\/p>\n<p>Weniger hilfreich scheint mir in einem solchen Fall das Vorgehen der autorit\u00e4ren Diktaturen beispielsweise in Arabien, im Iran oder in China zu sein. Sie berufen und verlassen sich in ihren Text-Interpretationen der heiligen B\u00fccher auf \u201ebew\u00e4hrte Autorit\u00e4ten\u201c, die den Weg weisen, wo es lang gehen soll. Dass diese oft fragw\u00fcrdigen dogmatischen, manchmal auch fanatisierten Text-Exegeten in direktem Kontakt mit den Machthabern und der Gewalt der Gewehre bleiben wollen, ja bleiben m\u00fcssen, scheint zwangsl\u00e4ufig. Wer w\u00fcrde ihren sunnitischen, schiitischen oder kommunistischen Dogmen und<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>\u201eWahrheiten\u201c glauben, wenn sie ohnm\u00e4chtig, also ohne Macht w\u00e4ren? Wer sie f\u00fcr wahr halten und warum?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Doch das traditionalistische Sich-Einf\u00fcgen in die Tradition und Welt der Vergangenheit, b\u00f6sartig formuliert unserer \u201e Altvorderen\u201c, \u00a0kann gerade in Fragen, die zuk\u00fcnftig zu beantworten sind, etwa was den Klimawandel, die Digitalisierung und das eher unbemerkbar bleibende, sogar bleiben m\u00fcssende \u00a0Manipulieren oder Klonen von Menschen und Menschengruppen betrifft, es kann nicht in jedem Fall angewendet werden. Denn allein schon der Begriff des Klimawandels ist eine Neupr\u00e4gung der Naturwissenschaften, die es noch nicht so lange gibt. Wie es die skeptische Schule des Sextus Empirikus empfiehlt, hilft also in solchen F\u00e4llen<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>nicht weiter.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Soll man sich also selbst in Fragen von Wahrheit, Weisheit und Argumentation den M\u00e4chtigen der Politik oder des Wissens unterwerfen, ihnen einfach glauben, ihren Wahrheiten vertrauen und abwarten?<\/p>\n<p><strong>IV<\/strong><\/p>\n<p>Auch ich kann diese Frage nicht kl\u00e4ren, wei\u00df keine Antwort. Manchmal ja, manchmal nein. Von Fall zu Fall, sagt ironisch l\u00e4chelnd der Erkenntnistheoretiker Paul Feyerabend. <br \/>Wichtiger und augenblicklich aber weitaus gef\u00e4hrlicher ist mir jedoch an dieser Stelle und in diesem weltweiten Konflikt (wir leben bereits in der globalisierten Welt, nur Hegels Weltgeist hat sich noch nicht gebildet) die Frage nach der <span style=\"text-decoration: underline;\">Wahrheit der Berichterstattung<\/span>. Wie also jeweils als wahr erkannte oder als Wahrheit festgelegte Erkenntnisse vermittelt, verbreitet, verst\u00e4ndlich gemacht werden k\u00f6nnen. Das betrifft Einfluss und Perspektive (Ideologie) der Medien, der Presse, der sozialen Kan\u00e4le, wo jeder mittlerweile reden und sagen darf und als wahr behaupten kann, was er will und wei\u00df. Oft ganz ohne Korrektiv, Kritik oder R\u00fcckmeldung. <br \/>Unser gesamtes kommunikatives System der Nachrichten\u00fcbermittlung, der Weitergabe von Information und \u201eFakten\u201c steht weltweit in der Krise, vielleicht sogar vor dem Zusammenbruch.\u00a0Hier hat sich mittlerweile ein immenser Kollateralschaden in der Nachrichten\u00fcbermittlung entwickelt, der so schnell nicht wieder beseitigt werden kann und der schon jetzt eine \u00fcberaus toxische Negativit\u00e4t in vieler Hinsicht verbreitet.<\/p>\n<p>In \u00a0weltanschaulich abgeschotteten und gelegentlich sogar heterogenen <b>Soziotopen, <\/b>die auch <span style=\"text-decoration: underline;\">Lebensformen<\/span> einschlie\u00dfen und mehr sind als sogenannt Filter-Blasen<b>,\u00a0<\/b> kann man Zustimmung ebenso wie auch (konstruktive) Ablehnung finden. Man kann sich abgrenzen \u00a0ganz ohne Beweise von den Wahrheiten anderer und quasi die eigene private Meinung und Welt als die allein selig machende positionieren (1).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Selbst in der Wissenschaftstheorie und Methodologie der Wissenschaft (was ist Wahrheit in den Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften) findet man Unterst\u00fctzung: Paul Feyerabend, Wissenschaftstheoretiker und f\u00fchrender Kopf einer anarchischen Wissenschafts-Methodologie in Kalifornien, hat mit seiner \u201eAlles geht\u201c-Philosophie bereits in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts darauf reagiert: Resignierend im platonischen Sinn (Platon hat an eine alles umfassende, quasi absolute Wahrheit als Idee geglaubt) hat er die Relativit\u00e4t vieler, ja aller Wahrheiten proklamiert und das anarchische Pluriversum der Unterschiedlichkeiten, Vielf\u00e4ltigkeiten und Widerspr\u00fcche als m\u00f6glich und als bereits real existierend definiert.\u00a0<span class=\"Apple-converted-space\">Einschlie\u00dflich seiner eigenen Position.<\/span><\/p>\n<p>Dies ist nun eine Entwicklung, die vom Internet in die weite Welt gesetzt und exponentional gef\u00f6rdert worden ist. Sie ist meiner Meinung nach nur noch sehr schwer zu stoppen. Die Glaubw\u00fcrdigkeit von Wahrheiten etwa auch zum Klimawandel reicht mittlerweile ins Herz der Konflikte von Staat, Gesellschaft und Moral. Mit wieviel Prozent Wahrscheinlichkeit ist diese Erkenntnis, diese Behauptung, diese Wahrheit wahr?<\/p>\n<p>Mit wieviel Prozent ist diese meine jetzt aufgestellte Begriffs-Findung, mein \u201eNarrativ\u201c, meine Interpretation, Konstruktion oder Behauptung<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>wahr? Gibt es einen Wahrheitsanspruch in dieser meiner \u201eErz\u00e4hlung\u201c, wenn alles immer nur \u201enarrativ\u201c, also eine Erz\u00e4hlung ist, wie Lyotard behauptet? Oder ist alles nur Fiktion, \u201eBegriffs-Dichtung\u201c (was gelegentlich Hegel vorgeworfen worden ist), reine Unterhaltung, geistige Sprach-Spielerei?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ich denke, dass auch in diesen meinen Erl\u00e4uterungen (\u201e\u00dcbersetzungen\u201c) wie immer ein guter Prozentsatz von Glauben mit dabei sein muss im Sinne von F\u00fcr-wahr-Halten, um die Glaubw\u00fcrdigkeit eben dieser meiner dargelegten Behauptungen und Beispiele zu begreifen, zu verstehen und zu st\u00fctzen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0Dass ich \u00a0von einem Vertrauens-Vorschuss ausgehen muss, den mir meine Leserschaft entgegen bringt. Dass ich willentlich keine bewussten Unwahrheiten (Fakes) verbreiten werde und m\u00f6chte.<\/span><\/p>\n<p><b>V<\/b><\/p>\n<p>Ich komme wieder auf die Begriffe von\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Fremdheit<\/span>\u00a0und Verstehen-K\u00f6nnen zu sprechen; fast schon mein Lieblings-Gebiet, meine Lieblings-Thematik<\/p>\n<p>Dass es auch unter den Menschen samt ihren zahlreichen \u00fcberaus heterogenen \u201eSprachspielen\u201c und \u00a0Soziotopen extreme Gegens\u00e4tze gibt wie in der Tierwelt, vielleicht sogar noch dar\u00fcber hinaus. Dass die L\u00f6wen und die Giraffen, Ameisen und Bienen, Blumen und Steine sich voller Unverst\u00e4ndlichkeit begegnen: mit Krieg, ohne Krieg und Gefressen-Werden, mit Macht, ohne Macht. Mit und ohne Kenntnisnahme. Dass ihre Welt immer getrennt, fremd und un\u00fcbersteigbar sein wird. Voller Gegens\u00e4tzlichkeit, Nicht-Verstehen-K\u00f6nnen, Nicht-Verstehen-Wollen.<\/p>\n<p>Dass der Geistesmensch, der sich mit Sprache und Begriffen (und k\u00fcnstlicher Intelligenz) in der Welt bewegt, sich scheinbar darin auskennt und zurecht kommt, den K\u00f6rper-Menschen nicht versteht, der mit der Arbeit seiner H\u00e4nde oder der Kraft von K\u00f6rper und Muskeln seine t\u00e4gliche Arbeit verrichtet. Dass der Gef\u00fchlsmensch oft anders leben, erkennen und entscheiden wird als der Verstandesmensch. Dass der buddhistische M\u00f6nch Asiens den Swingerclub in den USA genauso wenig verstehen und akzeptieren kann in diesem<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Pluriversum der Gegens\u00e4tzlichkeiten und M\u00f6glichkeiten wie der dogmatisch Gottgl\u00e4ubige den dogmatischen Atheisten und umgekehrt. Dass M\u00e4nner den Frauen und Frauen den M\u00e4nnern in vielen anthropologischen Angelegenheiten immer wieder voller Nichtverstehen begegnen m\u00fcssen, auch und insbesondere in Fragen von Liebe und Sexualit\u00e4t. Selbst wenn noch soviel Frau im Mann und Mann in der Frau verborgen bleibt oder ist. Ich bin ein Anh\u00e4nger des Glaubens an die Differenz von Mann und Frau &#8211; dass M\u00e4nner meist keine Frauen sind und umgekehrt und dass dies gut so ist.<\/p>\n<p>Ist das nun negativ oder positiv f\u00fcr unser Zusammenleben? &#8211;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ich wei\u00df es nicht. Es ist, wie es ist, hei\u00dft es in den Popularfilmen und Popsongs. Manchmal so, manchmal so. Aber frei sind wir tats\u00e4chlich im Sinne der Existenzialisten, wahl-frei und quasi mit einer gro\u00dfen Last auf dem R\u00fccken verurteilt zu dieser Freiheit. Also auch zum Fehler-Machen, zum Scheitern. Und zur Fremdheit ebenso. Einer Fremdheit, die uns sogar in unserer Wohlf\u00fchl-Welt der vollen K\u00fchlschr\u00e4nke, klugen Computer &#8211; wie sie uns so trefflich belehren, tr\u00f6sten k\u00f6nnen &#8211; und des unbegrenzt offenen Vergn\u00fcgens, in unseren Wohlf\u00fchl-Soziotopen des Verstehens und der angeblichen Gleichartigkeit von Mensch, Mann wie Frau, eine Fremdheit und Andersartigkeit also, die uns alleine sein l\u00e4sst. Auch im Denken, Schreiben und Handeln.\u00a0Allein mit und unter uns.<br \/>Nein, auch mit Computern zusammen sind wir alleine. Noch mehr sogar.<\/p>\n<p>_____________________________________<\/p>\n<p>1 Vgl. die Blogaufs\u00e4tze Nr. 314, 315, 325\u00a0<\/p>\n<a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-twitter nolightbox\" data-provider=\"twitter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" title=\"Share on Twitter\" href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?url=https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog&#038;text=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px;margin-right:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"twitter\" title=\"Share on Twitter\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/twitter.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-mail nolightbox\" data-provider=\"mail\" rel=\"nofollow\" title=\"Share by email\" href=\"mailto:?subject=331%20%C3%9Cber%20Klimawandel%2C%20%C3%BCber%20Fremdheit&#038;body=Ein%20neuer%20Beitrag%20ist%20da%21%20:%20https%3A%2F%2Fedition-weissenburg.de%2Fblog\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"mail\" title=\"Share by email\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/edition-weissenburg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/mail.png?resize=48%2C48&#038;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I Die Beobachtung, dass sich das Klima ge\u00e4ndert hat in den letzten Jahren, d\u00fcrfte mittlerweile allgemeine Zustimmung finden. 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